Hamburg: Neue Corona-Regeln sorgen für Unverständnis – „Das ist ja wohl feinste Realsatire“

Ein Schild mit der Aufschrift „Maskenpflicht 12 - 22 Uhr Cover your mouth and nose!" weist zu Beginn der Straße Steindamm im Stadtteil Hamburg-St.Georg auf die Maskenpflicht hin.
Ein Schild mit der Aufschrift „Maskenpflicht 12 - 22 Uhr Cover your mouth and nose!" weist zu Beginn der Straße Steindamm im Stadtteil Hamburg-St.Georg auf die Maskenpflicht hin.
Foto: Markus Scholz/dpa

Hamburg. Seit Montag gibt es in der Stadt wieder mal neue Regeln zum Schutz vor einer Infizierung mit dem Coronavirus. Viele Menschen werden sie jeden Tag zu spüren bekommen, denn es gilt eine Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen – und dabei vorrangig an jenen Orten in Hamburg, an denen sich viele Bars befinden oder gerne mal einer getrunken wird.

Zu diesen Gebieten gehören beispielweise Teile des Mühlenkamps in Winterhude, die Reeperbahn und angrenzende Straßen oder auch die Landungsbrücken. Während die Maskenpflicht auf der Reeperbahn nur Freitag bis Sonntag und an Feiertagen gilt, muss bei den Landungsbrücken am Hafen von Hamburg auch Montag bis Freitag von 6 bis 18 Uhr die Bedeckung getragen werden.

Hamburg: Fehlt noch ein Ort in der Auflistung?

Ein Einwohner äußerte nun deutliche Kritik auf Facebook an der neuen Masken-Verordnung. Und zwar nicht, weil er sie für unnötig hält. Ganz im Gegenteil, er setze teilweise sogar freiwillig eine Maske auf, schreibt der Mann auf Facebook.

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Ihm fehlt aber etwas Wichtiges in der Verordnung. Und das ist die „Lange Reihe“.

Die ist ebenfalls bekannt als ein beliebter Party-Hotspot in der Stadt, an dem sich gerne getroffen wird und der im Sommer schon häufiger im Fokus stand, weil sich Anwohner über Gastronomen beschwerten, die die Regeln großzügig auslegten. Auch die Behörde wurde bei Kontrollen schon aktiv und bestrafte oder ermahnte Betreiber.

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Hamburg: Profitgier?

So schreibt der Mann: „Das ist ja wohl feinste Realsatire! Lange Reihe mit eng bestuhlter Aussengastronomie nicht dabei. An einigen Bars vorbei gehend setze ich freiwillig meine Maske auf. Im übrigen haben auch in St. Georg einige Gastronomen `die Einschläge noch nicht gehört`. Aus purer Profitgier treiben sie es so weit, bis es auch bei uns Alkoholverbot und Sperrstunde gibt.“

Den Vorwurf der Profitgier können viele Menschen allerdings nicht verstehen. „Finde ich etwas unpassend“, antwortet eine Frau und verweist darauf, dass viele Gastronomen und deren Mitarbeiter um ihre Existenz kämpfen. Dafür erhält sie sehr viel Zuspruch.

Ein anderer Mann findet es eher merkwürdig, dass die Spitalerstraße und Mönckebergstraße nicht mit in die neue Verordnung fallen. Auf der Langen Reihe empfinde er es nicht als so voll.

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Hamburg: Maskenpflicht ab Montag

Kritisiert wird die neue Regelung auch, weil sie in manchen Teilen der Stadt ziemlich kompliziert ist und beispielweise nur zwischen bestimmten Hausnummern einer Straße gilt.

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Seit Montagfrüh um 6 Uhr gibt es die Maskenpflicht an den Landungsbrücken – auch auf der Potonanlage. Am Steindamm in der Nähe der Langen Reihe gilt sie täglich von 12 bis 22 Uhr, genau wie am Steintorplatz und in der Stralsunder Straße.

Mehr zu allen betroffenen Gebieten kannst du >>> hier nachlesen. (rg)