Hamburg: Junge Demonstranten sind stinksauer auf die Stadt – „Bringt nur Chaos in die Situation“

„Fridays For Future“-Aktivisten vor dem Veranstaltungsort des 10. ExtremWetterKongress in Hamburg.
„Fridays For Future“-Aktivisten vor dem Veranstaltungsort des 10. ExtremWetterKongress in Hamburg.
Foto: dpa

Hamburg. Es sollte die erste Großdemo in Hamburg nach dem Corona-Lockdown werden! Beim sechsten globalen Klimastreik wollte Fridays for Future (FFF) in drei Demonstrationszügen zur Abschlusskundgebung ziehen. Doch daraus wird nichts.

Denn statt der ursprünglich geplanten 10.000 Teilnehmer sollen am Freitag bei der Fridays-for-Future-Demonstration in Hamburg nur noch zwei Züge mit jeweils maximal 1.000 Teilnehmern zugelassen werden. Das macht die jungen Demonstranten sauer.

Hamburg: Verhalten der Sozialbehörde ist „verantwortungslos“

In einem Video, das Fridays for Future Hamburg auf Twitter teilt, kritisieren sie das Verhalten der Sozialbehörde als „verantwortungslos“. Die hatte entsprechende Auflagen angesichts der Corona-Pandemie erteilt, sagte ein Sprecher der Jugend-Klima-Bewegung am Donnerstag.

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Jetzt fordert FFF, dass die „unverhältnismäßige Entscheidung“ zurückgenommen wird. Neben der Reduzierung auf deutlich weniger Teilnehmer sollen die Demonstranten nämlich auch die geplante 1,5 Kilometer lange Abschlusskundgebung in der Ludwig-Erhard-Straße verzichten.

FFF-Sprecher Florian König: „Fatales Signal“ für Hamburg

„Offensichtlich habt ihr unser Infektionsschutzkonzept nicht verstanden“, sagt Aktivistin Annika Rittmann in dem Video. „Was ihr gerade tut, ist unverhältnismäßig, unverantwortlich und bringt nur Chaos in die Situation.“

Fridays for Future habe ein umfangreiches Infektionsschutzkonzept vorgelegt, „das die Sozialbehörde jetzt ignoriert“, meint auch FFF-Sprecher Florian König. „Wenn in Hamburg Tennis, Fußball und Dom vor Menschenmassen stattfinden dürfen, eine durchgeplante und sichere Demonstration aber nicht, wäre das ein fatales Signal.“

Versammlungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern in Hamburg verboten

Durch Abstand, Maske und Blockbildung wolle FFF eine sichere Demo garantieren. „Das was hier aber gerade passiert, bringt Chaos in die Sache und dadurch wird es für uns schwieriger die Infektionsschutzmaßnahmen durchzusetzen“, betont Rittmann.

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Das sind die Corona-Maßnahmen von FFF in Hamburg:

  • Maske tragen
  • Zwei Meter Abstand halten
  • Drei Demo Startpunkte
  • 1,5 Kilometer Endkundsgebungsfläche
  • Blockbildung
  • Corona Warn App installieren und aktivieren

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Ein Sprecher der Sozialbehörde hingegen erklärte, dass grundsätzlich Versammlungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern in Hamburg verboten seien. Eine Ausnahmegenehmigung sei aufgrund der Bedenken in diesem Fall nicht erteilt worden.

FFF Hamburg kündigt rechtliche Schritte an

Als Alternative sei den Demonstranten angeboten worden, im Anschluss an die Demonstrationszüge aus Altona und vom Berliner Tor getrennte Abschlusskundgebungen mit jeweils maximal 1000 Teilnehmern zu ermöglichen, sagte ein Polizeisprecher.

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Außerdem sei statt des dritten Demonstrationszugs, der ursprünglich an der Lombardsbrücke starten sollte, eine Menschenkette mit höchstens 1.000 Teilnehmern rund um die Binnenalster als „stationäre“ Kundgebung denkbar.

FFF kündigte jetzt rechtliche Schritte an. „Die kurzfristige Intervention der Sozialbehörde ist für uns nicht nachvollziehbar“, sagt König. Ein Eilantrag beim Verwaltungsgericht sei eingereicht. (mk mit dpa)