Bundestagswahl in Hamburg: SPD triumphiert – CDU fährt historisch schlechtestes Ergebnis ein

Jamaika, Ampel, Kenia: Das steckt hinter den Bezeichnungen möglicher Koalitionen

Jamaika, Ampel, Kenia: Das steckt hinter den Bezeichnungen möglicher Koalitionen

Nicht nur zur Bundestagswahl am 26. September wird es spannend. Auch nach der Wahl wird es viele offene Fragen geben. Denn: es geht für die Parteien in die Koalitionsverhandlungen. Wer regiert mit wem? Welche Bündnisse wird es geben? Jamaika, Ampel oder Kenia? Was steckt hinter diesen Bezeichnungen? Wir erklären es dir.

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Das Endergebnis steht fest und es wird deutlich: Bei der Bundestagswahl in Hamburg haben vor allem zwei Parteien richtig abgeräumt. Von den sechs Direktmandaten der Stadt gingen vier an die SPD, erstmals konnten die Grünen zwei für sich verbuchen. Die CDU hingegen hat ihr historisch schlechtestes Ergebnis verbucht.

Knapp 1,3 Millionen Wahlberechtigte konnten bei der Bundestagswahl in Hamburg bestimmen, wer sie in Berlin vertreten soll. Am Ende lag die Wahlbeteiligung 79,1 Prozent und damit noch einmal über dem Wert von 2017 (76 Prozent). Auch im neuen Bundestag wird die Hansestadt somit wieder mit 16 Abgeordneten vertreten sein.

Diese Direktkandidatinnen und -kandidaten hat Hamburg gewählt (2.059 ausgezählte Gebiete von 2.059)

  • Falko Droßmann (SPD), Hamburg-Mitte: 33,2 %
  • Linda Heitmann (Grüne), Hamburg-Altona: 29,6 %
  • Till Steffen (Grüne), Hamburg-Eimsbüttel: 29,9 %
  • Dorothee Martin (SPD), Hamburg-Nord: 30,7 %
  • Aydan Özoguz (SPD), Hamburg-Wandsbek: 38,7 %
  • Metin Hakverdi (SPD), Hamburg-Bergedorf-Harburg: 39,3 %

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News-Blog zur Bundestagswahl in Hamburg

+++ News-Blog zur Bundestagswahl in Hamburg aktualisieren +++

Montag, 27. September:

12.00 Uhr: Diese 16 Abgeordneten vertreten Hamburg im Bundestag

In Eimsbüttel setzte sich der langjährige Justizsenator Till Steffen (Grüne) bei den Erststimmen knapp gegen den SPD-Staatsminister im Auswärtigen Amt, Niels Annen, durch, der das Direktmandat seit 2013 gehalten hatte. Er zog nun über die Liste erneut in den Bundestag ein. In Altona nahm die ehemalige Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete Linda Heitmann dem SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Bartke das Direktmandat ab.

Die vier anderen Direktmandate gingen an die SPD-Kandidaten Aydan Özoğuz (Wandsbek), Falko Droßmann (Mitte), Dorothee Martin (Nord) und Metin Hakverdi (Bergedorf-Harburg).

Auch im neuen Bundestag ist Hamburg wieder mit 16 Abgeordneten vertreten: Neu dabei sind neben Steffen, Heitmann und dem bisherigen Leiter des Bezirksamts Mitte, Droßmann, auch die Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Beck und Emilia Fester von der Grünen Jugend sowie Franziska Hoppermann von der CDU.

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Ebenso dabei sind der FDP-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Michael Kruse und die Nummer zwei der Landesliste, die frühere Juli-Vorsitzende Ria Schröder.

CDU-Landeschef Christoph Ploß löste als Spitzenkandidat erneut das Ticket nach Berlin. 2017 hatte er in Nord noch das Direktmandat geholt. Auch Christoph de Vries zog über die Liste der CDU erneut in den Bundestag ein, ebenso wie Linken-Spitzenkandidatin Zaklin Nastić und Bernd Baumann von der AfD.

7.00 Uhr: Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß muss Wahl-Debakel hinnehmen

Für Christoph Ploß, Chef der CDU in Hamburg, war der Wahlabend ein Desaster. Noch vor vier Jahren war er der gefeierte Held, doch jetzt musste er eine herbe Schlappe hinnehmen.

Im Bezirk Nord verlor er deutlich, landete hinter Dorothee Martin (SPD) und Katharina Beck (Grüne) nur auf Platz 3. Für die CDU in Hamburg gab es zudem das historisch schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Was sind die Gründe dafür?

Ploß wurde in den letzten Monaten mit seiner ablehnenden Haltung zum Thema Gendern bundesweit bekannt. Und auch mit anderen Themen polarisierte er: So warnte der Hamburger CDU-Chef wiederholt vor einer linken Verbotspolitik und streitete für eine repessivere Migrationspolitik.

Er selbst sagte immer, dass die „Mehrheit der Bevölkerung“ hinter seinen Forderungen stehen würde. Doch dem ist offenbar nicht so: Zwischen Eppendorf und Langenhorn sind seine Aussagen wohl nicht gut angekommen. Hier wurde Ploß sogar von den Grünen in die Schranken gewiesen.

5.28 Uhr: SPD wird in Hamburg stärkste Kraft, gefolgt von den Grünen

Die SPD ist bei der Bundestagswahl in Hamburg mit Abstand stärkste Kraft geworden. Nach Auszählung aller Stimmen kam sie nach Angaben des Landeswahlleiters vom späten Sonntagabend auf 29,7 Prozent. Auf Platz zwei landeten die Grünen mit 24,9 Prozent. Damit kommen die beiden Parteien in der Hansestadt auf mehr als 50 Prozent – also eine absolute Mehrheit für rot-grün.

Die CDU erzielte 15,5 Prozent, die FDP 11,4, die Linke 6,7 und die AfD 5,0 Prozent. Von den sechs Direktmandaten der Stadt konnten die Grünen zwei für sich verbuchen (siehe Eintrag Sonntag, 23.18 Uhr).

Im Vergleich zur Bundestagswahl vor vier Jahren verbesserte die SPD ihr Hamburger Ergebnis unter Kanzlerkandidat und Ex-Bürgermeister Olaf Scholz um 6,2 Punkte. Die Grünen legten um 11 Punkte zu und die FDP um 0,6 Punkte.

Die CDU verbuchte mit einem Minus von 11,7 Punkten ihr historisch schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl in Hamburg. Auch die Linke verschlechterte sich um 5,5 Punkte, die AfD fuhr ein Minus von 2,8 Punkten ein.

Sonntag, 26. September:

23.18 Uhr: Grüne holen zwei Direktmandate

Die Grünen haben in Hamburg zwei der sechs Direktmandate gewonnen. In Eimsbüttel setzte sich der langjährige Justizsenator Till Steffen nach Auszählung aller Erststimmen knapp gegen den SPD-Staatsminister im Auswärtigen Amt, Niels Annen, durch. Annen hatte das Mandat seit 2013 gehalten. Demnach entfielen 29,9 Prozent der Stimmen auf Steffen. Annen erhielt 29,6 Prozent.

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Zuvor hatte sich bereits in Altona die ehemalige Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete Linda Heitmann gegen den SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Bartke durchgesetzt. Heitmann erhielt 29,6 Prozent, Bartke, der den Wahlkreis seit 2013 in Berlin vertreten hatte, wurde mit 28,6 Prozent knapp geschlagen.

In Bergedorf-Harburg verteidigte Metin Hakverdi von der SPD sein Direktmandat. Auch in den übrigen drei Wahlkreisen lagen die SPD-Kandidaten Aydan Özoğuz (Wandsbek), Falko Droßmann (Mitte) und Dorothee Martin (Nord) vorn.

Bei den Zweitstimmen wurde ebenfalls die SPD stärkste Kraft. Sie holte 29,7 Prozent der Stimmen. Die Grünen holten 24,9 Prozent. Die CDU verlor deutlich und holte 15,5 Prozent der Stimmen, die FDP 11,4 Prozent, die Linke 6,7 und die AfD 5 Prozent. Auf andere Parteien entfielen 6,8 Prozent.

21.07 Uhr: Grüne verdoppeln Stimmenanteil – CDU und Linke schmieren ab

Die Grünen liegen laut aktuellem Auszählungsstand bei 25,1 Prozent. Damit hat die Partei ihren Stimmenanteil fast verdoppelt im Vergleich zur Wahl 2017. Damals holten die Grünen 13,9 Prozent der Stimmen. Die SPD liegt gerade bei 29,6 Prozent und gewinnt damit rund 6 Prozentpunkte.

Wer hingegen abschmiert laut ersten Ergebnissen ist die CDU. Während sie 2017 noch 27,2 Prozent der Stimmen holte, sind es nach aktuellem Stand gerade noch 15,3. Die Linke verliert ebenfalls deutlich von 12,2 Prozent auf 6,8. Die FDP gewinnt von 10,8 Prozent auf 11,4 Prozent und die AfD verliert nach aktuellem Auszählungsstand von 7,8 Prozent auf 5 Prozent.

20.09 Uhr: Kein Direktkandidat von der CDU vorne

Bei den Direktkandidaten haben die Grünen bei Zwischenergebnissen aufgeholt und liegen jetzt in Altona und Eimsbüttel vorne. Die CDU hingegen holt nach aktuellem Stand kein Direktmandat.

19.48 Uhr: Bei den Erststimmen liegt die SPD deutlich vorn

Erste Ergebnisse in Hamburg sehen die SPD vorn – sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen. Bei 822 ausgezählten Gebieten von 2.059 kommt die SPD bei den Erststimmen auf 33,1 Prozent. Die Grünen kommen auf 24 Prozent. Die CDU kommt auf 17,2 Prozent. Die Linke kommt auf 7,3 Prozent, die FDP auf 8,5 Prozent und die AfD auf 5,2 Prozent.

Beim Anteil der Zweitstimmen liegt die SPD bei diesem Zwischenergebnis vorne mit 29,5 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 25,2 Prozent. die CDU kommt auf 15 Prozent, die FDP auf 11,3. Die Linke holt 6,9 Prozent, die AfD 5,3 Prozent.

19.21 Uhr: Christoph Ploß: „Deshalb bleibt uns erst einmal nur das Abwarten“

Der Hamburger CDU-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat, Chirstoph Ploß, hat sich nach Veröffentlichung der ersten Prognosen zum Ausgang der Bundestagswahl zurückhaltend geäußert. „Wir werden hier alle noch einen sehr, sehr spannenden Abend erleben“, sagte er am Sonntagabend bei der Wahlparty in der CDU-Landesgeschäftsstelle.

Die Zahlen zeigten noch nicht, wohin es gehen werde, „deshalb bleibt uns erst einmal nur das Abwarten“. Er könne nur seine Hoffnung zum Ausdruck bringen, „dass wir am Ende unser Minimalziel erreichen, nämlich vor der SPD zu liegen“.

16.14 Uhr: Menschen fragen sich, warum Stimmzettel ein Loch hat

In einer großen Facebook-Gruppe für Hamburg teilt eine Frau eine Beobachtung, die sie im Wahllokal gemacht hat. „In meinem Wahllokal sind die Wahlzettel oben rechts gelocht, hier entsteht gerade 'ne Diskussion, da wir als ehemalige Wahlhelfer so etwas nicht kennen.“ Sie fragt sich: „Ungültig? Gültig? Ist das neu? Ist das woanders auch so?“

Hier kommt die Auflösung: Ja, das ist auch andernorts so und gibt es schon seit einigen Jahren. Jeder Stimmzettel hat seit dem Jahr 2009 oben rechts ein Loch. Es handelt sich dabei um eine Tasthilfe für Blinde und Sehbehinderte. Sie bekommen vor der der Wahl eine für ihren Wahlkreis passende Schablone zugeschickt, die sie mithilfe des Loches über den Stimmzettel legen können.

Das Loch rechts oben auf dem Stimmzettel ist also nichts Außergewöhnliches und etwas Hilfreiches.

13.15 Uhr: Peter Tschentscher verrät in Tweet, wen er gewählt hat

Peter Tschentscher war bereits wählen. Im Bürgerhaus Barmbek an der Lorichstraße hat Hamburgs Erster Bürgermeister seine Stimme abgegeben. Auch seine Frau Eva Maria war mit dabei.

Anschließend hat der SPD-Politiker in einem Tweet verraten, wer er gewählt hat. „Heute ist Wahltag mit bestem Wetter für einen Spaziergang und die Wahl von Olaf Scholz zum Bundeskanzler“, heißt es da.

Und weiter: „Bis 18:00 Uhr ist Zeit, um mich allen Stimmen für die SPD die Weichen zu stellen für einen echten Politikwechsel in Deutschland.“

9.05 Uhr: Wahllokale geöffnet – DIESE Hoffnung gibt es

Seit 8 Uhr sind die Wahllokale in Hamburg geöffnet. Exakt 1.298.859 der 1,9 Millionen Hamburger sind wahlberechtigt. Ein Rekord ist das aber nicht.

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Zwar hat die Hansestadt derzeit mehr Einwohner als je zuvor, doch laut „Hamburger Abendblatt“ es nach Angaben des Landeswahlamts zur Bundestagswahl 1965 sogar 1,39 Millionen Wahlberechtigte in Hamburg.

In diesem Jahr rechnet Landeswahlleiter Oliver Rudolf am Ende mit einem Briefwahlanteil von gut 50 Prozent. Auch hofft er auf eine weiter steigende Wahlbeteiligung. 2017 war sie auf 76 Prozent geklettert, diesmal könnten noch ein paar Prozentpunkte auf knapp 80 Prozent dazukommen, sagte er.

Samstag, 25. September:

12.00 Uhr: Ex-Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) hat eine Lieblingskoalition

Der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (93) würde nach der Bundestagswahl am liebsten ein Bündnis aus SPD, CDU und FDP mit Olaf Scholz als Kanzler sehen.

„Aber meine Lieblingskoalition kommt wohl nicht zustande, weil es der SPD kaum zumutbar wäre, eine Mehrheit im Kabinett zu haben, die eher ‚schwarz‘ ist“, sagte der Sozialdemokrat dem „Hamburger Abendblatt“ (Samstag). Die Liberalen hätten aus seiner Sicht wohl mit einem Dreierbündnis aus SPD, Grüne und FDP Probleme.

„Rot-Rot-Grün passt auf dem Papier am besten zusammen, aber ich fände es gefährlich, weil in dieser Kombination außer bei Olaf Scholz im Augenblick überhaupt kein ökonomischer Sachverstand zu sehen ist“, so von Dohnanyi.

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Klare Worte fand er zu den Grünen: „Ich fürchte die Grünen, weil ich bei Frau Baerbock zu viel spontane Naivität sehe. Dass sie Außenministerin würde, kann ich mir wirklich nur mit Schrecken vorstellen.“

8.05 Uhr: Parteien in Hamburg gehen in Straßenwahlkampf-Endspurt

Einen Tag vor der Bundestagswahl gehen die Parteien in Hamburg heute in den Endspurt beim Straßenwahlkampf. 22 Parteien haben Landeslisten aufgestellt, 72 Kandidaten bewerben sich um die sechs Direktmandate in den Hamburger Wahlkreisen. Überall in der Stadt werben sie um letzte Unentschlossene.

1,3 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Viele Hamburger haben ihre Stimme aber bereits abgegeben. Landeswahlleiter Oliver Rudolf rechnet am Ende mit einem Briefwahlanteil von gut 50 Prozent. Auch hofft er auf eine weiter steigende Wahlbeteiligung. 2017 war sie auf 76 Prozent geklettert. Diesmal könnten noch ein paar Prozentpunkte auf knapp 80 Prozent dazukommen, meinte er.

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2017 war die CDU bei der Bundestagswahl in Hamburg mit 27,2 Prozent stärkste Kraft geworden, vor der SPD mit 23,5, den Grünen mit 13,9, der Linken mit 12,2, der FDP mit 10,8 und der AfD mit 7,8 Prozent.

Freitag, 24. September:

Zittern bei der CDU

Hamburg hat sechs Wahlkreise. Diese 16 Abgeordneten vertreten Hamburg derzeit in Berlin:

  • Wahlkreis Hamburg-Mitte: Christoph de Vries (CDU)
  • Wahlkreis Altona: Matthias Bartke (SPD), Marcus Weinberg (CDU), Bernd Baumann (AfD), Katja Suding (FDP)
  • Wahlkreis Eimsbüttel: Niels Annen (SPD), Zaklin Nastic (Die Linke), Rüdiger Kruse (CDU)
  • Wahlkreis Hamburg-Nord: Christoph Ploß (CDU), Anja Hajduk (Die Grünen), Dorothee Martin (SPD)
  • Wahlkreis Wandsbek: Aydan Özoğuz (SPD), Wieland Schinnenburg (FDP)
  • Wahlkreis Harburg: Metin Hakverdi (SPD), Manuel Sarrazin (Die Grünen)

Bei der CDU ist Christoph Ploß das neue Ticket nach Berlin als Spitzenkandidat sicher, auch wenn er diesmal nicht direkt wiedergewählt werden sollte. Der Spitzenkandidat und Landesvorsitzender Ploß war 2017 als einziger Christdemokrat in seinem Wahlkreis Nord direkt gewählt worden.

Rüdiger Kruse, Christoph de Vries und Marcus Weinberg zogen 2017 dagegen bei einem Stimmenanteil der CDU von 27,2 Prozent in Hamburg über die Landesliste in den Bundestag ein. In diesem Jahr könnte es durch die neue Regel aufgrund der Wahlrechtsreform und erwartete Stimmenverluste durchaus schon für den Listenplatz drei knapp werden.

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Die neue CDU-Frau für Berlin, Franziska Hoppermann aus Wandsbek, kann auf Platz zwei durchaus hoffen. Für Christoph de Vries auf drei, Rüdiger Kruse auf vier und Marcus Weinberg, der gar nicht mehr auf der Liste, sondern nur direkt antritt, heißt es hingegen zittern.

SPD kann mit Stimmenzuwachs rechnen

Weniger große Auswirkungen der Wahlrechtsreform muss die SPD befürchten. Sie kam 2017 in der Stadt auf 23,5 Prozent und brachte alle fünf Abgeordneten direkt gewählt in den Bundestag. Sie kann laut letzten Umfragen mit einem Stimmenzuwachs rechnen.

Auch diesmal können sich die bisherigen Bundestagsabgeordneten Aydan Özuğuz (Wandsbek), Dorothee Martin – Nachrückerin für den im vergangenen Jahr ausgeschiedenen Johannes Kahrs aus Nord –, Matthias Bartke (Altona), Niels Annen (Eimsbüttel) und Metin Hakverdi (Bergedorf-Harburg) in ihren Wahlkreisen Hoffnungen machen.

Ebenso der bisherige Bezirksamtschef von Mitte, Falko Droßmann, der gern das Direktmandat von Kahrs übernehmen würde. Bis auf Droßmann sind die Direktkandidaten auch durch aussichtsreiche Listenplätze hinter Spitzenkandidatin Özuğuz abgesichert.

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Auch Grüne können mit mehr Stimmen rechnen

Die Grünen können den Demoskopen zufolge diesmal ebenfalls mit Stimmenzugewinnen rechnen. 2017 kamen sie in Hamburg auf 13,9 Prozent und waren seither in Berlin durch das Grünen-Urgestein Anja Hajduk, die nicht mehr antritt, und den Bergedorfer Manuel Sarrazin vertreten.

Die Landesliste führt in diesem Jahr die Wirtschaftsexpertin Katharina Beck an, vor dem früheren langjährigen Hamburger Justizsenator Till Steffen und Emilia Fester von der Grünen Jugend.

Linke hofft auf mindestens zwei Sitze

Die Hamburger Linken hoffen erneut auf mindestens zwei Abgeordnete in Berlin. 2017 waren die Linken in Hamburg auf 12,2 Prozent gekommen, diesmal könnte es laut Umfragen etwas weniger werden.

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Hinter Żaklin Nastić auf Listenplatz eins, die seit 2017 im Bundestag sitzt, will der Innenexperte der Bürgerschaftsfraktion, Deniz Celik, den Wechsel von der Elbe an die Spree machen, nachdem Finanzexperte Fabio de Masi nicht erneut für den Bundestag kandidiert.

MOIN.DE hat mit Fabio de Masi gesprochen, der gerade sein Büro in Berlin ausgeräumt hat und auch sein Leben in Hamburg. Durch die Finanzskandale rund um Cum-Ex und Wirecard war Fabio de Masi auch weit über Hamburg hinaus zum geschätzten Experten geworden. Mit ihm verlässt ein bekanntes Gesicht den Bundestag.

Mit Katja Suding verliert auch die FDP eine bekannte Abgeordnete. Sie war mehrere Jahre lang stellvertretende Bundesvorsitzende ihrer Partei. Nach einer Legislatur im Bundestag kandidiert sie nicht mehr.

Mindestens wieder zwei Abgeordnete – das hatte Spitzenkandidat Michael Kruse als Ziel vorgegeben, als er im April zum Nachfolger der Landesvorsitzenden Katja Suding bestimmt wurde. Meinungsforscher sehen die Elb-FDP auch mit leichten Zugewinnen. Bei der Bundestagswahl 2017 hatten sie 10,8 Prozent erhalten.

Auf Platz zwei der FDP-Landesliste will die frühere Juli-Chefin Ria Schröder den Fahrschein nach Berlin lösen. Welche Themen ihr am Herzen liegen, kannst du >>> hier im MOIN.DE-Interview nachlesen.

Auf ein ähnliches Ergebnis wie vor vier Jahren (7,8 Prozent) kann die Hamburger AfD hoffen. Damals schickte sie Bernd Baumann nach Berlin. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion steht auch diesmal wieder auf Platz eins der Landesliste.

Diese Direktkandidaten kannst du mit der Erststimme wählen

Aufgeteilt in die sechs Wahlkreise sind hier die Kandidatinnen und Kandidaten, denen du deine Erststimme geben kannst:

Das sind die Direktkandidaten im Wahlkreis 18 Hamburg-Mitte:

  • Christoph de Vries, Bundestagsabgeordneter, Dipl.-Soziologe (CDU)
  • Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter (SPD)
  • Manuela Muja, Politikwissenschaftler (Grüne)
  • David Stoop, Angestellter (Die Linke)
  • James Blum, Kaufmann (FDP)
  • Nicole Jordan, Rechtsanwaltsfachangestellte (AfD)
  • Arne Ihlenfeld, Künstler, Sozialpädagoge (Die Partei)
  • Ralf Reimer, Account Manager IT (Freie Wähler)
  • Sebastian Bollien, Sebastian Politikwissenschaftler (ÖDP)
  • Lennart Schwarzbach, Ingenieur (NPD)
  • Joachim Griesbaum, Schlosser (MLPD)
  • Dennis Sommer, Softwareentwickler (Die Basis)
  • Odin Janoske-Kizildag, Selbstständig (Odin)

Das sind die Direktkandidaten im Wahlkreis 19 Hamburg-Altona:

  • Marcus Weinberg, Bundestagsabgeordneter (CDU)
  • Dr. Matthias Bartke, Jurist (SPD)
  • Linda Heitmann, Geschäftsführerin in der Suchtkrankenhilfe (Grüne)
  • Cansu Özdemir, Studentin (Die Linke)
  • Fabrice Henrici, Jurist (FDP)
  • Bernd Baumann, Kaufmann (AfD)
  • Daniel Meincke, Daniel Leitstellendisponent (Freie Wähler)
  • Karlotta Ahrens, Studentin (ÖDP)
  • Christian Kölle, Sozialpädagoge (MLPD)
  • Ulrike Zens, Unternehmensberaterin (Die Basis)
  • Frieder Kirsch, Software Entwickler (Piraten)
  • Bérangère Joséphine Bultheel, Dipl. Politikwissenschaftlerin (ÖLDP)

Das sind die Direktkandidaten im Wahlkreis 20 Hamburg-Eimsbüttel:

  • Rüdiger Kruse, Bundestagsabgeordneter (CDU)
  • Niels Annen, Staatsminister im Auswärtigen Amt (SPD)
  • Dr. Till Steffen, Rechtsanwalt (Grüne)
  • Zaklin Nastić, Mitglied des Bundestages, Angehörigenpflegerin (Die Linke)
  • Carolin Hümpel, Unternehmensberaterin (FDP)
  • Dr. Marc Cremer-Thursby, Lehrer, Kunsthistoriker (AfD)
  • Martin Sommer, Versicherungsmakler (Die Partei)
  • Alexander Feltz, Angestellter (Freie Wähler)
  • Hannes Lincke, Chemiker im Vertrieb (ÖDP)
  • Uwe Wagner, CNC Fräser (MLPD)
  • Inke Meyer, Schiffsführerin (Die Basis)
  • Sören Horn, Gastronom (Volt)

Das sind die Direktkandidaten im Wahlkreis 21 Hamburg-Nord:

  • Dr. Christoph Ploß, Historiker (CDU)
  • Dorothee Martin, Selbstständige Kommunikationsberaterin (SPD)
  • Katharina Beck, Unternehmensberaterin für Nachhaltigkeit (Grüne)
  • Deniz Celik, Politikwissenschaftler (Die Linke)
  • Robert Bläsing. Verwaltungsbeamter (FDP)
  • Benjamin Mennerich, wissenschaftlicher Mitarbeiter (AfD)
  • Almut Becker, Kauffrau Tourismus und Freizeit (Freie Wähler)
  • Ingo Stawitz, Rentner (NPD)
  • Susanne Bader, Erzieherin (MLPD)
  • Jörn Böttcher, Steuerberater (Die Basis)
  • Steffan Nethe, Sozialversicherungsfachangestellter (LKR)

Das sind die Direktkandidaten im Wahlkreis 22 Hamburg-Wandsbek:

  • Franziska Hoppermann, Leitende Regierungsdirektorin (CDU)
  • Aydan Özoğuz, Mitglied des Deutschen Bundestages/Staatsministerin a.D. (SPD)
  • Daniel Alexander Grimm, Senior Copywriter/Werbetexter (Grüne)
  • Johan Graßhoff, Straßensozialarbeiter für obdachlose Menschen (Die Linke)
  • Dr. Wieland Schinnenburg, Zahnarzt und Rechtsanwalt (FDP)
  • Dietmar Wagner, Schulleiter i.R. (AfD)
  • Matthias Deutsch, Informatiker (ÖDP)
  • Helmut Saß, Rentner (NPD)
  • Renate Dohrn, Rentnerin (MLPD)
  • Michael Stein, Objektmanager (Die Basis)
  • Arthur Kaiser, Informatiker (Piraten)
  • Luca Beitz, Studentin (Volt)

Das sind die Direktkandidaten im Wahlkreis 23 Hamburg-Bergedorf-Harburg:

  • Uwe Schneider, Uwe kfm. Angestellter (CDU)
  • Metin Hakverdi, Volljurist (SPD)
  • Manuel Sarrazin, Historiker (Grüne)
  • Stephan Jersch, Systemanalytiker (Die Linke)
  • Sonja Julia Jacobsen, TV-Journalistin (FDP)
  • Olga Petersen, Arzthelferin/OP-Assistenz (AfD)
  • Thomas Lindner, Angestellter (Freie Wähler)
  • Manuela Körlin, Dozentin/Coach (ÖDP)
  • Manfred Dammann, Tischlermeister (NPD)
  • Narziss Nianur,Technische Angestellte (MLPD)
  • Katja Schäfer, Kauffrau (Die Basis)
  • Jan-Martin Thoden, Energieelektroniker - Anlagentechnik (Volt)

Die Wahllokale sind am Sonntag, 26. September 2021, von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Der schriftlich gestellte Briefwahlantrag sollte bis spätestens Dienstag (21. September 2021) vor dem Wahlsonntag in der zuständigen Wahldienststelle vorliegen.

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Die Bundestagswahl in Norddeutschland:

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Weitere Informationen zur Briefwahl findest du >>> hier und zu den Wahllokalen >>> hier. (kbm, mk mit dpa)