Hamburg: Einwohnerin kommt nicht auf dieses Geräusch klar – „Folterei“

In der HafenCity in Hamburg nervt ein Geräusch am Überseeboulevard.
In der HafenCity in Hamburg nervt ein Geräusch am Überseeboulevard.
Foto: imago/CHROMORANGE

Mit wie viel Lärm müssen Menschen leben, die in eine Großstadt ziehen? Diese alte Diskussion wurde jetzt in der HafenCity in Hamburg entfacht. Beschweren sich zum Beispiel Menschen aus der Sternschanze am Schulterblatt über ausufernden Partylärm, so wird oft gesagt, sie hätten dort nicht hinziehen dürfen. Von der Reeperbahn und angrenzenden Straßen ganz zu schweigen.

Da das Partymachen aber derzeit fast unmöglich ist, beschwert sich eine Frau aus Hamburg nicht direkt darüber, sondern über „monotone Musik" eines Werbecontainers, die ihr extrem auf die Nerven gehe: „all day long Folterei", heißt es von der Frau auf Facebook. Unter ihrem Wohnhaus im Quartier steht ein großer schwarzer Kasten mit Neonlicht, aus dem die Musik zu dröhnen scheint.

Hamburg: Wie viel Lärm muss man ertragen?

Und so kommt in den Kommentaren unter ihrer Beschwerde, was kommen musste: „Ich frag mich immer wieder, warum ihr denn alle in der Stadt lebt, wenn ihr den Lärm nicht ertragen könnt. City bedeutet Lärm und nicht Ruhe", antwortet eine Frau.

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Die Reaktion eines Mannes folgt prompt: „Das sind exakt die Kommentare, die ich so liebe. Von Menschen, die nicht betroffen sind. Hey, selbst Schuld. Hätte sich die Kleine nicht so aufreizend angezogen, wäre das nicht passiert. Und in der City ist alles erlaubt. Respekt? Nur Uptown erlaubt."

Hamburg: Ton nervt Mann beim Gang zum Bäcker

„Selbst als Kunde beim Bäcker ging mir das auf den Keks. Und ich dachte so für mich: die armen Nachbarn.", springt ein weiterer Mann der Beitragsverfasserin bei.

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Genau wie eine Frau, die dort arbeitet: „Das gif zum Geräusch – heute den ganzen Tag im Büro. So muss es in etwa sein, wenn man LSD einnimmt." Dazu postet sie ein animiertes Bild, auf dem sich schwarze und weiße Balken drehend auf ein schwarzes Loch zubewegen.

Schiffslärm in Hamburg

Ein anderer Mann verweist auf die Beschwerden über Schiffe: „Zum Thema ,selbst Schuld’ gibt/gab es ja immer mal wieder Diskussionen in der HafenCity, indem man zunächst an/neben einen Traditionsschiffhafen zieht und sich dann ,beschwert’, wenn auch tatsächlich Lärm- und sonstige Emissionen – gegebenenfalls innerhalb zulässiger Grenzwerte – von den Traditionsschiffen ausgehen."

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Er meint, man müsse in einer Hafenstadt damit rechen, dass es Schiffe gebe, die Lärm machen. Auch könne man sich vorher informieren, in was für einem Gebiet man ziehe und welche Lärmpegel dort zugelassen seien.

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Die Verfasserin antwortet daraufhin, sie liebe ihre lebendige Nachbarschaft mit allem drum und dran und das solle auch so bleiben, „die Lautstärke oder Lärm hat mich auch nicht gestört, sondern die Monotonie".

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Vielleicht hat sie aber auch Glück: Kurz nach ihrer Beschwerde soll der Kasten angeblich abgebaut werden.

Große Diskussionen gibt es derweil auch an anderer Stelle in der Stadt. Der Grund: ein ziemlich beliebtes Viertel und ein schönes Denkmal sollen plattgemacht werden. Mehr dazu kannst du >>> hier lesen. (rg)