Hamburg: Die Corona-Regeln einzuhalten ist wichtig, aber nicht alles – das zeigt dieser berührende Fall

Coronavirus: Verdachtsfall? Das musst du jetzt tun!

Du befürchtest, dich mit dem Coronavirus infiziert zu haben? Dann musst du das jetzt tun.

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Gute Nachrichten aus Hamburg in Sachen Corona. Der Inzidenzwert ist zuletzt gesunken, die Zahl der Neuinfektionen auch. Die Maßnahmen der vergangenen Wochen zeigen Wirkung.

Grund zur Entspannung ist das allerdings nicht. Wir müssen das Virus in Hamburg weiter eindämmen. Wir müssen Kontakte reduzieren, Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen, lüften, kurzum, uns an die Corona-Regeln halten. Das bleibt extrem wichtig. Aber das alleine reicht nicht. Es gibt noch etwas anderes, das wir in diesem Winter wieder mehr brauchen.

Hamburg: Wer wird einkaufen für sie und die Kinder?

Diese zweite Welle der Pandemie in Hamburg stellt Familien erneut vor große Herausforderungen, wie das berührende Beispiel einer Alleinerziehenden aus Hamburg-Farmsen (MOIN.DE berichtete) zeigt.

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Ihre Tochter musste 14 Tage in Quarantäne. Die Mutter war vom einen Moment auf den anderen auf sich alleine gestellt: mit der Betreuung ihrer vierjährigen Tochter und ihres neunjährigen Sohnes, der einer Risikogruppe angehört, sowie mit der Frage: Wer wird einkaufen für sie und die Kinder?

Schon das spontane Abholen ihrer Tochter von der Kita nach Bekanntwerden eines Corona-Falls dort, war für die Alleinerziehende schwierig. Bei den Testergebnissen gab es ausgerechnet bei ihrer Tochter Verzögerungen, die sich später als Corona-positiv herausstellen sollte. Die Vierjährige hatte Fieber und Husten, musste brechen. Jetzt geht es ihr zum Glück besser.

Im Gespräch mit MOIN.DE sagte die 30-jährige Mutter: „Ich fühle mich so alleingelassen.“ Sie suchte Unterstützung in einer Facebook-Gruppe von und für Hamburger: „Ich bitte ungern darum, aber ich brauche Hilfe.“

Hamburg: Corona ist auch eine finanzielle Herausforderung für viele

Die Familie ist kein Einzelfall. Viele Menschen stehen plötzlich wieder vor großen Herausforderungen. Einkaufshilfen oder Fahrdienste, auch für Menschen aus Risikogruppen, sind nach wie vor – und wieder – gefragt. Geben wir sie ihnen.

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Im Falle der Alleinerziehenden wie im Falle von anderen, die Hilfe brauchen, ist in dieser zweiten Welle vor allem eines gefragt: Solidarität. Die war im Frühjahr, während der ersten Welle, groß. Junge gingen für Alte einkaufen, übernahmen Fahrdienste. In Hamburg entstanden Angebote wie die „Mittagsrakete“, die bedürftigen Familien kostenlos Essen lieferte. So muss es jetzt wieder sein.

Hamburg: Aufmerksam sein, hinsehen, hinhören, zuhören

Corona ist für einige auch eine große finanzielle Herausforderung. Immer wieder suchen Leute in Facebook-Gruppen wie Coronahilfe Hamburg nach Gebrauchtem, weil ihnen beispielsweise das Geld für neue Kinderkleidung fehlt. Manche, weil sie ihren Job verloren haben und mitten in der Pandemie keinen neuen finden.

Und längst wird in der Corona-Pandemie mit einer Zunahme der häuslichen Gewalt gerechnet. Erst diese Woche hatte die Linke-Politikern Cansu Özdemir auf Femizide in Hamburg aufmerksam gemacht (MOIN.DE berichtete). Aufmerksam sein, hinsehen, hinhören: Auch das ist eine Art von Nachbarschaftshilfe, vor allem jetzt, da viele wieder mehr Zeit daheim verbringen.

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Der Alleinerziehenden aus Hamburg-Farmsen hat der Hilferuf in der Facebook-Gruppe etwas gebracht. Sie hat viel Unterstützung erhalten. Das ist schön. Sie ist auch in dieser zweiten Welle der Corona-Pandemie da: die Solidarität unter den Hamburgerinnen und Hamburgern. Sorgen wir dafür, dass es so bleibt. Und dass Unterstützung bei allen ankommt, die sie brauchen.

Eine Liste mit Angeboten für Nachbarschaftshilfe in Hamburg findest du >>> hier.