Hamburg Hafen: Die krassesten Zoll-Funde! Taschenlampen aus China waren in Wirklichkeit etwas ganz anderes

Zoll-Beamte auf einem Containerdeck im Hafen Hamburg bei der Überprüfung eines Frachtschiffs.
Zoll-Beamte auf einem Containerdeck im Hafen Hamburg bei der Überprüfung eines Frachtschiffs.
Foto: dpa

Hamburg. Drogen, Waffen, gefälschte Markenturnschuhe, Plagiate von Uhren- und Designertaschen, Zigaretten sowie andere Waren, die illegal eingeführt werden sollen – auf all das machen die Zoll-Spezialisten im Hafen Hamburg Jagd.

Zunehmend zum Problem werden aber auch Waren, die aus anderen Gründen gesundheitsgefährdend sind – wie Kinderspielzeug und Elektroartikel. Vieles kann bei Gebrauch Verletzungen nach sich ziehen. Aber die Schiffe werden immer größer, transportieren noch mehr Container in den Hafen von Hamburg – das macht den Job für Polizei und Zoll immer anspruchsvoller.

Hafen Hamburg: Zoll entdeckt 600 Taschenlampen mit Elektroschock-Funktion

Im Mai 2019 fanden Zoll-Beamte bei der Kontrolle eines Containers aus China 600 Taschenlampen mit Elektroschock-Funktion. Vom Hamburger Hafen aus sollten die Waren nach Polen transportiert werden.

Die Waffen waren zu jeweils 60 Stück in zehn Kartons verpackt und als kleine Taschenlampen mit Schmuckverzierungen getarnt. „Die Taschenlampen mit Elektroschockfunktion verstoßen gegen das Waffengesetz und hätten bei Gebrauch gefährliche Verletzungen hervorrufen können“, sagte Oliver Bachmann, Sprecher des Hauptzollamts Hamburg, damals.

Rekord-Fund im Hafen: Zoll stellt 4,5 Tonnen Kokain sicher

Der mit Abstand größte Coup gelang dem Hamburger Zoll im Juli 2019. Dabei überprüften Einsatzkräfte einen verdächtigen Container aus Uruguay, der für Antwerpen bestimmt war. Laut der Ladepapiere sollte er mit Sojabohnen beladen sein.

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Doch was die Ermittler fanden, war weit wertvoller: 211 schwarze Sporttaschen, befüllt mit 4.200 Paketen voller Kokain. Insgesamt stellten die Zoll-Beamten so 4,5 Tonnen des weißen Pulvers sicher. Ein absoluter Rekordwert in Deutschland.

Der Straßenverkaufswert der sichergestellten Drogen wird auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt, da es sich um sehr reines Kokain handelte. Den bis dahin größten Fund gab es im Jahr 2017. Damals beschlagnahmte der Zoll 3,8 Tonnen Kokain bei drei Aktionen im Hafen.

Die Zoll-Jahresbilanz 2018:

  • gefälschte Waren im Wert von fast 200 Millionen Euro beschlagnahmte der Zoll
  • rund 75 der gefälschten Waren stammen aus China oder Hongkong
  • besonders häufig werden Bekleidung, Schuhe, Handtaschen, Sonnenbrillen oder Schmuck gefälscht
  • neben mehr als drei Tonnen Kokain zog der Zoll 2018 fast neun Tonnen anderer Drogen aus dem Verkehr

Nur wenige Wochen später: Zoll findet weitere 1,5 Tonnen Kokain

Im August 2019 – und damit nur wenige Wochen nach dem Rekord-Fund von 4,5 Tonnen Kokain – verzeichnete der Hamburger Zoll einen weiteren Erfolg gegen den internationalen Drogenhandel. Dabei durchsuchten Beamte einen Container aus Brasilien, der Tabakwaren geladen hatte. Auch er sollte nach Antwerpen weitertransportiert werden.

Dieses Mal stellte der Zoll 64 Sporttaschen mit 1.575 Paketen Kokain sicher. Auch hier wurde ein sehr hoher Reinhaltsgehalt festgestellt, sodass laut Zoll „ein Straßenverkaufswert von etwa 350 Millionen im Raum steht“.

Gefälschte Geschenke im Hamburger Hafen

Pünktlich zur Import-Saison für Weihnachtsgeschenke stellte der Hamburger Zoll im Oktober 2019 über 22.000 Markenfälschungen sicher. Ursprünglich sollte bei der Einfuhr nur geprüft werden, ob die Waren über vorgeschriebene Prüfsiegel verfügen.

Doch die Verpackungen und die Produkte waren von einer derart schlechten Qualität, dass die Zoll-Beamten schnell Fälschungen vermuteten. So flog der Schwindel auf.

Die Produktpalette glich dabei einem Kaufhaus-Katalog: Die Plagiate erstreckten sich von Bekleidung über Gamecontroller, Lautsprecherboxen, diverse Spielzeuge bis hin zu Werkzeugen. Sogar E-Liquids, die in E-Zigaretten verdampft werden, waren dabei. Einer falsche Zusammensetzung dieser Stoffe kann die Gesundheit erheblich gefährden.

Schmuggel meist nur noch im großen Stil

Zurzeit hat das Hauptzollamt in Hamburg rund 2.000 Stellen. Vom Koffer eines Kreuzfahrtpassagiers bis hin zum Containerriesen – die Beamten nehmen alles unter die Lupe.

Die wohlwichtigste Erkenntnis der vergangenen Jahre ist dabei: Geschmuggelt wird heutzutage meist nur noch im großen Stil. Und: Der Großteil der Schiffer hält sich an die Gesetze – na, wenn das mal keine gute Nachricht ist.