Hamburg: SIE spricht über ihre Zukunft beim „Großstadtrevier“ – „Ich lebe im Hier und Jetzt“

Bea Swietczak
Das Team vom Großstadtrevier: (v.l.n.r.): Lukas Petersen (Patrick Abozen), Nina Sieveking (Wanda Perdelwitz), Frau Küppers (Saskia Fischer), Harry Möller (Maria Ketikidou), Nils Sanchez (Enrique Fiß), Daniel Schirmer (Sven Fricke) und Helmut Husmann (Torsten Münchow, r.).
Das Team vom Großstadtrevier: (v.l.n.r.): Lukas Petersen (Patrick Abozen), Nina Sieveking (Wanda Perdelwitz), Frau Küppers (Saskia Fischer), Harry Möller (Maria Ketikidou), Nils Sanchez (Enrique Fiß), Daniel Schirmer (Sven Fricke) und Helmut Husmann (Torsten Münchow, r.).
Foto: ARD/Thorsten Jander,

Wenn an diesem Mittwoch Familie und Freunde anrufen, um zu gratulieren, werden sie Maria Ketikidou nicht erreichen. Denn das Geburtstagskind muss den ganzen Tag arbeiten. In einer schicken Villa in Hamburg wird eine neue Folge von „Großstadtrevier“ gedreht. Die Location ist nur noch bis zum Ende der Woche verfügbar. Da kann sie nicht einfach früher das Set verlassen, wenn schnell alles im Kasten sein muss.

Dabei ist es ein besonderer Geburtstag in Hamburg. Denn „Mary“, wie sie enge Freunde nennen, wurde 1966 geboren und ist am Mittwoch 55 Jahre alt geworden.

Hamburg: Durcharbeiten trotz Geburtstag

Selbst nach Drehschluss wird keine Zeit für eine kleine Feier sein. Dann ist Text lernen angesagt. Am Donnerstagmorgen geht es wieder früh raus. Der Fahrdienst holt die Schauspielerin um 6.45 Uhr in ihrer Wohnung in der Nähe der Schanze ab. Danach klärt Maria Ketikidou, alias Polizeihauptmeisterin „Harry“ Möller, wieder auf ihre charmante Art als Zivilfahnderin Verbrechen auf.

+++ Jan Fedder: Unikat aus seinem Nachlass wird versteigert – es stammt von seinem Bauernhof +++

Ist sie traurig, dass sie den Tag nicht zelebrieren kann? „Nein, ich habe nicht mal meinen Fünfzigsten groß gefeiert. Da war ich nur im kleinen Kreis essen“, erzählt Maria Ketikidou MOIN.DE.

„Dieses Mal feiere ich dann quasi mit dem Team auf der Arbeit. Normalerweise versucht die Produktion, dass der Drehplan für das Geburtstagskind einen freien Tag vorsieht. Aber dieses Mal geht es einfach nicht. Die Woche ist nämlich besonders vollgepackt und anstrengend. Ich arbeite bis Samstag durch.“

---------------

Das ist das „Großstadtrevier“:

  • Das „Großstadtrevier“ ist eine deutsche Fernsehserie, die in der ARD ausgestrahlt wird
  • Gezeigt wird der Polizeialltag im Hamburger Stadtteil St. Pauli und auf dem Kiez
  • Im Mittelpunkt stehen dabei die Beamten des fiktiven 14. Polizeikommissariats/PK14
  • Sie wird seit Mai 1984 von Studio Hamburg produziert und umfasst aktuell 452 Episoden in 33 Staffeln
  • Die erste Episode wurde am 16. Dezember 1986 ausgestrahlt

---------------

Hinzu kommt noch, dass die Schauspielerin ihre zweite Impfung gegen Corona bekommt. „Auch das wäre ein Grund, den Drehplan umzustellen. Aber es ist nicht möglich. Ich hoffe, dass ich trotz Impfung noch auf den Beinen stehen kann“, lacht die Darstellerin. „Das wird anstrengend. Trotzdem organisiere ich Kuchen. Das ist bei uns immer so üblich, wenn einer Geburtstag hat.“

Hamburg: „Der ist total nett und lustig“

Seit 1994 ist Maria Ketikidou beim „Großstadtrevier“ dabei. Sie ist eine tragende Säule der beliebten NDR-Serie, die vom Studio Hamburg produziert wird. Natürlich neben dem unvergessenen Jan Fedder (†64), mit dem „Mary“ auch privat sehr eng befreundet war. „Wenn er Geburtstag hatte, war ich immer abends dabei. Und umgekehrt genauso“, erinnert sie sich.

Jetzt spielt sie an der Seite des gebürtigen Hamburgers Enrique Fiß (28), der ihren Streifenpartner Nils Sanchez mimt. Wie kommen die Beiden miteinander klar? „Der ist total nett und lustig. Er ist aufmerksam, emphatisch, frisch, natürlich und ein Teamplayer“, ist Mary voll des Lobes für ihren jüngeren Kollegen.

+++ Judith Rakers: Als Elton bei „Wer weiss denn sowas?“ DAS macht, schmollt sie – „Dann mal los“ +++

„Wir kommen sehr gut aus. Wir reiten dieselbe Welle. Oft denken wir uns auch für die Szenen etwas zusammen aus, was wir einbringen wollen. Das macht total Spaß mit ihm.“

Hamburg: Kein Ende in Sicht

Wie lange will sie noch beim „Großstadtrevier“ mitmachen? „Ich lebe im Hier und Jetzt“, sagt sie ohne lange zu überlegen. „Zurzeit bringt es mir großen Spaß und ich habe nichts auszustehen. Im Gegenteil. Darüber, dass irgendwann mal Schluss sein könnte, denke ich gar nicht nach.“

--------------------

Das ist Maria Ketikidou

  • Die Schauspielerin wurde 1966 in Hagen geboren
  • Ihre Eltern sind Griechen und kamen Ende der 50er Jahre nach Deutschland
  • Sie wuchs mit ihrem inzwischen verstorbenen Bruder in Itzehoe in Schleswig-Holstein auf
  • Als Jugendliche zog ihre Familie nach Hamburg um
  • Mit 15-Jährige bewarb sie sich ohne Vorkenntnisse um eine Rolle.
  • Sie bekam die Hauptrolle als Rocksängerin in einem Ruhrgebietsfilm
  • Sie machte Abi, wollte studieren und Journalistin werden
  • Doch sie bekam Rollenangebote, die sie nicht ablehnen konnte
  • Darunter: Sterne des Südens, Soul Kitchen, Die Pfefferkörner
  • Ketikidou lebt allein zwischen St. Pauli und der Schanze.

--------------------

Es wartet noch viel Arbeit auf Maria Ketikidou. Denn in diesem Jahr wird es keine wie sonst übliche Sommerpause geben – weil sich durch die Pandemie alles verschoben hat und einiges aufzuholen ist.

„Wir werden bis Oktober durcharbeiten“, verrät sie. „Von der letzten Staffel haben wir wegen des Lockdowns vier Folgen aufzuholen.“ Der Zuschauer bekommt davon nichts mit.

Für ihn ist die Sommerpause die Zeit, in der er die üblichen Wiederholungen sehen kann. Im Oktober sind die jetzt aufzuholenden Folgen zu sehen.

--------------------

Mehr News aus Hamburg:

--------------------

Indes freut sich die Schauspielerin mit den griechischen Wurzeln aber schon auf Sonntag, ihren einzigen freien Tag. Wie verbringt sie ihn? „Meine beiden Eltern leben ja auch hier in Hamburg“, sagt sie.

„Ich bringe sie zum Flughafen. Sie fliegen in ihre Heimat und verweilen den Sommer dort. Und wir werden auf meinen Geburtstag nachträglich anstoßen, denn auch sie kann ich leider vorher nicht treffen.“