Hamburg: Miese Masche! SIE wollen über Corona-Angst Leute anlocken

Der Verfassungsschutz warnt: Eine Organisation in Hamburg macht sich gerade die Angst der Menschen vor Corona zunutze (Symbolbild).
Der Verfassungsschutz warnt: Eine Organisation in Hamburg macht sich gerade die Angst der Menschen vor Corona zunutze (Symbolbild).
Foto: imago/Hoch Zwei Stock/Angerer

Sie stehen an Restaurants oder Geschäften in Hamburg. Und verteilen Heftchen mit dem Titel „Wie Sie die Ausbreitung von Krankheiten durch Isolation verhindern“. Doch dahinter steckt etwas anderes.

Es ist ein übles Spiel. Denn diese Organisation aus Hamburg macht sich die gesundheitlichen Risiken und Gefahren, die vom Coronavirus ausgehen, für ihre Zwecke zunutze. Sie möchte Menschen anlocken.

Hamburg: SIE nutzen das Thema Corona aus

Die Rede ist von der Scientology-Organisation. Sie versucht nach Einschätzung des Hamburger Verfassungsschutzes, die Corona-Pandemie für eine eigene angebliche Gesundheitskampagne zu nutzen.

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„Bei der Kampagne könnte zunächst auf ein sinnvolles Engagement geschlossen werden“, sagte Verfassungsschutzsprecher Marco Haase auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur.

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Seit 1997 wird Scientology bundesweit von den Verfassungsschutzbehörden beobachtet. „Sie versucht über das aktuell breit diskutierte Thema Corona und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen mit Menschen in Kontakt zu kommen“, sagt Haase.

Warnung an die Menschen in Hamburg

Die Broschüre, die an Restaurants und Geschäften verteilt werde, sei eingebettet in eine größere Kampagne samt Internetauftritt unter dem Titel „Stay Well“ („Bleib gesund“).

Wer solche Heftchen, Broschüren oder Flyer bekomme oder weitere Hinweise zur Scientology-Organisation geben wolle, könne sich per E-Mail (SO@Verfassungsschutz.hamburg.de) an den Verfassungsschutz wenden. Jeder Hinweis werde vertraulich behandelt.

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Seit jeher versuche Scientology, gesellschaftlich breit diskutierte oder akzeptierte Themen zu instrumentalisieren, zum Beispiel das Engagement gegen den Missbrauch von Drogen, sagte Haase. So stecke hinter dem Verein „Sag Nein zu Drogen - sag Ja zum Leben“ ebenfalls Scientology.

Zudem werbe die Organisation mit Flyern für ihren TV-Sender „Scientology TV“ und einen „Persönlichkeitstest“.

Rund 300 Anhänger in Hamburg

Scientology werde beobachtet, weil in einer von der Organisation angestrebten Gesellschaftsordnung zentrale Grundwerte wie die Menschenwürde sowie das Recht auf Gleichbehandlung eingeschränkt oder außer Kraft gesetzt würden.

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Die Zahl der Anhänger in Deutschland stagniert laut Verfassungsschutz bei 3500. Der Hamburger Scientology-Organisation wurden Ende 2019 etwa 300 Anhänger zugerechnet - nach 650 im Jahr 2010. (dpa/mk)