Fehmarn: Traditionshotel auf der Insel vor dem Aus – „Das tut sehr weh“

In Burg auf Fehmarn wird ein Traditionshotel verkauft (Symbolbilid).
In Burg auf Fehmarn wird ein Traditionshotel verkauft (Symbolbilid).
Foto: imago/Olaf Malzahn

Bereits in der siebten Generation führt Susanne Skerra das „Wisser’s Hotel“ auf Fehmarn. Seit fast 200 Jahren befindet sich die traditionsreiche Unterkunft in der Hand ihrer Familie.

Nun hat sich die Inhaberin zu einem drastischen Schritt entschieden: Sie wird das Hotel auf Fehmarn verkaufen. „Das tut sehr weh“, gibt sie zu.

Fehmarn: Inhaberin blickt zurück

Die heute 70-Jährige hat das Hotel 1980 mit ihrem Ehemann von ihren Eltern übernommen. Zweieinhalb Jahre lang haben sie die Unterkunft umgebaut.

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Susanne Skerra führte die Familientradition fort und erlebte sowohl Höhen als auch Tiefen. Besonders deutlich in Erinnerung geblieben ist ihr ein verheerender Brand im Jahr 2003.

„Er wurde durch Feuerwerkskörper verursacht, die im Teerdach steckten. Ein Nachbar hatte sie abgefeuert. 170 Feuerwehrleute waren damals im Einsatz“, erzählt sie der „Ostholstein Presse“.

Hotel auf Fehmarn hatte zahlreiche Stammgäste

Zahlreiche Stammgäste residierten im „Wisser’s Hotel“, machen davon über zwanzig Jahre. Im Restaurant fanden unzählige Hochzeiten und Firmenjubiläen, Trauerfeiern, Harleytreffen und der Inselkarneval statt.

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Das ist Fehmarn:

  • Fehmarn ist nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands
  • Es ist die einzige Ostsee-Insel Schleswig-Holsteins
  • Die Fehmarnsundbrücke, die Fehmarn mit dem Festland verbindet, ist 963 Meter lang
  • Fehmarn zählt rund 12.600 Einwohner
  • Auf der Insel gibt es vier Naturschutzgebiete
  • Der 17,6 Kilometer lange Fehmarnbelttunnel soll Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden; die Eröffnung ist für 2029 geplant

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Die Kinder von Susanne Skerra haben zwar auch im Hotel mitgearbeitet, fortführen wollen sie die Familientradition jedoch nicht. „Die Verantwortung ist ihnen wohl zu groß“, mutmaßt die 70-Jährige.

Corona-Krise trifft Hotel auf Fehmarn

Aber auch die Corona-Krise macht der Unternehmerin zu schaffen. Zwar bietet das Hotel eine kleine Karte außer Haus an, „aber eigentlich lohnt sich das nicht“, gibt Susann Skerra zu.

Hinzu kommen kostspielige Brandschutzauflagen sowie Umbaumaßnahmen, für die die 70-Jährige keinen Kredit mehr bekommt. Deshalb sieht sie sich gezwungen, das Hotel zu verkaufen.

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Einen Käufer für das Traditionshaus gibt es bereits. Bis der Vertrag unterschrieben ist, will die Unternehmerin aber keine genaueren Angaben über den Interessenten machen.

Die Angestellten sollen übernommen werden, ob der Name des Hotels bestehen bleibt, ist jedoch unklar. „Ich habe alles versucht und alles gegeben. Mehr ging nicht“, resümiert Susan Skerra. (lh)