Hamburg: Masken in Bus und Bahn – was die Stadt hier macht, ist absurd!

Die Maskenpflicht gilt nach wie vor im öffentlichen Nahverkehr. Doch was droht eigentlich „Maskenverweigerern“ in Hamburg (Symbolbild)?
Die Maskenpflicht gilt nach wie vor im öffentlichen Nahverkehr. Doch was droht eigentlich „Maskenverweigerern“ in Hamburg (Symbolbild)?
Foto: imago/Jürgen Ritter & imago images/imagebroker

Ein Kommentar

Hamburg. In Schleswig-Holstein wurde gerade die Einführung eines satten Bußgeldes für Maskenverweigerer in Bus und Bahn beschlossen: 150 Euro kann das die Unverbesserlichen bald kosten. In Niedersachsen sind 150 Euro Strafe möglich. Und in Hamburg?

Da ist das Schlimmste, was einem Fahrgast ohne Maske im Nahverkehr in Hamburg passieren kann, der „Ausschluss von der Fahrt“. Das ist doch absurd!

Hamburg: Kein Bußgeld für Maskensünder

Natürlich, jeder versteht, dass das Maskentragen nicht unbedingt angenehm ist. Es ist Sommer, unter den Dingern schwitzt man natürlich. Aber letztendlich geht es in der Regel um vielleicht 30 Minuten am Stück, in denen man sich ja meist nicht einmal bewegen muss, da man sitzt oder steht.

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Und natürlich ist es unpraktisch, wenn man mit anderen gemeinsam unterwegs ist und sich in der Bahn unterhalten will. Übrigens die Situation, in der ich selbst die meisten „Maskensünder“ beobachtet habe: Da sitzen sie sich in der Bahn gegenüber und ziehen gedankenverloren beim Plaudern den Mundschutz unters Kinn. Da braucht es offenbar mehr Bewusstsein.

Und man kann sich auch mit Maske unterhalten, dann spricht man die paar Minuten eben mal etwas lauter. Geht doch zum Beispiel beim Bäcker auch.

In Hamburg größtenteils vernünftige Fahrgäste

Generell sind die Hamburger ja sehr vernünftig. Dafür sind sie ja berühmt, sozusagen. Ich bin regelmäßig mit der S1 unterwegs und habe dort nur wenige Male einen Mitfahrer ohne Maske gesehen – in allen Fällen fertige Typen, die von der Nacht zuvor und dem dazugehörigen Alkohol derart hinüber waren, dass man es ihnen nicht mal vorwerfen konnte. Also wirklich nicht konnte, wegen Delirium.

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Sonst: vorbildlich. Wem die Maske wirklich Probleme bereitete, älteren Fahrgästen beispielsweise, für die schon die paar Schritte zum nächsten Sitz anstrengend waren, trugen manchmal stattdessen einen durchsichtigen Gesichtsschirm. Auch eine Option, auf die man zurückgreifen kann.

Hamburg: Einmischen ist riskant

Aber dann fuhr ich einmal mit der S3. Vielleicht habe ich einen schlechten Tag erwischt, vielleicht liegt es an der Linie, ich weiß es nicht – aber allein bei zwei Fahrten sah ich fassungslos gleich mehrere Menschen ohne Maske, mit Maske unter der Nase und solche, die die Maske zum Unterhalten abnahmen. Und niemand sagte etwas.

Und da fängt das Problem an. Denn wer Maskenverweigerer noch so höflich bittet, doch bitte das Stück Stoff für ein paar Minuten übers Gesicht zu ziehen, darf mit heftiger verbaler Gegenwehr rechnen.

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Wer sich an diese Regel nicht hält, macht das nämlich in der Regel ganz bewusst: Er glaubt nicht an Corona, nicht daran, dass Masken schützen, hält die Anordnung für irgendeine ganz große Verschwörung, die irgendwas mit Bill Gates zu tun hat, oder glaubt, dass ER wegen seines besonders gesunden Lebensstils sowieso kein Corona bekommen kann und deshalb auch niemanden anstecken kann.

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Daten und Fakten zum Nahverkehr in Hamburg:

  • Der HVV wurde am 29. Februar 1965 gegründet
  • umfasst das Hamburger Stadtgebiet und umliegende Gebiete in Schleswig-Holstein und Niedersachsen
  • befördert laut eigenen Angaben rund 2,6 Millionen Fahrgäste am Tag
  • Es gibt 10.184 Haltestellen im Verbundgebiet
  • 763 Linien werden betrieben

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Okay, und dann sind da noch die Leute, die nicht verstanden haben, dass durch die Maske andere geschützt werden und nicht man selbst. Und die deshalb denken, es wäre ja IHRE Sache, ob sie eine tragen oder nicht. Ist leider falsch, es ist die Sache aller Umstehenden und -sitzenden!

Maskenverweigerer in Hamburg oft uneinsichtig

Ich habe selbst schon einen lautstarken verbalen Schlagabtausch an einer Haltestelle mitbekommen, in der ein renitenter Verweigerer darauf pochte, dass man sich doch bitte aus seinen Angelegenheiten raushalten solle und ja wohl nur ihn etwas angehe, ob er die Maske trägt oder nicht. Das war ganz offensichtlich jemand, der es nicht begriffen hat.

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Und solche Menschen schreckt es nicht ab, wenn sie eventuell mal in eine „Maskenkontrolle“ geraten sollten und vielleicht eine Haltestelle früher als geplant aus der Bahn geleitet werden. Dann gehen sie eben einmal um den Block und nehmen die nächste Bahn. Das ist doch keine Strafe!

Hamburg: Mehr Abschreckung nötig?

Zudem habe ich eine solche Kontrolle in Hamburg noch nie erlebt. Gelegentlich stehen an der Haltestelle ein paar HVV-Mitarbeiter in Warnwesten, aber ob deren Job die Maskenkontrolle ist, kann ich nicht beschwören. In einer Bahn selbst ist mir so etwas noch nie begegnet. Schade, eigentlich.

Gerade jetzt, wo der NDR vermehrte Klagen über die vollen S-Bahnen meldet, in denen sich die Fahrgäste viel zu dicht drängen. Gerade jetzt, wo Hamburg die höchste Zunahme an Corona-Fällen seit Ende April meldet.

In Hamburg sollten HVV und Politik jetzt handeln

Jetzt wäre auch für Hamburg der perfekte Zeitpunkt, endlich saftige Bußgelder für rücksichtslose Maskenverweigerer einzuführen, denn nur so lernen es manche Menschen vermutlich. Und damit das etwas bringt, müsste auch in den Bahnen kontrolliert werden.

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Vielleicht könnte die Stadt Hamburg hier mit einer Finanzspritze an den HVV nachhelfen, da dieser durch den Lockdown natürlich in diesem Jahr nicht unendlich Geld für zusätzliches Personal haben dürfte.

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Aber die Sicherheit der vielen Menschen, die täglich Bus und Bahn fahren (müssen), sollte es dem Senat schon wert sein, hier jetzt mal wirklich hart durchzugreifen und den Leuten klar zu machen, dass Corona kein Scherz ist.