Hamburg: DIESE Frau sucht verzweifelt eine Wohnung – unfassbar, wie Vermieter ihre Situation ausnutzen

Chiara Gulia sucht verzweifelt nach einer Wohnung in Hamburg. Einige Vermieter nutzen ihre Situation schamlos aus.
Chiara Gulia sucht verzweifelt nach einer Wohnung in Hamburg. Einige Vermieter nutzen ihre Situation schamlos aus.
Foto: Chiara Gulia & imago images / teamwork

Hamburg. Jeder, der schon einmal nach einem Zuhause in Hamburg gesucht hat, wird es kennen: Wenig Auswahl, teure Mieten und unzählige Bewerber auf eine Wohnung. Die Suche nach Wohnraum in der Hansestadt ist schwer. Nicht wenige kommen dabei an ihre Grenzen und fühlen sich verzweifelt.

Chiara Gulia geht es so. Trotz monatelanger Suche findet sie einfach kein neue Unterkunft in Hamburg. Als wäre ihre Lage nicht schon schwer genug, gerät sie auch immer wieder an Vermieter, die ihre Situation schamlos ausnutzen.

Hamburg: Seit Monaten keine eigene Wohnung

Als die 31-jährige Italienerin im März aus beruflichen Gründen nach Hamburg kam, hat sie sich ihr Leben in der Hansestadt anders vorgestellt. Denn seit einem halben Jahr hat Gulia keine eigene Wohnung. Untergekommen ist sie im Moment bei einer Bekannten.

Dabei hat die Politik das Wohnungsproblem in Hamburg schon lange erkannt und hat ambitionierte Ziele: Jährlich möchte sie Voraussetzungen für 10.000 neue Wohnungen schaffen. Mindestens 30 Prozent davon sollen öffentlich gefördert werden.

Mit diesem Mix aus je einem Drittel öffentlich geförderten Wohnungen, frei finanzierten und Eigentumswohnungen gilt Hamburg überregional bereits als Spitzenreiter. Alleine im letzten Jahr hat der Senat rund 3.550 Sozialwohnungen bewiligt.

Auch Gulia hätte gerne eine Sozialwohnung in Hamburg

An eine der vielen Sozialwohnungen würde auch Gulia gerne kommen. „Aber ich habe keine Ahnung, wie es funktioniert“, sagt sie MOIN.DE. „Außerdem habe ich von mehreren Leuten gehört, dass es sehr lange dauert, teilweise sogar bis zu drei Jahre.“ Eine Wohnung braucht sie allerdings jetzt.

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Warum es mit der Suche bei ihr nicht klappt, kann sie sich nicht erklären. Extravagante Ansprüche an ihre Wohnung stellt sie jedenfalls nicht. Nur mehr als 600 Euro inklusive aller Nebenkosten soll ihr Apartment nicht kosten. „Ein oder zwei Zimmer mit 30 bis 50 Quadratmetern und einen Balkon, wenn möglich", wünscht sie sich. Der Rest sei für sie irrelevant.

DAS ist ihr bei der Wohnungssuche widerfahren

Nach eine Wohnung geschaut hat sie anfangs außerhalb der Stadt. Doch selbst dort hatte sie keinen Erfolg. Seit Juli beschränkt sich ihre Suche auf eher zentralere Gegenden wie Eppendorf, Lockstedt, Eimsbüttel und Niendorf.

Aber auch hier war die Suche nach Wohnraum kein leichtes Unterfangen. Manche Vermieter meldeten sich sogar gar nicht mehr bei ihr zurück. „Wenn ich dann sage, dass mir das Jobcenter hilft, werde ich ignoriert“, berichtet sie MOIN.DE.

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Einige Hauseigentümer gehen in ihrer Dreistigkeit noch einen Schritt weiter. „Ich erhalte eklige Anfragen“, sagt Gulia und erzählt von Männern, dir ihr abstoßende Nachrichten schickten. „Sie baten mich, mich mit ihnen zu treffen oder zusammen etwas zu trinken.“ Einige Vermieter haben die Frau sogar nach Sex gefragt. Das hat sie natürlich abgelehnt.

Betrügerin nutzt die Wohnungssituation in Hamburg aus

Als wäre das noch nicht genug, fiel sie im Juli auch noch einer Betrügerin zum Opfer. Auf dem Portal „eBay-Kleinanzeigen“ hatte die Italienerin eine kleine Wohnung entdeckt, die zu ihr passte. Hoffnungsvoll kontaktierte sie die vermeintliche Vermieterin des Apartments.

Diese schien auf den ersten Blick sehr zuvorkommend. Sogar auf italienisch konnte sich Gulia mit ihr unterhalten. „Sie war natürlich sehr nett. Sie fragte mich, was ich in meinem Leben mache, woher ich komme“, erzählt sie. In dem Moment wusste sie noch nicht, dass sie in eine böse Falle getappt war.

Vermieterin angeblich nicht in Hamburg

Doch plötzlich wurde es dubios. Die vermeintliche Vermieterin wollte auf einmal nur noch über WhatsApp mit ihr schreiben und behauptete, dass sie mit dem Portal „Airbnb“ zusammenarbeite. Gulia sollte ihr Geld im Vorraus zur Absicherung über das Übernachtungs-Portal senden.

Da wurde die Italienerin etwas stutzig. „Natürlich wollte ich zuerst mit ihr persönlich reden“, sagt sie. Doch da habe die Betrügerin auf sie eingeredet und ihr erzählt, dass sie im Moment nicht in Hamburg sei. In ein paar Tagen komme sie allerdings wieder. Dann könne sich Gulia die Wohnung sofort anschauen.

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Daten und Fakten zur Miete in Hamburg:

  • In Hamburg zahlt man in guter Wohnlage im Durchschnitt 13 Euro Miete pro Quadratmeter
  • Laut einer Umfrage des Senders NDR 90,3 und dem Hamburg Journal geben Befragte aus der Hansestadt im Schnitt 773,41 Euro Nettokaltmiete pro Monat für ihre Wohnung aus
  • Damit geben sie mehr als 30 Prozent ihres Gesamteinkommens für Miete aus
  • In den letzten fünf Jahren sind 40.000 neue Wohnungen gebaut worden
  • Dennoch mangelt es in Hamburg an bezahlbarem Wohnraum
  • Im Juli 2018 wurde die Mietpreisbremse für fünf Jahre in der Hansestadt erlassen
  • Sie besagt, dass die Miete beim Abschluss eines Mietvertrags maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf

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Weil die 31-Jährige so dringend eine Wohnung wollte, ließ sie sich auf den Deal ein und sendete der Betrügerin das Geld. Zwei Tage später wollten sie sich zur Wohnungsbesichtigung treffen. Doch erschienen ist die vermeintliche Vermieterin nie. „Ich wartete eine Stunde“, erzählt Gulia. „In der Zwischenzeit versuchte ich immer wieder, sie zu kontaktieren. Doch ich bekam keine Antwort. Da merkte ich, dass ich betrogen worden war.“

Frau aus Hamburg um Geld betrogen

Um 700 Euro habe die Betrügerin sie gebracht. Nach dem Vorfall suchte sie die Polizei auf und erklärte den Beamten den Vorfall. Doch man habe ihr nicht weiterhelfen können. „Das Geld habe ich nie wiedergesehen.“

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„Normalerweise bin ich sehr vorsichtig mit diesen Dingen, aber wenn du es eilig hast, machst du große Fehler", blickt die 31-Jährige auf den Vorfall zurück.

Trotz der vielen Rückschläge lässt Chiara Gulia den Kopf nicht hängen und sucht weiter nach einer Wohnung in Hamburg. „Aufgeben ist nicht mein Stil", sagt sie.