Hamburg: Flugzeug am Airport braucht Hilfe, aber die Techniker sollen lieber die Finger davon lassen

Die Lufthansa Technik am Flughafen in Hamburg.
Die Lufthansa Technik am Flughafen in Hamburg.
Foto: imago images / Aviation-Stock

Hamburg. Aufregung am Flughafen Hamburg. Eine besondere Maschine sorgt hier für Wirbel.

Grund dafür: notwendige Wartungsarbeiten durch Mechaniker der Lufthansa. Doch die Techniker in Hamburg sollen die Finger von dem Flugzeug lassen.

Hamburg: Regierungsflieger steht am Flughafen rum – Wartungsarbeiten dauern

Denn es gibt einen Haken: Die Gewerkschaft Verdi hat dazu aufgerufen, die Arbeiten an dem Flieger zu verweigern. Grund: der Mann, dem die Maschine gehört.

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Es ist der Regierungsflieger des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko.

In einem Flugblatt, das von Verdi an die Lufthansa-Arbeiter ausgeteilt wurde, heißt es: „Während wir sein Flugzeug warten, lässt Lukaschenko Arbeiter*innen verprügeln!“

Lukaschenko-Flugzeug in Hamburg - Techniker sollen Arbeit verweigern

Der umstrittene belarussische Präsident hat sich im August dieses Jahres nach der Präsidentschaftswahl erneut zum Staatsoberhaupt erklären lassen, obwohl es Hinweise auf Wahlfälschung gibt.

Anschließend kam es im ganzen Land zu Massenprotesten und Streiks – Lukaschenko ergriff harte Maßnahmen gegen die Demonstranten, die auf offener Straße verschleppt, eingesperrt und misshandelt wurden. Mit einem der Protestanten hat unsere Redaktion gesprochen, mehr dazu >>> in diesem Artikel.

In dem Verdi-Flugblatt heißt es außerdem: „Vor fast 31 Jahren hatten wir eine sehr ähnliche Situation. Rumäniens Staatsoberhaupt Ceausescu ließ Proteste von Arbeiter*innen niederschlagen während wir sein Flugzeug reparieren sollten. Gemeinsam legten wir damals die Schraubenschlüssel nieder, um gegen dieses Vorgehen zu protestierten“.

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Laut der „Hamburger Morgenpost (Mopo)" sollen sich so auch jetzt einige Techniker geweigert haben, an der Maschine zu arbeiten. Am Donnerstag soll der Zeitung zufolge sogar eine Demonstration der Lufthansa Technik am Flughafen stattgefunden haben – organisiert von Exil-Belarussen.

Hamburg: Arbeiten an der Maschine gehen dennoch weiter

Die Lufthansa Technik wollte gegenüber der „Mopo“ weder bestätigen noch dementieren, dass es sich bei der Maschine um die Lukaschenko-Maschine handelt. Und dennoch: „Neben vielen anderen Flugzeugen ist auch eines von einer belarussischen Airline da“, sagte ein Sprecher.

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Es wäre nicht das erste Mal, dass Lukaschenko seine Flieger in der Hansestadt reparieren lässt. Vor acht Jahren war bereits ein Flugzeug des Präsidenten bei den Technikern der Lufthansa und der soll überaus zufrieden mit der Arbeit gewesen sein.

Die Demonstrationen und Arbeitsverweigerungen sollen allerdings keine Auswirkungen gehabt haben. „Alle Arbeiten gehen planmäßig vonstatten“, so der Sprecher der Lufthansa Technik. (oa)