Hamburg Hafen: Seeleute brauchen dringend Hilfe! Diese Idee ist ihre Hoffnung

Susanne Hergoss vom Seemannsheim in Hamburg will Geld für die Unterstützung armer Seeleute sammeln
Susanne Hergoss vom Seemannsheim in Hamburg will Geld für die Unterstützung armer Seeleute sammeln
Foto: epd/Imago

Hamburg. Die meisten Menschen, die in Hamburg und Norddeutschland als Seeleute auf den großen Pötten und am Hafen arbeiten, sind keine sorglosen, blonden Charmeure à la Hans Albers, sondern hart schuftende Profis, meist aus ärmeren Ländern.

Oft stammen die Seeleute etwa von den Philippinen und sind für relativ wenig Geld viele Monate im Jahr ununterbrochen auf dem Schiff unterwegs. Seit dem Ausbruch des Corona-Virus ist dieses Leben noch einmal härter geworden. Deshalb möchte eine Frau aus Hamburg ihnen helfen.

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Hafen Hamburg: Jetzt brauchen auch die Helfer Hilfe

Susanne Hergoss ist die Geschäftsführerin des Seemannsheims Krayenkamp. Mit dem Team der Seemannsmission betreibt sie unter anderem auch den Seemannsclub „Duckdalben“ am Hafen, in dem die Seeleute zumindest für ein, zwei Stunden mal eine Pause vom Schiffsalltag einlegen können. Kaffee trinken, E-Mails an die Familie schreiben, Billard mit Kollegen spielen.

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Daten und Fakten zum Hafen Hamburg:

  • Der Hamburger Hafen ist ein offener Tidehafen an der Unterelbe der Freien und Hansestadt Hamburg (Eröffnung: 7. Mai 1189)
  • Der Hamburger Hafen ist der größte Seehafen in Deutschland und der drittgrößte in Europa (hinter Rotterdam und Antwerpen)
  • Gesamtfläche des Hamburg Hafen: 7.200 Hektar (ca. 10 Prozent der Fläche Hamburgs)
  • Gesamtumschlag im Jahr 2019: 136,6 Millionen Tonnen (davon 93,9 Millionen Tonnen Container)
  • 210 Schiffsanläufe an drei Kreuzfahrt-Terminals brachten 2019 rund 810.000 Passagiere in die Hansestadt

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Doch seit Corona ist das oft nicht mehr möglich. Die Schiffsbetreiber haben Angst, dass ein Mitarbeiter das Virus vom Landgang mit an Bord bringt und der ganze Betrieb durch Erkrankungen und Quarantänen ins Stocken gerät.

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Das käme den Reedereien nämlich teuer zu stehen. Die pragmatische, aber harte Lösung: Viele Reedereien haben ihren Crews Landgänge komplett verboten. Monatelang.

Hafen Hamburg: So hart traf Corona die Seemänner und ihre Helfer

Susanne Hergoss sagt: „Keiner rechnete damit, dass unser Alltag derart berührt werden würde. Viele Seeleute sind betroffen, müssen über ihre Vertragszeit hinaus an Bord bleiben oder in den Seemannsheimen lange auf ihre Rückflüge in die Heimat warten.“

In Hamburg gebe es viele Menschen und Einrichtungen, die helfen wollen. Doch auch das wird immer schwieriger. „Seemannsclubs sind im Notbetrieb und stehen unter wirtschaftlichem Druck.“ Damit diese also helfen können, brauchen sie selber Hilfe.

Hafen Hamburg: Mit dieser Idee soll Geld gesammelt werden

Und dafür will Hergoss jetzt sorgen. Mit einem „maritimen Adventskalender“ für den guten Zweck. Es handelt sich um einen klassischen Adventskalender, der mit einem stimmungsvollen Foto vom Hamburger Hafen bedruckt ist.

Das Besondere: Alle Einnahmen aus dem Verkauf gehen an die Seemannsmissionen Hamburg und Brunsbüttel, und zusätzliche Geldspenden zudem an leidende Kultureinrichtungen wie Theater, kleine Kinos, Musikclubs. Ab sofort ist er erhältlich: Pro Exemplar für fünf Euro.

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Zudem haben viele Unternehmen, besonders Reedereien und Hafenkonzerne, großzügige Sachspenden gestiftet, die an die Käufer der Kalender verlost werden. Jeder Adventskalender ist ein Los, mit dem man etwa eine Kreuzfahrt mit Hapag Lloyd oder eine teure Markenjacke gewinnen kann. Dazu muss man nur ab dem 1. Dezember täglich auf >> dieser Website die aktuelle Losnummer prüfen.

Hafen Hamburg: Corona erschwert Verkauf der Kalender

„In dieser besonderen Lage kann der Jubiläums-Kalender helfen und ein Zeichen setzen: Hinter seinen Türchen steckt Optimismus zur See“, freut sich Susanne Hergoss. Allerdings: Wie bekommt man die Kalender an den Mann bzw. die Frau?

„Hygienekonzepte machen den Direktverkauf bei uns schwer“, so Seemannsmissions-Sprecher Hergen Riedel zu MOIN.DE. Denn damit zumindest einige Seeleute noch in die Clubs und Heime dürfen, haben andere Besucher dort gerade keinen Zutritt.

Aber die Helfer wissen sich zu helfen: Per Telefon und E-Mail lässt sich der Kalender bestellen und kommt dann bequem per Post nach Hause. >> Hier findest du zahlreiche Adressen von Verkaufsstellen und Infos zur Bestellung!