187 Strassenbande: Rapper Gzuz rastet im Gericht völlig aus – „Deine Mutter soll sterben“

Gzuz (r.) von der 187 Strassenbande und sein Anwalt Christopher Posch im Gericht.
Gzuz (r.) von der 187 Strassenbande und sein Anwalt Christopher Posch im Gericht.

Hamburg. Da musste sich Gzuz von der 187 Strassenbande eine harte Ansage gefallen lassen: Der 32-Jährige ist gerade in Hamburg zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Insgesamt ein Jahr und sechs Monate soll er jetzt ins Gefängnis. „Wer, wenn nicht Sie, gehört in den Knast?“, äußerte sich Amtsrichter Johann Krieten am Dienstag in Hamburg deutlich.

Gzuz war unter anderem wegen Verstößen gegen das Waffengesetz, Diebstahl, Drogenbesitz und Körperverletzung angeklagt. Unter anderem soll der Frontmann der Hamburger Crew 187 Strassenbande einer jungen Frau mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben, als diese ein Selfie mit ihm machen wollte. Vor Gericht gab es zwar eine Versöhnung (MOIN.DE berichtete), groß geholfen scheint das dem Hamburger jetzt aber nicht geholfen zu haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Gzuz und sein Anwalt werden in Berufung gehen.

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187 Strassenbande: Nervöser Rapper

„Sie inszenieren sich als Gangster-Rapper und wollen als Straftäter behandelt werden. Jetzt werden sie als Straftäter gewürdigt“, sagte Krieten in seinem Schlusswort. Gzuz, der den Gerichtssaal ohne ein Wort zu sagen und mit finsterer Miene betreten hatte, nahm das Urteil äußerlich regungslos auf.

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An seinen wippenden Füßen merkte man jedoch, wie nervös der Gangster-Rapper war, der ganz in schwarz gekleidet vor Gericht erschienen war. Auf die Frage einer Reporterin, was er zu dem Urteil sage, antwortete er nur: „Was soll ich dazu sagen?“ Sein Verteidiger, TV-Anwalt Christopher Posch, kündigte an, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten gefordert. Der Angeklagte, mit bürgerlichem Namen Kristoffer Jonas Klauß, habe sich in allen Anklagepunkten schuldig gemacht, hatte Staatsanwalt Daniel Austen erklärt.

187 Strassenbande: Keine positive Sozialprognose

Er könne auch keine positive Sozialprognose stellen, da der Angeklagte unter Bewährung stehe und immer wieder straffällig werde. Der 32-Jährige ist bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten, unter anderem wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung.

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Das ist die 187 Strassenbande:

  • Die 187 Strassenbande ist eine Hip-Hop-Gruppe aus Hamburg und wurde 2006 gegründet
  • Die Gruppe besteht aus den Rappern Bonez MC, Gzuz, LX, Maxwell und Sa4 sowie den Sprayern Frost und Track
  • Bonez MC, der eigentlich John Lorenz Moser heißt, gilt als Anführer der Bande
  • Der Zahl 187 im Namen der Gruppe ist in Kalifornien der Polizeifunk-Code für die Straftat Mord

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Sein Verteidiger Christopher Posch hatte gefordert, den Angeklagten in allen Anklagepunkten freizusprechen. „Bei jedem anderen im Saal wäre ein solches Verfahren eingestellt worden“, hatte Posch erklärt. Nicht jedoch bei seinem Mandanten, der als „Staatsfeind“ und „böser Gangster-Rapper“ gelte.

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Dabei habe er sich bei allen Betroffenen entschuldigt. Das Verfahren sei vom ersten Tag an unfair gewesen. In Bezug auf ein im Gerichtssaal gezeigtes Musikvideo sagte Posch, es sei für das Gericht wohl „schwer zu ertragen, dass es sich vielleicht um Kunst handelt“. Kunst, die einem vielleicht nicht passe.

187 Strassenbande: „Wir sind hier nicht bei RTL2!“

Gzuz und sein Verteidiger hatten sich im Laufe des Prozesses einen regelrechten Schlagabtausch mit dem Richter und dem Staatsanwalt geliefert. Posch hatte mehrere Befangenheitsanträge gegen Krieten gestellt, die jedoch alle abgelehnt wurden. Im Gegenzug hatte Krieten sich mehrmals beschwert: „Wir sind hier nicht bei RTL 2!“

Als die Lebensgefährtin von Gzuz als Zeugin aussagen sollte, rastete der Rapper komplett aus: „Hurensohn, Hurensohn – deine Mutter soll sterben!“, schleuderte der Rapper einem Fotografen entgegen. Schließlich wurde er wegen ungebührlichen Verhaltens ausgeschlossen.

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„Sie sind ein Sozial-Rüpel! Sie missachten die Regeln des sozialen Miteinanders und meinen, mit Geld alles zu bekommen“, schleuderte Krieten Gzuz am Dienstag entgegen. „Sie auch!“, entgegnete der Rapper. Um Gzuz auch finanziell zu treffen, verurteilte Krieten ihn zusätzlich zu 300 Tagessätzen à 1.700 Euro, was einer Summe von 510.000 Euro entspricht.

187 Strassenbande: Gzuz verdient wohl Millionen

Gzuz, seit 2006 Mitglied der Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande, machte schon früh Erfahrungen mit Drogen. Seine erste Straftat beging er mit 15 Jahren. Ende 2011 wurde er wegen Diebstahl und Körperverletzung zu drei Jahren und vier Monaten verurteilt.

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2014 veröffentlichte er gemeinsam mit Bonez MC das Album „High & hungrig“, das in Deutschland auf Platz 9 der Albencharts einstieg. Mittlerweile dürfte der Rapper mit seinen Alben Millionen verdienen. Mit seiner Lebensgefährtin und den beiden kleinen Töchtern lebt er in Halstenbek bei Hamburg. (dpa)

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