Hamburg: Demo zieht durch die Stadt – plötzlich reagieren Häftlinge aus einem Gefängnis

Der Demonstrationszug am Mittwochabend in Hamburg.
Der Demonstrationszug am Mittwochabend in Hamburg.
Foto: Rene Schröder

Für heute ist in Hamburg nach einem sehr langen und aufwendigen Prozess gegen die „Drei von der Parkbank“ die Urteilsverkündung angesetzt. Den Angeklagten wird vorgeworfen, in der Jahresnacht des G20-Gipfels mehrere Brandstiftungen geplant zu haben. Sie wurden letztlich durch Zivilbeamte auf einer Parkbank gestellt.

Am Mittwochabend versammelten sich 400-500 Linksaktivisten in der Feldstraße in Hamburg, um gegen den Prozess und die seit 1,5 Jahren andauernde Inhaftierung in der U-Haftanstalt zu demonstrieren. Zu der Versammlung hatte unter anderem die Rote Hilfe aufgerufen.

Hamburg: Beifall von Inhaftierten

Der Demonstrationszug zog durch das Schanzenviertel und vorbei an den Messehallen bis vor die Untersuchungshaftanstalt am Holstenglacis.

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Während der Demonstration wurde Feuerwerk von Dächern entlang der Demostrecke und aus dem Demozug gezündet. Die Polizei begleitete den Zug. Die Abschlusskundgebung an der Untersuchungshaftanstalt fand unter Beifall der Inhaftierten am Fenster der Zellen statt.

Während der Abschlusskundgebung brannten in der Schanzenstraße plötzlich Autoreifenbarrikaden auf der Straße. Die Flammen des Feuers waren so heiß, dass sogar der Asphalt an der Brandstelle schmolz.

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Die Polizei nahm den Fall auf.

Hamburg: Demonstranten fordern Freispruch

Die Teilnehmer trugen Transparente mit den Parolen „Festung Europa einreißen – Freiheit für die drei von der Parkbank“, „Klassenkampf – jetzt erst richtig“ und „Feuer und Flamme der Repression“.

Die drei Angeklagten – zwei Männer im Alter von 32 und 28 Jahren sowie eine 29-jährige Frau – sollen zum zweiten Jahrestag des G20-Gipfels am 8. Juli vergangenen Jahres möglichst zeitgleiche Brandanschläge an vier Orten in Hamburg geplant haben.

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Unter den Zielen war nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch das Wohnhaus von Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD).

Hamburg: Urteil soll am Donnerstag fallen

Die drei übrigen Ziele sollen Geschäftsräume und ein Fahrzeug zweier Immobilienunternehmen gewesen sein.

Die drei Beschuldigten waren nachts in einem Park im Stadtteil Eimsbüttel von zivilen Polizisten festgenommen worden, bevor sie zur Tat schreiten konnten. Das Landgericht will am Donnerstag das Urteil verkünden. Die Verteidigung fordert Freispruch. (mit dpa)