Hamburg: Erbitterter Streit im Tierpark Hagenbeck – „Noch schrecklicher“

Keine Besucher, doch hinter den Kulissen im Tierpark Hagenbeck in Hamburg ist trotzdem einiges los.
Keine Besucher, doch hinter den Kulissen im Tierpark Hagenbeck in Hamburg ist trotzdem einiges los.
Foto: picture alliance/dpa

Ärger im Tierpark Hagenbeck in Hamburg! Schon seit Längerem liegen die Mitarbeiter in einem erbitterten Streit mit ihrem Chef (MOIN.DE berichtete).

In dem Konflikt im Tierpark Hagenbeck in Hamburg scheint noch lange keine Einigung in Sicht. Nun haben die Angestellten sich erneut zu Wort gemeldet.

Hamburg: Einnahmen bleiben aus, Tierpark-Mitarbeiter in Angst

Wie auch alle anderen Freizeiteinrichtungen, ist der Tierpark extrem von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Seit Wochen sind die Eingänge versperrt, bis auf Spenden bleiben die Einnahmen aus.

Die Beschäftigten setzten trotzdem ihre Arbeit fort, denn die Tiere müssen weiterhin versorgt werden.

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Daten und Fakten zu Hagenbeck:

  • Insgesamt mehr als 1.850 Tiere leben in den Gehegen und der Parkanlage im Tierpark Hagenbeck
  • Im Tropen-Aquarium leben auf 8.000 Quadratmetern mehr als 14.300 weitere Tiere
  • 29 bedrohte und seltene Tierarten leben im Tierpark Hagenbeck
  • Hagenbeck ist der einzige in Familienhand befindliche Tierpark Deutschlands
  • 41.000 Euro Gesamtkosten müssen pro Tag gedeckt werden

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Viel größer sind aber offenbar die internen Probleme, von denen nun das „Hamburger Abendblatt“ berichtet. Mehreren Mitarbeitern zufolge herrsche im Park ein völlig vergiftetes Betriebsklima.

Die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, der Betriebsrat von Hagenbeck und viele Mitarbeiter sehen demnach den neuen Geschäftsführer Dirk Albrecht in der Schuld. „Vorher war es furchtbar, aber jetzt ist es noch schrecklicher“, zitiert das „“ einen Mitarbeiter. Der neue Chef, der die Geschäfte im April 2020 übernommen hatte, sei ein „Alleinherrscher“, es würden Druck, Angst und Schikane herrschen. Einige Beschäftigte verglichen Albrecht sogar mit Donald Trump.

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Tierpark Hagenbeck: Gewerkschaft sieht schwere Verstöße

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte es große Aufregungen um die Verhandlungen über die Kurzarbeiterregelung gegeben. Ein Besuch der Gewerkschaft in Hagenbeck gipfelte damals sogar in einem Polizeieinsatz.

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Die Gewerkschaft wirft Albrecht schwere Verstöße gegen das Betriebsverfassungsgesetz vor. Der Chef selbst äußerte sich auf Anfrage der Zeitung nicht zu den Vorwürfen, sprach in der Vergangenheit aber von „Missverständnissen“.

Für viele Mitarbeiter ebenfalls unverständlich: Allen Portiers und Kassenangestellten wurde zunächst gekündigt. Nur Albrechts Sohn wurde davon ausgelassen, er überbrachte die schlechte Nachricht zudem an weitere Angestellte. „Das zeugt schon von sehr schlechtem Stil“, zitiert das „Abendblatt“ eine Betroffene.

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Mittlerweile hat es zwar eine Einigung in Bezug auf die Kurzarbeit gegeben. Zehn von elf Kündigungen wurden demnach wieder zurückgenommen. Verhärtet sind die Fronten zwischen der Geschäftsführung und den Mitarbeitern aber nach wie vor.