Hamburg: Schrecklicher Parasitenbefall bei Eichhörnchen – jetzt kämpft es um sein Leben!

Mit ein paar Eichhörnchen auf dem Balkon hat alles begonnen.
Mit ein paar Eichhörnchen auf dem Balkon hat alles begonnen.
Foto: MOIN.DE

Hamburg. Natur mitten in der Großstadt: Wer in Hamburg einen Park in der Nähe hat oder ein paar Bäume vor der Haustür, sieht sicher häufiger Eichhörnchen. Dass die putzigen Nager aber auch oft in lebensgefährliche Situationen geraten, ist den wenigsten Menschen bewusst.

Felix und Christopher Gedanke von der „Eichhörnchenhilfe Eilbek“ in Hamburg kümmern sich um verletzte und kranke Tiere. In ihrer Wohnung päppeln sie die Nager wieder auf. Ohne die beiden Pfleger würde den Eichhörnchen ein qualvoller Tod bevorstehen.

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Hamburg: Eichhörnchen auf dem Balkon

„Es hat mit der Liebe zu den Tieren angefangen“, erzählt Felix Gedanke. Als er und sein Ehemann vor ein paar Jahren die ersten Nager auf ihrem Balkon beobachteten, informierten sie sich ausgiebig über die Tiere.

Bei mehreren Besuchen in der Eichhörnchen-Schutz-Station Eckernförde stellten die beiden fest, dass ein Bedarf an Eichhörnchen-Pflegern besteht.

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„Es gibt jedes Jahr eine gewisse Zahl von kleinen Tiere, die gefunden und aufgezogen werden müssen“, erklärt Felix Gedanke im Gespräch mit MOIN.DE.

Eichhörnchenhilfe in Hamburg nahm Drillinge auf

Schnell reifte in ihm und Christoph der Entschluss, den Nagern zu helfen. Es folgte ein langer Entscheidungs- und Ausbildungsprozess, bis das Ehepaar im Winter 2019 offiziell mit ihrer Station an den Start gehen konnten.

Im Winter 2019 statteten sie sich mit den entsprechen Utensilien aus. Die ersten Patienten nahmen sie im März 2020 auf – gleich zu Beginn ein spektakulärer Fall: Drillinge, die von ihrer Mutter getrennt wurden.

Seitdem haben die beiden 71 Eichhörnchen gepflegt und aufgepäppelt, davon zahlreiche Jungtiere. „Das ist relativ viel gewesen“, sagt Felix.

Tier aus Wohlers Park in Hamburg kämpft um sein Leben

Von da an gab es keinen Tag mehr, an dem sich nicht mindestens ein Eichhörnchen in der Wohnung des Ehepaars befandet. Momentan kümmern sie sich um zwei Tiere: Kalle und Momo. Letztere kämpft immer noch ums Überleben.

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Ein Herr hatte den geschwächten Nager im Wohlers Park gefunden und mit der bloßen Hand greifen können – höchst besorgniserregend bei Tieren, die normalerweise sofort vor Menschen fliehen.

Diagnose: „Sie war fast blutleer“, erzählt Felix Gedanke MOIN.DE. An ihrem Körper hatten sich tausende Parasiten festgesaugt. Die Badewanne, über der sie das von den Blutsaugern befreiten, sei danach pechschwarz gewesen. „Das war wirklich richtig schlimm“, so die Retter.

Tierarzt in Hamburg vor einem Rätsel

Außerdem hatte das Eichhörnchen offensichtlich ein Problem im Darm. Aber woran der Nager genau leidet, konnte auch ein Tierarzt nicht feststellen.

Ob Momo überlebt, war völlig unklar – auch heute ist sie noch nicht über den Berg. Vor einigen Tagen stellten die Tierpfleger schon wieder Parasiten, genauer gesagt Milben, bei ihr fest.

Eichhörnchen aus Hamburg „auf einem guten Weg“

Aber: „Sie ist auf einem guten Weg“, sagt Felix Gedanke. Immerhin hat sie bereits 40 Gramm zugenommen und scheint sich dank Antibiotika von der Darmerkrankung langsam zu erholen.

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„Häufig ist das Wichtigste für die Tiere, dass sie Ruhe bekommen“, erläutert Felix Gedanke. Das helfe dem Immunsystem enorm weiter. Damit die Eichhörnchen ungestört den Genesungsprozess durchmachen können, sei es notwendig, „die Tiere temporär aus der Natur zu entnehmen“.

Dabei schreibt der Gesetzgeber eigentlich vor, dass Eichhörnchen, die in der Wildnis nicht mehr überleben können, eingeschläfert werden sollen.

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Eingriffe in die Natur sind eben nicht gerne gesehen. Aber Felix Gedanke räumt ein, dass es umgekehrt erst durch menschliche Eingriffe in die Natur zu den vielen Notfällen komme, beispielsweise durch Baumarbeiten.

Hamburg: „Vom Menschen schnell wieder entwöhnen“

Der menschliche Kontakt, besonders bei Jungtieren, sollte so gering wie möglich gehalten werden. Je nach Alter oder Gesundheitszustand bleiben die Tiere drei bis sechs Wochen bei den Pflegern.

„Es ist wichtig, sie vom Menschen auch relativ schnell wieder zu entwöhnen“, betont Felix Gedanke. Wenn der Fluchtreflex der Eichhörnchen einsetzt und sie wieder vor den Menschen zurückschrecken, sei der Zeitpunkt für die Auswilderung erreicht.

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Dann kommen sie in eine riesige Freiluft-Voliere in Bergedorf, um sich dort noch ein paar Wochen an die Wildnis zu gewöhnen. Anschließend dürfen die Tiere das Gehege verlassen.

Pfleger aus Hamburg rund um die Uhr im Einsatz

Felix und Christoph müssen ihren kompletten Alltag um die kleinen Nagetiere herum organisieren. Besonders wenn im Frühjahr vermehrt Jungtiere kommen, bedeutet das harte Arbeit.

„Sie müssen alle zwei bis drei Stunden gefüttert werden – auch nachts“, erklären die Wildtierpfleger. Auch der Sommerurlaub bleibt dabei auf der Strecke.

Hamburg: „Die Tiere geben unheimlich viel zurück“

Außerdem muss das Ehepaar regelmäßig nach Bergedorf pendeln, um die Außenvoliere zu säubern. Alles kein Problem für die Jungs. „Wir machen das gerne“, sagt Christoph Gedanke MOIN.DE.

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Sein Mann fügt hinzu: „Die Tiere geben unheimlich viel zurück. Das entschädigt für die anstrengende Arbeit.“ Eine größere Herausforderung sind die Finanzen.

Bei Notfällen in Hamburg Kontakt zu Experten suchen

Die Kosten für die Ausstattung liegen im fünfstelligen Bereich. Daher ist die Eichhörnchenhilfe auf Spenden angewiesen. Auf ihrer Facebook-Seite kannst du mehr über die Eichhörnchenhilfe erfahren.

Wer selbst ein verletztes oder krankes Tier findet, sollte laut Christoph Gedanke bloß keine Selbstversuche machen. „Kuhmilch ist tödlich für die Eichhörnchen“, warnt er.

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Das Tier am besten mit einer Decke in einen Karton packen und sofort Kontakt mit einem Experten, wie dem Eichhörnchen-Notruf aufnehmen.