Hamburg: Eiskalte Welpen-Mafia unterwegs – DAS ist die Masche der Betrüger

Auch in Hamburg werden Welpen verkauft, denen dann ein grausames Schicksal droht (Symbolbild)
Auch in Hamburg werden Welpen verkauft, denen dann ein grausames Schicksal droht (Symbolbild)
Foto: imago images/ITAR-TASS

Hamburg. Eigentlich wissen die meisten Menschen es ja: Man sollte keine Tiere im Internet kaufen! Besser ist es, ins Tierheim zu gehen (in Hamburg zum Beispiel ins Franziskustierheim oder in die Süderstraße), oder sich an einen verantwortungsvollen Züchter zu wenden.

Aber es kommt leider trotzdem viel zu oft vor, dass sich Menschen von Angeboten im Internet verlocken lassen. Ein Tierheim bei Hamburg richtet jetzt deswegen einen dramatischen Appell an die Öffentlichkeit.

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Hamburg: Drei todkranke Welpen

In dem Tierheim in der Stadt Henstedt-Ulzburg wurden drei winzige Welpen abgegeben, alle todkrank.

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Die Helfer teilten auf Facebook das Foto eines kleinen Hundes: „Das ist Juri. Juri ist tot. In den letzten zwei Wochen bekamen wir insgesamt drei Welpen, circa sechs Wochen alt, alle erkrankt an Parvovirose“, schreibt das Tierheim zu dem Bild. Herzzerreißend.

Welpen in Hamburg haben Parvovirose

Parvovirose ist eine gefährliche Viruserkrankung. Normalerweise werden Welpen durch Antikörper in der Muttermilch davor geschützt – nimmt man sie der Mutter jedoch zu früh weg, fallen die Antikörper im Blut schnell ab und machen eine Ansteckung mit der schlimmen Krankheit möglich.

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Man kann (und sollte!) Hunde zudem gegen das Parvovirus impfen lassen.

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Welpenmafia in und um Hamburg

Doch keiner der drei kleinen Welpen im Tierheim Henstedt-Ulzburg war geimpft. Das ist bei deren Herkunftsgeschichte auch nicht überraschend. Leider.

Wo kommen die todkranken Hundebabys her? „Aktuell ist ein gewissenloser Welpenhändlerring, hauptsächlich in Hamburg, aber auch in Norderstedt, am Werk“, erklärt das Tierheim.

Händler in Hamburg mit raffinierter Masche

„Er schaltet Anzeigen in einem bekannten Online-Portal. Und wir reden hier von einer großen Anzahl von Tieren, nicht nur 10 oder 20.“

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Meist könne man skrupellose, kommerzielle Tierverkäufer anhand der schlechten Rechtschreibung in den Anzeigen, des niedrigen oder extrem überteuerten Kaufpreises oder der Info, dass die Tiere nicht geimpft seien, erkennen. Das sei in diesem Fall aber anders.

So geht die Welpenmafia in Hamburg vor

Die Hunde-Mafia gehe sehr „professionell“ vor, warnt das Tierheim Henstedt-Ulzburg. Die Masche ist raffiniert: „Alle paar Tage wird der Account gelöscht und ein neuer entsteht.

Die Welpen werden mit einem liebevollen Text angepriesen, natürlich sind alle geimpft und die Elternteile sind bekannt, oft sogar reinrassig. Sie können manchmal sogar besichtigt werden.

Der Verkaufspreis liegt in der Regel über 700 Euro, also sollte man doch meinen, dass es sich hier um eine seriöse Quelle handelt, nicht wahr? Vor allem, wenn der Anbieter einen weiblichen Namen hat.“

Händler in Hamburg erfinden Ausreden

Aber: In den Anzeigen ist alles gelogen. Von vorn bis hinten: „Nimmt man dann Kontakt auf, wird als erstes die Impfung revidiert. ,Der Tierarzt sagt, es ist zu heiß dafür', ist eine beliebte Ausrede.“

Corona sei dann später Schuld daran, dass die Käufer leider nicht zum Verkäufer nach Hause kommen können, sondern man sich irgendwo anders treffen müsse.

Hamburg: Zwei der Welpen gestorben

Warum es falsch ist, bei solchen mafiösen Welpenhändlern Tiere zu kaufen, sieht man am Schicksal der drei kleinen Welpen in Henstedt-Ulzburg.

Nach dem kleinen Juri starb auch seine Schwester. Der dritte Welpe kämpft um sein Leben, es sieht nicht gut aus für ihn. Dazu kommt, dass auch die Mutter der Welpen ein schreckliches Leben führen dürfte.

Hamburg: Hund als Gebärmaschine

In einen dunklen Keller gesperrt, dient sie den Händlern nur als Gebärmaschine. Die Welpen werden ihr jedes Mal viel zu früh weggenommen, weil sie dann kleiner und „süßer“ sind und sich leichter verkaufen lassen.

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„Der Händler wird zurzeit polizeilich verfolgt, wir hoffen, dass er bald festgesetzt wird“, schreibt das Tierheim Henstedt-Ulzburg.

Aber es warnt auch: „Solange immer noch Menschen dieses Geschäft unterstützen, werden immer weiter massenhaft Welpen im Ausland produziert.“ (wt)