Hamburg: Reporterin telefoniert mit „Milliarden-Mike“ – dann wird ihr klar, von wo er sich meldet

Peter Mike Wappler, besser bekannt als „Milliarden-Mike“, rief in der Redaktion von MOIN.DE in Hamburg an.
Peter Mike Wappler, besser bekannt als „Milliarden-Mike“, rief in der Redaktion von MOIN.DE in Hamburg an.
Foto: imago images / Chris Emil Janßen

Ein doch etwas ungewöhnlicher Anruf erreichte gerade die Redaktion von MOIN.DE in Hamburg. Denn er kam direkt aus dem Knast. Am Apparat: Peter Mike Wappler. Besser bekannt als Milliarden-Mike.

In der JVA Heidering bei Berlin verbüßt der 65-Jährige aus Hamburg derzeit eine Freiheitsstrafe. Er soll mit einem Komplizen rund 400.000 Euro ergaunert haben. Dafür verurteilte ihn das Hamburger Landgericht 2019 zu dreieinhalb Jahren.

Hamburg: Mike Wappler brach schon aus „Santa Fu“ aus

Die sitzt er locker auf der linken Pobacke ab, hat er doch in seinem Leben zusammengerechnet schon 18 Jahre hinter Gittern verbracht. Er saß auch schon in „Santa Fu“, wo er vor Beginn der Sicherungsverwahrung ausbrach und wieder gefasst wurde.

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Das ist Mike Wappler:

  • Peter Mike Wappler, alias „Milliarden-Mike“, wurde 1955 in Lübeck geboren.
  • Sein Vater war Antiquitätenhändler.
  • Er besuchte die Sonderschule und hat eine Lese- und Schreibschwäche, kann aber gut rechnen.
  • Nach der Schule jobbte er bei seinem Vater. Mit 18 Jahren wurde er Zuhälter in Hamburg.
  • Im Knast absolvierte er eine Lehre als Gebäudereiniger.
  • 2001 gründete er eine Model-Agentur.
  • 2013 erschien seine Biografie „Ich hab sie alle abgezockt“.
  • Er ist Single und hat einen Sohn.
  • Seine Hobbys: Boxen, Frauen, schnelle Autos, teure Uhren und sonstiger Luxus.

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Meist ging es bei seinen Taten um Betrug, Hehlerei und Urkundenfälschung. Seine Spezialität: Dinge verkaufen, die es gar nicht gibt wie zum Beispiel Villen an der Alster. Bei seinen Geschäften zeigte er sich immer sehr fantasiebegabt.

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Mal stellte er sich mit seinem Alias-Namen Ernst-August Mike Baron von Wappler vor. Ein anderes Mal gab er sich als sein eigener Zwilling aus und betrog sein Opfer ein zweites Mal.

Hamburg: „Milliarden-Mike“ sorgt immer wieder für Furore

So einige Milliönchen hat er während seiner Karriere als Betrüger schon ergattert. Einmal kam es aber ganz dumm. Unbekannte überfielen ihn und schossen ihn an. Tja, ist wirklich nicht leicht, so ein Gauner-Leben.

Doch davon erholte sich der Medien-affine Hochstapler schnell und machte immer wieder Furore mit Schlagzeilen wie „Zoll versteigert Luxus-Benz von Milliarden-Mike“, „Im Knast tragen sie mich auf Händen“ oder „Der Millionenbetrüger, der nichts bereut“.

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Sogar die als seriös geltende Wochenzeitung „Die Zeit“ adelte ihn mit einem mehrseitigen Dossier.

Hamburg: Mike Wapper stift Kommissarin aus dem Knast an

Einmal losgelassen, hat Mike Wappler ein Füllhorn an kuriosen Geschichten zu bieten. Selbst während seiner aktuellen Haftzeit bekam er Ärger mit der Justiz.

So soll er eine Kommissarin angestiftet haben, ihm sensible Personendaten aus dem Polizeicomputer zu besorgen und sie dafür fürstlich entlohnt haben. Das ist justiziabel. Doch er sieht es ganz easy.

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„Wir haben uns im Internet kennengelernt. Ich wollte schon immer mal mit einer Polizistin zusammen sein“, erzählte er der „Bild“. „Weil ich nett bin, hab’ ich ihr Geld für Sex gegeben. Sie verdient ja nicht so üppig bei der Polizei.“ Aber zurück zum Anruf aus dem Knast.

Hamburg: So läuft der Alltag von „Milliarden-Mike“ ab

Was gibt es denn diesmal spannendes? Und darf er von dort aus überhaupt einfach so telefonieren? „Na klar. Ich habe hier alles, ist ein Luxus-Knast mit Festanschluss“, erzählt er ganz fröhlich. „Ich kann rund um die Uhr telefonieren und habe sogar einen eigenen Fernseher.“

Ist ihm langweilig? „Geht so. Ich trainiere jeden Tag boxen, bin hier der Sport-Kalfaktor. Außerdem bekomme ich viel Fanpost. Vier bis fünf Briefe am Tag kommen von Granaten-Frauen. Eine ist eine reiche Bauunternehmerin aus Monte Carlo.“ Klingt eigentlich mehr nach Kur als nach Knast.

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„Das kann man so sagen“, lacht Milliarden-Mike. „Ist hier wie im Erholungsheim.“ Ein bisschen traurig ist er dann doch. „Wegen der Corona-Maßnahmen darf ich keinen Besuch empfangen.“ Aber das sind alles Nebenschauplätze.

Hamburg: „Milliarden-Mike“ hat DAS zu verkünden

Das wirklich Wichtige, das Milliarden-Mike zu verkünden hat, haut er am Ende des Telefonats raus: „Mein Leben wird verfilmt! Ich habe gerade einen Vertrag mit einer Berliner Produktionsfirma über elf Doku-Filme unterschrieben. Dafür bekomme ich einen sechsstelligen Betrag. Sobald ich aus dem Knast komme, fange ich an zu drehen“, erzählt er stolz.

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Auf diesem Instagram Bild sind zu sehen: Milliarden-Mike (li.) bei einem Boxkamp mit den Kiezianern Kalle Schwensen und Michel Ruge (r.).

„Außerdem habe ich eine Anfrage einer britischen Kino-Produktion, die mein Buch verfilmen will. Im Stil des Blockbusters ,Catch me if you can’ mit Leonardo di Caprio in der Hauptrolle.“ Blöd nur, dass er ja noch rund drei Jahre abzusitzen hat.

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„Nö, wenn ich Glück habe, komme ich nächstes Jahr im Oktober oder sogar früher raus“, verkündet Milliarden-Mike. Wie er das wohl wieder anstellt…?