Hamburg: Einem historischen Denkmal in der Stadt geht es an den Kragen – DAS ist passiert

Panorama von den Landungsbrücken und Hamburg-Altona.
Panorama von den Landungsbrücken und Hamburg-Altona.
Foto: imago/Joko

Hamburg. Unweit der Reeperbahn in Hamburg steht auf einem kleinen Hügel eine riesige Statue aus Stein, die schon von weitem gut zu sehen ist: Das Bismarck-Denkmal. Und Bismarck, der ist umstritten. Nicht erst seit heute, aber in dieser Zeit etwas mehr, weil Menschen aktuell in den USA alte Denkmäler einreißen.

Der alte Bismarck in Hamburg bekam jetzt auch sein Fett weg. Zwar nicht die große Statue in der Nähe der Reeperbahn, aber dafür eine kleinere Ausgabe in Altona.

Hamburg: Bismarck ist jetzt rot

Auf Twitter wird ein Bild verbreitet, auf dem die Statue rot eingefärbt zu sehen ist.

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Das Denkmal wurde „farblich etwas aufgehübscht“ heißt es. Das sehen allerdings nicht alle so harmlos: Die Staatsschutzabteilung der Polizei ermittelt nämlich jetzt.

Einige Menschen hätten die Bismarck-Statuen gerne aus dem Stadtbild entfernt. Jene in der Nähe der Reeperbahn wird allerdings stattdessen für mehrere Millionen Euro saniert, was hauptsächlich der Bund bezahlt.

Vorfälle in den USA

In den USA wurden zuletzt mehrere Christoph-Kolumbus-Statuen von Demonstranten attackiert. Zum Beispiel in Richmond:

Kolumbus wird schon im Schulunterricht für seine Entdeckung Amerikas gefeiert, Kritiker hingegen sehen ihn als grausamen Besatzer und Sklavenjäger.

Debatte um Bismarck

Und Bismarck? Auch um ihn debattieren Historiker seit Jahrzehnten. Er wird dafür gepriesen, dass er unter anderem die wichtige Krankenversicherung einführte, der erste Reichskanzler war und eine staatliche Einheit schaffte.

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Kritiker sagen: Er führte Kriege, sei einer der Wegbereiter von Hitlers drittem Reich gewesen und kämpfte als Konservativer erbittert gegen die Sozialdemokratie- und Arbeiterbewegung.

Streitfälle um Denkmäler

Es ist nur eine von vielen Debatten um den Umgang mit historischen Erinnerungen.

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In der Stadt Lübeck zum Beispiel entschied man letztes Jahr, dass der „Hindenburgplatz“ umbenannt wird.

Ähnlich wie Kolumbus und Bismarck ist Hindenburg historisch gesehen eine ebenso streitbare wie an mehreren Stellen angreifbare Person. So ernannte er Hitler zum Reichskanzler und war Chef der Oberen Heeresleitung im ersten Weltkrieg.

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Auch in vielen anderen Städten wurden schon Hindenburgplätze umbenannt.

(rg)