Hamburg: Ausgerechnet HIER gibt es jetzt Ärger – und das mitten in der Corona-Pandemie!

Der Leiter des Bezirksamts Wandsbek in Hamburg ist Thomas Ritzenhoff (SPD).
Der Leiter des Bezirksamts Wandsbek in Hamburg ist Thomas Ritzenhoff (SPD).
Foto: Pressebild.de/Bertold Fabricius und IMAGO / Lars Berg

Der Schneefall in den letzten Tagen hat die Menschen in Hamburg wenigstens ein bisschen vom Corona-Lockdown abgelenkt. Da sprang so mancher hartgesottene Hanseat sogar in die Elbe (MOIN.DE berichtete).

Allerdings kam es nun zu einem Vorfall in Hamburg, der mitten in der Krise so nicht hätte passieren sollen.

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Hamburg: Ärger im Gesundheitsamt Wandsbek

Viel Trubel gibt es gerade im Gesundheitsamt in Hamburg-Wandsbek. Dort hat nun sogar die Chefin der öffentlichen Einrichtung gekündigt (der NDR berichtete).

Frauke Ishorst-Witte, die Chefin des Gesundheitsamtes, hat bereits einen starken Willen gezeigt und schaffte es trotz Krisenzeiten, ein tatkräftiges Team aufzubauen. Von der Politik kam dabei wenig Unterstützung.

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Erst im November soll Sozialsenatorin Melanie Leonhard eine spezielle „Task Force“ mit bis zu 250 Mitarbeitern für das Gesundheitsamt Wandsbek angekündigt haben.

Dabei befinde sich im Gesundheitsamt nicht genug Raum. Die vielen zusätzlichen Mitarbeiter belegten deshalb Büros anderer Abteilungen.

Hamburg: Probleme mit Raumverteilung

Vom Bezirksamtsleiter wurde deshalb kurzer Hand entschieden, Teile des Gesundheitsamtes auszulagern.

Das wurde aber explizit von der Mitarbeiterschaft kritisiert. Eine derartige Auslagerung würde zu einer Zerschlagung des Gesundheitsamtes führen und die Arbeit zusätzlich erschweren.

Ishorst-Witte nannte diese Entscheidung auch als den Hauptgrund für ihre Kündigung.

Das Bezirksamt reagierte nur schriftlich auf die Vorwürfe der Belegschaft und stelle klar, dass alle Optionen geprüft wurden, aber die Büros trotzdem benötigt würden.

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Harsche Kritik kommt auch von Seiten der Politiker: „Ich finde es unfassbar mitten in der Pandemie, dass jetzt Mitarbeitende im Gesundheitsamt die Räumlichkeiten verlassen sollen“, teilt Deniz Celik, Gesundheitsexperte der Linken-Fraktion, dem „NDR“ mit.

Hamburg: Kritik von Grüne und Linke

Auch die Gesundheitsvertretung der Grünen-Fraktion ist sich einig: „Die höchste Priorität muss die Gesundheit der Menschen haben. Und das geht vor allem anderen. Andere Abläufe müssen sich dem unterordnen", sagt Gudrun Schittek, Gesundheitsexpertin der Grünen.

Aber nicht nur die Vorgehensweise in Sachen Raumplanung wird kritisiert, sondern auch die zentrale Kontaktverfolgung bei Corona-Infektionen. Die geht für Hamburg nämlich von Wandsbek aus.

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Hier wären fachfremde Mitarbeiter eingesetzt worden, die Personen trotz Symptomen nicht den Test empfohlen haben: „So etwas darf nicht sein“, so Schittek. Diesen Missständen soll nun nachgegangen werden.

Die Sozialbehörde kommentiert die Kündigung von Frau Ishorst-Witte bislang nicht.

(pag)