Hamburg: Mann kann kaum glauben, was er in seinem Briefkasten findet – „Den allergrößten Dreck“

Über diese Post von Reichsbürgern hätte der Mann aus Hamburg gerne verzichtet.
Über diese Post von Reichsbürgern hätte der Mann aus Hamburg gerne verzichtet.
Foto: imago/Panthermedia/Gerhard Leber

Hamburg. Auf solche Post kann man getrost verzichten. In Hamburg ärgert sich ein Mann über den „allergrößten Dreck“, den er „je gelesen“ habe. Das klingt erstmal ganz schön hochtrabend – doch wer einen genaueren Blick auf den Zettel wirft, den der Mann im Briefkasten hatte, der wird sehen, dass sein Wutausbruch durchaus berechtigt ist.

Schon die Überschrift lässt nichts Gutes verheißen: „Die größte Täuschung aller Zeiten! Die ungelöste deutsche Frage“. Viele werden dann beim Blick auf das Foto darunter schon ahnen, um welches Thema es geht. Darauf zu sehen ist ein Bild des alten deutschen Reichstages. „Hatte jemand das auch heute in seinem Briefkasten?“, fragt der Mann aus Hamburg.

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Hamburg: Krude Theorien

Es geht nämlich mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit um die Reichsbürger-Szene, die in der Stadt scheinbar versucht, ihre kruden Theorien über Zettel in den Briefkästen zu verbreiten. Dass die immer gleichen, wirren Ansichten der Szene längst von Historikern, Gerichten oder Juristen widerlegt wurden, hält die Anhänger nicht ab, weiterzumachen.

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Und so steht auf dem Zettel geschrieben, die Bundesrepublik Deutschland sei kein völkerrechtlicher Staat und befinde sich bis zum heutigen Tage unter dem Besatzungsstatus der alliierten Siegermächte des Zweiten Weltkriegs.

Demnach müsste Hamburg immer noch unter Kontrolle der Briten stehen – ist das jemandem in den letzten Jahren aufgefallen? Wahrscheinlich eher nicht.

Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949 und das damit verbundene Ende der Besatzungszeit, die Pariser Verträge von 1955 mit der Aufhebung des Besatzungsstatuts oder das Ende der letzten Alliierten Vorbehaltsrechte mit der Wiedervereinigung 1990 – das alles interessiert Reichsbürger herzlich wenig.

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Hamburg: Falschinfos zu Waffenexporten

Und so geht es unter den neun Punkten munter weiter mit Falschbehauptungen. Neben Geschichts-Verdrehungen nennen die Reichsbürger auch aktuelle Themen. „Die BRD ist der finanzielle Motor und führender Rüstungsproduzent- & Exporteur für die Kriegsschauplätze weltweit“, heißt es.

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In der Tat zählt Deutschland laut des Friedensforschungsinstituts Sipri mit zu den größten Rüstungsexporteuren der Welt und sorgt durch Geschäfte mit Staaten wie zum Beispiel der Türkei oder den Vereinigten Arabischen Emiraten immer wieder für negative Schlagzeilen, wo die Waffen an die Armeen von autokratischen, kriegführenden Herrschern geraten.

Den größten Anteil weltweit an den wichtigsten Waffenexporten haben laut des Instituts aber die USA, gefolgt von Russland und Frankreich. Erst dann folgt Deutschland.

Hamburg: Wirrer Höhepunkt

Den wirren Höhepunkt bildet der letzte, neunte Punkt des Zettels. Dort heißt es, die Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001 in den USA seien der Aufbau einer „Neuen Welt-Ordnung“ als ein sogenanntes „5. Weltreich“ mit dem Ziel einer Sklavenhaltergesellschaft mittels Künstlicher Intelligenz gewesen.

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„Falls mal wieder das Klopapier knapp wird...“, kommentiert ein Nutzer das Posting des wütenden Mannes aus Hamburg dazu treffend. (rg)