Dagmar Berghoff: „Miss Tagesschau“ wird deutlich – „Nein, habt ihr nicht“

Hamburg: Dagmar Berghoff, ehemalige Tagesschau-Sprecherin, trägt Maske in der Liz Malraux Boutique am Neuen Wall.
Hamburg: Dagmar Berghoff, ehemalige Tagesschau-Sprecherin, trägt Maske in der Liz Malraux Boutique am Neuen Wall.
Foto: picture alliance / dpa-Zentralbild | Georg Wendt

Sie gilt als seriös, sachlich und unaufgeregt. Attribute, die Dagmar Berghoff (78) nicht nur während ihrer Zeit als „Tagesschau“-Sprecherin auszeichneten. Obwohl sie den Job seit 20 Jahren nicht mehr macht, ist sie gesellschaftlich und medial nach wie vor präsent.

Zuletzt war sie in der Jubiläumssendung von „40 Jahre NDR-Talkshow“ dabei und ließ sich zum Abschied von Chefsprecher Jan Hofer interviewen. Ganz zu schweigen von den vielen Events, auf denen „Miss Tagesschau“ regelmäßig anzutreffen ist, abgesehen vom Corona-Lockdown. Zu dem hat sie ihre eigene Meinung. Im Interview mit MOIN.DE spricht Dagmar Berghoff Klartext.

Dagmar Berghoff: „Ich bin absolut gegen Lockerungen“

MOIN.DE: Als vor einem Jahr die Corona-Krise begann, vertraten Sie die Auffassung, dass man die alten Menschen abschotten und schützen soll, damit die Wirtschaft nicht eingeschränkt wird. Wie denken Sie heute darüber?

Ich finde es in Ordnung, dass die Schutzmaßnahmen mit den alten Menschen begonnen haben. Aber danach sollte der Fokus auf den Jüngeren liegen, die noch richtig im Berufsleben stehen.

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Das ist Dagmar Berghoff:

  • Dagmar Berghoff wurde 1943 in Berlin geboren.
  • Als Dreijährige kam sie mit ihrer Familie nach Hamburg.1962 machte sie ihr Abitur.
  • Danach fuhr sie nach Paris und London zum Sprachstudium.Von 1964 bis 1967 studierte sie in Hamburg Schauspiel.1967 bekam sie ihre ersten Ansagerinnen-Jobs.
  • Ab 1976 arbeitete sie für den Norddeutschen Rundfunk.In der Männer-Domäne wurde sie die erste Tagesschau-Sprecherin West-Deutschlands.
  • Sie wurde unter anderem mit dem Bambi und der Goldenen Kamera ausgezeichnet.
  • Seit 1997 engagiert sie sich sozial für „terre des hommes“. Ihre letzte Tagesschau sprach sie am 31.12.1999.„Miss Tagesschau“ ist verwitwet und lebt allein in Hamburg-Winterhude.

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Was sagen Sie zu den aktuellen Maßnahmen? Vielleicht stehen bald die ersten Lockerungen an.

Ich bin absolut gegen Lockerungen. Ich wäre dafür, den Lockdown noch bis Ostern auszuweiten. Ich denke, wir müssen da einmal durch, damit es nicht pausenlos wieder neue Wellen gibt. Wir sollten richtig konsequent handeln.

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Aber das können wir in Deutschland wahrscheinlich gar nicht, weil wir von Ländern umgeben sind, die es nicht so sehen. Ich bin aber der Auffassung, dass wir die Pandemie nur in den Griff bekommen, wenn wir einmal konsequent bleiben, damit wir danach aufatmen und wieder feiern können.

Dagmar Berghoff: „Ich werde mich impfen lassen“

Sie sind ja ein sehr aktiver Mensch. Was vermissen sie im Lockdown am meisten?

Restaurantbesuche, Treffen mit Freunden im Theater oder auf Vernissagen. Also alles, wo man Leuten begegnet. Natürlich treffe ich mal Einzelpersonen wie meine Schwester oder eine Freundin, aber ich würde gern mal mit den anderen Freunden zum Essen gehen.

Heute besteht mein Tages-Highlight im Gang zum Einkaufen in den Supermarkt (lacht).

Sind Sie schon geimpft, oder wollen Sie sich überhaupt impfen lassen?

Nein, noch nicht. Ich glaube, ich bin erst im Mai dran. Ich werde mich auch impfen lassen. Zuerst war ich dagegen, weil ich Bedenken wegen eventuellen Nebenwirkungen oder Spätfolgen hatte.

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Aber dann dachte ich mir: Was soll’s. Wenn die in zehn Jahren auftreten, dann interessiert mich das auch nicht mehr.

Dagmar Berghoff: „Ihr habt das Recht, dem Gemeinwohl zu dienen“

Wie denken Sie darüber, dass zum Beispiel einige Restaurant-Besitzer in Erwägung ziehen, nur Geimpften Einlass zu gewähren?

Das finde ich schwierig und nicht gut. Impfausweise zur Vorlage einzuführen, bedeutet, dass wir eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bekommen. Dann gibt es die Geimpften und die Nicht-Geimpften, die womöglich gar nichts dafür können, dass sie nicht geimpft sind, weil die Kapazitäten noch nicht da sind.

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Genauso sehe ich das mit der Vorlage eines Corona-Tests. Wo soll man denn jeden Tag einen Corona-Test machen lassen?

Können Sie Maskenverweigerer tolerieren?

Nein, Masken zu verweigern finde ich ganz schlimm. Sie müssen ja auch fast nur in den Geschäften getragen werden. Man kann sich draußen frei bewegen. Ich habe übrigens auch kein Verständnis, wenn „die Jugend“ sagt: wir haben ein Recht auf feiern.

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Denen sage ich: Nein, das habt Ihr nicht. Ihr habt das Recht, im Augenblick dem Gemeinwohl zu dienen. Es gibt einfach kein Recht zu feiern. Wenn die Krise überstanden ist, dann könnt Ihr alle Party machen wie Ihr wollt.