Hamburg: Sie war die Paris Hilton der Stadt, dann stellte sie auf vegan um – SO hat es sie verändert

Hamburg: Mit ihrem Bad in Mousse au Chocolat wurde sie auf einen Schlag berühmt.
Hamburg: Mit ihrem Bad in Mousse au Chocolat wurde sie auf einen Schlag berühmt.
Foto: picture-alliance / dpa

Sie ist die Mutter aller It-Girls. Früher ging keine Party ohne Ariane Sommer (44). Legendär ihr Bad in Mousse au Chocolat, durch das die Diplomatentochter 2001 deutschlandweit bekannt wurde. Danach pendelte sie zwischen ihren Wohnsitzen in Hamburg und Berlin.

Hier fehlte die attraktive Blondine auf keinem Event von Party-König Michael Ammer und machte die Nacht zum Tag. Sie war die Paris Hilton von Hamburg. Doch dieser Lifestyle hat sich ins absolute Gegenteil gewandelt.

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Hamburg: Ariane Sommer zieht es nach Beverly Hills

Inzwischen lebt Ariane Sommer mit ihrem Mann, dem US-Unternehmer Clay Kahler (56), in Beverly Hills als Veganerin, Buchautorin, Kolumnistin und Verfechterin eines ultragesunden Lebensstils.

Warum sie heute besser und jünger aussieht als früher, erzählt Ariane Sommer anlässlich des bevorstehenden Osterfestes beim Zoom-Interview mit MOIN.DE.

MOIN.DE: Frau Sommer, bei Ihnen ist es gerade morgens. Was haben Sie heute gefrühstückt?

Ariane Sommer: Ich habe einen grünen Pflanzensaft getrunken. Hauptbestandteil sind Grünkohlblätter. (Sie hält dabei ein Glas mit grasgrüner Flüssigkeit in die Zoom-Kamera und sieht dabei strahlend frisch aus).

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Das ist Ariane Sommer:

  • Ariane Sommer wurde 1977 in Bonn geboren.
  • Ihr Vater war Diplomat, so wuchs sie an vielen Orten auf: Neu-Delhi, Sierra Leone, Paris, Madrid, Miami.
  • Sie spricht fünf Sprachen und machte ihr Abi auf dem Internat Salem.
  • Anschließend studierte sie in Berlin Politikwissenschaft.
  • Mediale Aufmerksamkeit bekam sie als It-Girl, arbeitete als Model.
  • Sie moderierte u.a. Top of the Pops und studierte Schauspiel in London.
  • Seit fast 18 Jahren lebt sie in L.A.
  • Sie hat keine Kinder und ist in zweiter Ehe mit dem Unternehmer Clay Kahler verheiratet.

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Wie haben Sie früher in Hamburg gelebt?

Vor 20 Jahren war mein Leben komplett anders. Da habe ich wahnsinnig viele Fertigprodukte und morgens, mittags und abends Fleisch gegessen. Nachts habe ich gern beim Feiern Alkohol getrunken. Das war für mich völlig normal.

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Und heute?

Ich ernähre mich komplett vegan bis auf eine Ausnahme, nämlich Honig. Meine eigene Philosophie lautet: AVAP. A Vegan As Possible (wenn möglich vegan). Zuerst stellte ich auf vegetarisch um. Seit sechs Jahren bin ich Veganerin. Das hat mich komplett körperlich, geistig und emotional verändert.

Hamburg: Ariane Sommer hat ihr Leben komplett verändert

Was genau hat sich verändert?

Es beeinflusst alles. Ich bin am 9. März 44 Jahre alt geworden und bin in besserer Form als ich es vor 20 Jahren war. Ich fühle mich wohler, habe mehr Energie und bin leistungsfähiger.

Früher habe ich gefeiert, heute mache ich sechs Mal in der Woche Sport und brauche das richtig. Mein Körper brennt danach. Mein Geist ist leistungsfähiger. Ich kann lange Strecken am Stück arbeiten und mich auf ein Thema fokussieren. Zudem bin ich viel ausgeglichener.

Früher hatten Sie immer eine positive Ausstrahlung. War der Eindruck falsch?

Das habe ich mir nach außen nicht anmerken lassen. Aber mit Anfang 20 hatte ich oft mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen. Ich hatte Angstzustände und auch Depressionen.

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Zwar keine klinischen Depressionen, aber ich bin emotional oft in tiefe Löcher gefallen. Meine ganze Balance stimmte nicht. Ich habe das früher als normal abgetan und gedacht: da musst du halt durch.

Das soll mit der Ernährung zusammenhängen?

Ja, das ist doch logisch. Mein Körper war ständig gestresst, weil er immer mit schleichenden Entzündungen zu kämpfen hatte. Das wurde bei mir durch Milchprodukte und übermäßigen Fleischkonsum ausgelöst. Die Auswirkungen waren vielschichtig.

Vier bis fünf Mal im Jahr hatte ich eine Erkältung. Eine Grippe zwei bis dreimal im Jahr. Das fand ich normal, genauso wie meine Akne. Heute verhalte ich mich meinem Körper gegenüber liebevoll.

Hamburg: Ariane Sommer hat eine Osterbotschaft

Was war denn der Auslöser?

Es gab zwei. Nach meiner Partyzeit bin ich im Jahr 2002 von Deutschland nach London gezogen, nur eine weitere Station in meinem kosmopolitischen Leben. Da stellte ich fest, dass ich zwar genau die gleichen Produkte gegessen habe wie in Deutschland, aber mit anderen, englischen Inhaltsstoffen.

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Boah, wenn ich an das Weißbrot denke… Prompt habe ich zugenommen. Eine große, deutsche Tageszeitung zeigte das Foto und titelte: Die Sommer mit dem Winterspeck! Da wusste ich, ich muss etwas ändern.

Und der zweite Auslöser?

Von London aus bediente ich den deutschen Markt mit Kolumnen und TV-Beiträgen. Dabei lernte ich Dan Mathews kennen, einer der Anführer der Tierschutzorganisation Peta. Er hat so nett und informativ mit mir geredet, obwohl ich ihm mit meiner Lederjacke mit Pelzbesatz und der Lederhandtasche gegenüber saß.

Ich war von ihm fasziniert, weil er nicht gleich den Zeigefinger herausholte. Da wurde mir schlagartig klar: Ich sage immer, ich liebe Tiere, aber ich verhalte mich gar nicht danach. Wie kann ich zulassen, dass Menschen Tiere quälen, damit sie auf meinem Teller landen?

Nun steht das Osterfest mit Schlemmereien bevor. Was ist Ihre Botschaft?

Macht Euch eifrei! Mit viel Liebe genießen ohne unseren Mitlebewesen Leid anzutun. 40 Millionen Legehennen fristen ein unwürdiges Dasein. Zu Ostereiern gibt es viele Alternativen. Zum Beispiel wird Baiser aus Eiweiß gemacht.

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Stattdessen kann man den Saft von Kichererbsen aufschlagen. Beim Backen kann man statt Eiern eingeweichte Chiasamen verwenden. Wer es einfacher mag: Supermärkte führen tolle Ei-Ersatzpulver.