Hamburg: Diese neue Corona-Regel ist nur konsequent – „Wenn schon, denn schon“

Hinweis auf die Pflicht zu medizinischen Masken bei der U1 im Hauptbahnhof in Hamburg.
Hinweis auf die Pflicht zu medizinischen Masken bei der U1 im Hauptbahnhof in Hamburg.
Foto: MOIN.DE

Ein Kommentar

In Hamburg darf seit dem 22. Januar nur noch in Bussen und Bahnen mitfahren, wer eine OP- oder FFP2-Maske trägt. Für alle anderen gilt im HVV: Aussteigen. Beziehungsweise gar nicht erst einsteigen (>>> hier mehr dazu).

Hamburg setzt damit um, was beim Bund-Länder-Gipfel beschlossen wurde und treibt die deutsche Strategie im Kampf gegen das Virus weiter voran: Wir wissen wenig, also verschärfen wir, um auf Nummer sicher zu gehen. Denn inwiefern der Nahverkehr tatsächlich zu Coronainfektionen beiträgt, ist nicht geklärt.

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Hamburg: Wenn schon, denn schon

Das Gleiche gilt für den Einzelhandel, Schulen oder Kitas. Auch bei ihnen ist nicht abschließend geklärt, inwiefern sie die Pandemie treiben. Sie bleiben dementsprechend zu oder laufen im Notbetrieb. Schaden kann es ja nicht, wenn es um die Reduzierung des Risikos geht, dafür erhöht es denn Stress in den Familien.

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Klar ist: Menschen können sich überall zu nahe kommen, Kontakte haben oder irgendwie Viruslast freigeben. Verschärfen, so doll es geht, ist nur folgerichtig wenn man es nicht besser weiß und auf Nummer sicher gehen will. Die sinkenden Infektionszahlen geben den Lockdown-Befürwortern aktuell recht.

Es gibt noch genügend Menschen, die auf den Nahverkehr angewiesen sind. Eine Maske muss ohnehin schon seit Monaten getragen werden, also: wenn schon denn schon, dann sollte es auch die medizinische Maske sein. Vor allem, wenn uns noch ansteckendere Corona-Mutationen bedrohen.

Und wieso nicht gleich auch die Menschen bitten, nicht mehr zu sprechen? Das ist rigoros und paradox, aber auch konsequent. Würde die Pflicht zum Home Office noch strikter umgesetzt, wo es möglich ist, könnte das ebenfalls helfen, das Risiko in Bus und Bahn zu minimieren und den Inzidenzwert unter 50 oder gar 25 zu drücken. Damit wir uns mal wieder über etwas anderes unterhalten können als Verschärfungen. Jeder sehnt sich danach, die aktuelle Situation ist kaum noch monatelang auszuhalten. Es nervt unendlich.

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Das ist eine FFP2-Maske:

  • FFP2-Masken sind partikelfiltrierende Halbmasken
  • Ursprünglich wurden sie im Handwerk eingesetzt
  • FFP steht für Filtering Face Piece
  • Sie werden in die Kategorien 1 bis 3 eingeteilt
  • FFP2-Masken filtern demnach mindestens 94 Prozent der Partikel, FFP3-Masken mindestens 99 Prozent

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Hamburg: Jede Infektion weniger zählt

Vielleicht ist das Ganze auch ein Satz mit X und der Einfluss des Nahverkehrs auf die Infektionszahlen ist so gering, dass die neue Maskenpflicht nur wenig bewirkt. Dann hat man es aber immerhin versucht. Und in der aktuellen Situation zählt jede Infektion weniger, so lange die Politik nur auf den Inzidenzwert schaut, der in Hamburg derzeit bei 97 liegt. Ob das noch ewig Sinn macht, muss an anderer Stelle diskutiert werden.

Alle Menschen müssen sich aber auch bewusst sein, dass selbst OP- und FFP2-Masken keinen hundertprozentigen Schutz bieten. Besonders wenn die Maske nicht richtig anliegt, ist das der Fall. Zum Beispiel wenn Bart getragen wird.

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Und noch eines ist wichtig: der Kostenfaktor. Jeden Tag eine neue FFP2-Maske, das geht ins Geld. Bei OP-Masken etwas weniger, aber auch das läppert sich. Wer es also als Pendler richtig machen will, der muss unweigerlich seine Maske(n) aufwendig desinfizieren (was ja ohnehin schon jeder tun sollte), oder regelmäßig neu einkaufen – auch nicht unbedingt die beste Alternative für die Umwelt. Hunderte Millionen Masken liegen schon in der Natur oder den Meeren, die Produktion kostet Ressourcen.

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Hamburg: Zuschuss für Leistungsbezieher ist richtig!

Richtig ist, dass zumindest Leistungsbezieher nun einen Zuschuss von jeweils zehn Euro für den Februar und März erhalten und nicht selbst zahlen müssen. Für Vielpendler könnte das allerdings eng werden, da bleibt nur das Desinfizieren und Wiederverwenden.

Und was ist eigentlich mit Azubis oder Geringverdienern, die noch regelmäßig pendeln müssen? Da ist noch viel Luft nach oben. Bremen beispielweise will allen Bürgern Masken im Februar zur Verfügung stellen.

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Daten und Fakten zum HVV:

  • umfasst das Hamburger Stadtgebiet und umliegende Gebiete in Schleswig-Holstein und Niedersachsen
  • Zum Angebot des HVV zählen auch vier U-Bahn-Linien (betrieben von der Hamburger Hochbahn AG) und sechs S-Bahn-Linien (betrieben von der S-Bahn Hamburg GmbH)
  • ist mit rund 4.500 Fahrzeugen im Einsatz
  • befördert laut eigenen Angaben rund 2,6 Millionen Fahrgäste am Tag
  • Es gibt 10.184 Haltestellen im Verbundgebiet

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Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die Infektionssituation so weit entspannt, dass man in ein paar Monaten auch ohne schlechtes Gewissen und 40 Euro-Strafe mal wieder mit bunter Stoffmaske in Bus und Bahn unterwegs sein kann. Mit Unterhaltung.

Was dazu beitragen könnte, ist ein Impfstoff, der auch in Norddeutschland getestet wird und große Hoffnungen macht. >>> Hier mehr dazu.