Hamburg: Mysteriöser Fund im Kanal – was machen DIE denn hier?!

Ein Mann macht einen mysteriösen Fund in einem Kanal in Hamburg (Symbolfoto).
Ein Mann macht einen mysteriösen Fund in einem Kanal in Hamburg (Symbolfoto).
Foto: imago images / Chris Emil Janßen & MOIN.DE (Montage)

Hamburg. Als ein Mann am Eilbekkanal in Hamburg entlang geht, kann er seinen Augen kaum trauen. Er hat etwas äußerst Überraschendes im Wasser des Kanals entdeckt. Sofort macht er ein Bild von seinem merkwürdigen Fund und teilt die Aufnahme in einer Gruppe auf Facebook.

Er ist sichtlich verwundert: „Schildkröten im Eilbekkanal?“, fragt der Mann aus Hamburg. Vielleicht wurden sie ja „ausgesetzt“ oder der „Klimawandel“ ist daran Schuld, mutmaßt er.

Hamburg: Was machen die Schildkröten da?

Doch mit seinen Vermutungen ist er auf dem falschen Dampfer. Denn gleich mehrere Mitglieder der Gruppe erklären ihm, dass die Schildkröten – genauer gesagt Sumpfschildkröten – in Hamburg heimisch sind.

Und nicht nur im Eilbekkanal soll es sie geben. „Bei uns in der Wilhelmsburger Dove-Elbe haben wir auch welche“, schreibt eine Frau. Eine andere habe die Schildröten ebenfalls im Park an der Wandse im Osten von Hamburg entdeckt. Im Planten un Blomen habe ein Mann die Tiere auch gesehen.

Überforderung bei Tierhaltern in Hamburg

Doch nicht bei allen Schildkröten handelt es sich um Europäische Sumpfschildkröten, betont ein Mann. „Das sind die Heimischen. Alle anderen wurden ausgesetzt“, schreibt er.

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Damit hat er nicht unrecht. Immer wieder kommt es vor, dass Besitzer sich mit den Tieren überfordert fühlen. Denn die Haltung der Panzertiere ist anspruchsvoll. In einem kleinen Aquarium wollen Wasserschildkröten nämlich nicht gehalten werden. Sie sind sehr stressempfindlich. Stattdessen wollen sie lieber in einem großen natürlichen Außengehege mit einem Teich wohnen. Die Panzertiere liebes es außerdem, zu buddeln.

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Ausgewachsene Tiere brauchen daher ein Gehege von circa zehn Quadratmeter pro Tier. Vor allem in Hamburg, wo Wohnraum sehr knapp ist, hat nicht jeder ausreichend Platz dafür. „Viele unterschätzen auch das Alter“, sagt Sven Fraaß, Sprecher des Hamburger Tierschutzvereins in einem Gespräch mit der „Morgenpost“ (Mopo). Demnach werden Schildkröten gerne mal bis zu 80 Jahre alt.

Augesetzte Tiere in Hamburg

Da wundert es kaum, dass einige Panzeriere an Seen, Teichen oder in Botanischen Gärten und Parks ausgesetzt werden. „Eigentlich gehören sie hier nicht hin. Einige Arten, wie die nordamerikanischen, können aber überleben“, erklärt Fraaß der „Mopo“ weiter. Mehr als 160 ausgesetzte Tiere lebten Anfang Juli im Tierheim an der Süderstraße.

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„Verantwortungslos“, findet eine Frau in der Facebook-Gruppe dieses Benehmen einiger Halter. Da kann man nur zustimmen. (kf)