Hamburg: DIESEN Fund machten Archäologen bei einer der bekanntesten Kirchen der Stadt – so etwas haben sie noch nie gesehen

Forscher machten bei einer Ausgrabung eine sensationelle Entdeckung.
Forscher machten bei einer Ausgrabung eine sensationelle Entdeckung.
Foto: Archäologisches Museum Hamburg

147 Meter ist es hoch und befindet sich mitten in der Innenstadt. Die Rede ist vom St. Nikolai Mahnmal am Hopfenmarkt. Zerstört wurde die Kirche im Zweiten Weltkrieg während eines verheerenden Feuers. Trotzdem gehört die neogotische Ruine zu den höchsten Bauwerken in ganz Hamburg. Was viele allerdings nicht wissen: Unweit des Mahnmals gibt es noch eine weitere Nikolai-Kirche!

Diese wurde 1195 in einer Schenkungsurkunde erstmalig erwähnt. So wirklich zu sehen ist sie heutzutage aber nicht mehr. Denn während des „Großen Brands“ von Hamburg im Jahre 1842 wurde das Gebäude so stark beschädigt, dass es abgerissen werden musste. Lange war es um die Kirche still. Doch bei Ausgrabungen haben Archäologen jetzt einen spektakulären Fund gemacht, den es so noch nie gegeben hat. Dieser wird in einer Ausstellung präsentiert.

Hamburg: DAS haben die Archäologen gefunden

Die Ausgrabungen der Archäologen reichen bis in das Jahr 2006 zurück. Damals führten sie die Arbeiten am Hopfenmarkt an der „Neuen Burg“ durch.

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Dabei stießen die archäologischen Mitarbeiter auf hölzerne Grundpfeiler. Wie sich später herausstellte, waren diese das Fundament der alten Nikolai-Kirche. Für die Archäologen war das wahrlich ein Sensationsfund!

Denn: Von der alten Nikolai-Kirche war bis dahin kaum noch etwas übrig. „Nach dem verheerenden Brand wurden die Überreste des Bauwerkes wie Steine, Ziegel oder Beton verkauft“, erklärt Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg.

Nur die fundamentalen Pfähle blieben am Ende an Ort und Stelle stehen. Das Holz der abgebrannten Kirche ließ sich nämlich nicht ganz so gut verkaufen.

Neue Erkenntnisse für die Archäologen aus Hamburg

Für die Archäologen bedeutet das gleich doppelt Glück. Die Pfähle waren nämlich, trotz ihres hohen Alters, sehr gut erhalten. Sogar so gut, dass die Altertumsforscher aus dem Holz datieren konnten, wann der Baum dafür gefällt wurde.

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Das führte dazu, dass die Archäologen neue Erkenntnisse darüber gewannen, in welchem Jahr welcher Abschnitt fertiggestellt wurde.

Die Geschichte der alten Nikolai-Kirche wurde ziemlich auf den Kopf gestellt. „Die Baugeschichte muss korrigiert werden", erklärt Weiss MOIN.DE. „Wir haben mit einer Kirche im Boden nicht gerechnet.“

Weitere Überraschung in Hamburg

2014 machten die Altertumsforscher einen erneuten Sensationsfund. Bei Ausgrabungen auf dem Friedhof der Gemeindemitglieder von St. Nikolai stießen sie unter anderem auf Kinderspielzeuge, Fußabdrücke und Grabsteintafeln. Auch diese Grabung war für Weiss ein „spannender Prozess“.

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Die Funde geben nämlich Aufschluss über das Leben der Kirchenmitglieder. Von diesem war bis zur Ausgrabung kaum etwas bekannt. Wirklich dokumentiert haben die Gemeine Mitglieder ihren Alltag für die Nachwelt nicht.

Vor allem ein ausgegrabenes Spielzeugpferd findet Weiss interessant. Dieses zeige nämlich, dass selbst Kinder der damaligen Zeit von Ritten fasziniert waren und diese bewundert haben. „Kinder gehen in der Geschichte leider verloren“, sagt Weiss. Umso mehr freut er sich daher über die überraschenden Funde.

Ein neues Stück Geschichte für Hamburg

Mit den Ausgrabungen wird zudem ein großes Stück Mittelalter-Geschichte von Hamburg wiederbelebt. In der Hansestadt gibt es nämlich keine mittelalterlichen Kirchen und Gebäude im Stadtbild.

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Das hat einerseits mit dem „Großen Brand“ und mit der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg zu tun. Zum anderen wurden früher aber auch viele mittelalterlichen Gebäude auf Wunsch der reichen Kaufleute aus Hamburg gegen neue ausgetauscht.

Mit den Überresten der alte St. Nikolai ändert sich das jedoch. Das Mittelalter wird mitten in Hamburg erstmals wieder sichtbar.

Ausstellung im Mahnmal in Hamburg

Wer sich selbst von den spannenden Funden der Archäologen überzeugen will, hat jetzt die Möglichkeit dazu. Denn vom 2. September bis zum 22. November 2020 findet im Kellergewölbe des Mahnmals St. Nikolai eine Ausstellung in Kooperation mit dem Archäologischen Museum Hamburg statt.

Hier können die Funde der Altertumsforscher genauestens unter die Lupe genommen werden. Aber auch Wissenswertes zur Geschichte der alten Nikolai Kirche und der „Neuen Burg“ bekommen Besucher geboten.

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Die Ausstellung richtet sich dabei nicht nur an Touristen, betont Weiss. „Es ist eine Ausstellung für die Bürgerinnen und Bürger aus Hamburg. Für ihr Mittelalter, für ihre Geschichte.“

Geöffnet hat das Mahnmal für alle Interessierten von 10.00 bis 18.00 Uhr im September. Ab Oktober verkürzt sich die Öffnungszeit dann auf 17.00 Uhr. Tickets für Erwachsene kosten fünf Euro. Kinder zahlen nur drei Euro. Im Preis der Eintrittskarte ist außerdem die Fahrt zum Aussichtsturm des Mahnmals enthalten.