Hamburg: Diese Kuh-Plakate in der Bahn machen Bauern richtig sauer

In Hamburg wird über eine Plakataktion in den S-Bahnen diskutiert (Symbolbild)
In Hamburg wird über eine Plakataktion in den S-Bahnen diskutiert (Symbolbild)
Foto: Xim.GS/Imago

Hamburg. In der S-Bahn Hamburg bemerken Pendler häufig mehr oder weniger kreative oder interessante Werbeplakate. Jetzt sorgt eine Plakataktion allerdings für Aufruhr.

Schuld ist eine PR-Aktion, die eine Tierschutzinitiative in Hamburg gestartet hat.

Hamburg: Plakataktion sorgt für Aufruhr

Denn wer aktuell in Hamburg mit der S-Bahn fährt, dem kann es passieren, dass ihn plötzlich traurige Kuhaugen anschauen. Vielmehr: Kälbchen-Augen. Ein hinter Stallgittern eingepferchtes Kälbchen ist nämlich das Hingucker-Motiv der Plakate.

Die stammen von der „Vegetarischen Initiative“ und sollen die Menschen dazu bringen, sich deren Argumente für eine vegetarische oder vegane Ernährung durchzulesen.

Hamburg: Vorwürfe von Tierschutzgruppe

Und die klingen durchaus überzeugend. Die Initiative schreibt auf ihre Plakate:

  • dass männliche Kühe oft schon kurz nach der Geburt zu Fleisch verarbeitet würden, weil sie keinen Profit in Form von Milch bringen
  • dass Milchkühe nach rund vier Jahren völlig ausgezehrt seien und nach einem traurigen Leben geschlachtet werden
  • dass Milchkühe und ihre Kälber meist direkt nach der Geburt getrennt würden und oft noch tagelang verzweifelt nacheinander rufen

Hamburg: Bauernverband ist empört

Diese Darstellungen gefallen dem Bauernverband gar nicht. Dort ist man der Meinung, in einem falschen und schlechten Licht dargestellt zu werden.

-------------------

Mehr News aus Hamburg:

-------------------

„Warum gibt die Deutsche Bahn solchen Behauptungen eine Bühne?“, fragt Martin Lüdeke vom Hamburger Bauernverband in der „Bild“-Zeitung. Er züchtet selbst Rinder. Und zumindest in einem Punkt widerspricht er den Aussagen der Initiative – ein bisschen.

Hamburg: Berechtigte Kritik oder Diffamierung?

Es geht ihm um die männlichen Kälber. „Das klingt so, als würden die jungen Tiere sofort nach der Geburt umgebracht. Männliche Kälber werden frühestens nach acht Monaten geschlachtet“, so Lüdeke. Na denn...

Acht Monate Lebenszeit für ein Tier, das eigentlich bis zu 22 Jahre alt werden kann. So empfindlich wie die Bauern auf die Vorwürfe reagieren – ganz von der Hand weisen lassen sich die Hinweise der Vegetarier-Initiative dann irgendwie doch nicht. (wt)