Hamburg: Frau ist wütend und macht ihrem Ärger Luft – „Wegen dieser Idioten...“

Die feiernden Menschen in Hamburg achteten nicht auf Corona-Regeln
Die feiernden Menschen in Hamburg achteten nicht auf Corona-Regeln
Foto: imago images/Andre Lenthe

Hamburg. Es ist wieder das Stadtgespräch an diesem Montag in Hamburg: Feiernde Menschen, die keinen Abstand halten.

Bereits vergangenes Wochenende war das Thema wieder verstärkt in den Fokus gerückt, weil die Polizei Hamburg zwei Mal den Zugang zur Großen Freiheit auf der Reeperbahn wegen des großen Andrangs sperren musste. In den Wochen zuvor wurde die Sternschanze mitunter von der Polizei geräumt und der Verkauf von Alkohol an manchen Kiosken und Bars verboten.

Hamburg: Stadt warnte

Die Stadt appellierte zuletzt, dass bei erneuter Missachtung der Regeln neue Maßnahmen in Betracht gezogen werden könnten. Möglich wären zum Beispiel Betretungsverbote oder strengere Alkoholverkaufsverbote. Oder auch eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum.

Trotzdem spielten sich dieses Wochenende wieder ähnliche Szenen ab wie am vorherigen.

Wenn es nach vielen Einwohnern geht, sind schärfere Maßnahmen, über die wohl nächste Woche zwischen Stadt und Polizei beraten wird, unumgänglich.

„Wegen dieser ganzen Idioten und Urlaub-Macher außerhalb Deutschlands rollt vielleicht eine zweite Welle auf uns zu", schreibt eine Frau in einer Facebook-Gruppe. Darunter entsteht eine wilde Diskussion mit Hunderten Kommentaren.

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Hamburg: Neuinfektionen zweistellig

Tatsächlich ist die Zahl der täglichen Neu-Infektionen in Hamburg diese Woche gestiegen und liegt wieder regelmäßig im zweistelligen Bereich. Der Grund dafür sind auch rückkehrende Urlauber. Die Angst vor einer zweiten Welle, also erneut stark ansteigenden Infektionszahlen, ist wieder größer geworden.

Die Frau schreibt, sie könne zwar verstehen, dass niemand mehr so richtig Lust habe, zu Hause zu bleiben, aber sie verstehe den Egoismus der Feiernden nicht. „Kann man sich denn nicht mal ein Jahr zurücknehmen – zum Wohle der Allgemeinheit? Anscheinend nicht. Ich würde mir wünschen, dass wir Hamburger zurückkehren zu unserem Verhalten von März/April und jeder Verantwortung im Umgang mit Covid 19 übernimmt."

Hamburg: „Ihr spinnt alle"

Sehr viele Menschen pflichten ihr bei. Eine andere Frau verweist darauf, dass die Situation in einem Jahr immer noch ähnlich sein könnte, wenn kein Impfstoff gefunden wird.

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Andere hingegen zeigen überhaupt kein Verständnis: „Ihr spinnt alle, ich lasse mir mein Leben nicht zerstören, wer Angst hat, soll zuhause bleiben", schreibt ein Mann und kriegt ebenfalls verhältnismäßig viel Zuspruch. Die Fronten sind – wie so oft, wenn es um die Corona-Regeln geht – verhärtet.

Hamburg: Leidtragende Anwohner

Was viele gerne Menschen vergessen, die zu Hunderten abends in der Sternschanze abhängen: Die Anwohner. Sie müssen sich vor ihrer Tür durch Menschenmassen schlängeln, in denen es möglicherweise Infizierte gibt. Die Angst vor einem „Superspreader", der mehrere Menschen ansteckt, ist da.

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Dadurch, dass immer mehr Menschen Orte wie die Sternschanze aufsuchen und sich nicht in Clubs und Bars verteilen können, ist die Lärmbelästigung zudem hoch – wenngleich auch in Nicht-Pandemie-Zeiten im Sommer natürlich immer was los ist draußen in der Sternschanze.

Hamburg: Heiligengeistfeld als Partyfläche

Die Linkspartei fordert derweil, das Heiligengeistfeld für Open-Air-Veranstaltungen mit Abstand zu öffnen. Das könne das Massencornern am Wochenende entzerren und Kneipen und Clubs Einnahmen bescheren.

Mit Spannung wird jetzt erwartet, ob Stadt und Polizei bis zum nächsten Wochenende neue Maßnahmen beschließen. (rg)