Hamburg: Riesige Insel vor der Stadtgrenze entdeckt – das muss passieren, damit dort Menschen leben können

Im Wasser neben der Hamburger Hallig Neuwerk tauchte etwas Neues auf...
Im Wasser neben der Hamburger Hallig Neuwerk tauchte etwas Neues auf...
Foto: Dieter Mendzigall/Imago

Es kommt nicht mehr oft vor, dass Forscher wortwörtliches „Neuland“ entdecken, unbekannte Flecken Land. Jetzt aber gelang das: Im Wattenmeer vor Neuwerk, eine Enklave von Hamburg, die 120 Kilometer von der Stadt entfernt in der Nordsee liegt, ist eine ungewöhnlich große Sandbank entstanden.

Jan Dube von der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft in Hamburg verrät im Gespräch mit MOIN.DE: „Die Sandbank liegt westlich der Inseln Scharhörn und Nigehörn im Hamburgischen Wattenmeer. Sie ist etwa 600 Hektar groß.“

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Hamburg: Riesige Sandbank entdeckt

Ganz neu ist die Entdeckung nicht: „Auf den ersten verfügbaren Satellitenbildern vor fünf Jahren linst die Sandbank schon leicht sichtbar heraus, wenn auch in anderer Gestalt und kleiner“, sagt Jan Dube.

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Dass sie aber derart schnell auf eine so beachtliche Größe anwächst, das überraschte die Wissenschaftler dann doch.

Ist Sandbank bei Hamburg schon eine Insel?

Viele Medien kündigten die Entdeckung bereits als „Hamburgs neue Insel“ an. Und auch, wenn das bei der Größe ein logischer Gedanke ist, stimmt das nicht ganz. „Auf der großen Sandbank gibt es noch keine Vegetation, tierische Gäste wie Robben oder Seevögel sind dort nur zeitweise zu beobachten“, erklärt Dube MOIN.DE.

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„Wie sich die Sandbank weiter entwickelt, ist offen. Die Entwicklung zu einer echten, eventuell sogar bewohnbaren Insel, würde aber eher Jahrzehnte dauern.“

Hamburg: Ohne Pflanzen keine Insel

Dazu müsste das Eiland nämlich von Pflanzen besiedelt werden, die den Sand durch ihre Wurzeln dann zusammenhalten, so dass die wachsende Insel eine stabile Grundlage hat.

Und ob dort jemals Menschen leben dürften, ist fraglich: „Sie liegt in der Zone I des Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer, dort gilt ein Betretungsverbot“, so Jan Dube.

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Aber was ist überhaupt der Unterschied zwischen Sandbank, Hallig und Insel? Der Experte erklärt: „Sandbänke ändern sich in ihrer Größe, Form und Ausrichtung durch Fluten, Sturm und Strömungen. Haben sie sich einmal in günstiger Lage und bei günstigen klimatischen Bedingungen etabliert, können auf ihnen Dünen entstehen.“

Hamburg hat keine Hallig!

Dann können aus ihnen echte Düneninseln werden. „Ein Beispiel für die Dynamik sind die Düneninseln Scharhörn und Nigehörn.“

Und eine schockierende Mitteilung fügt Dube noch hinzu: „Halligen dagegen sind kleine Marschinseln inmitten des Meeres. Sie liegen vor der Nordseeküste Schleswig-Holsteins. Neuwerk ist anders als oft vermutet keine Hallig sondern eine sandige Insel!“

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Die einzige Hallig der Hamburger ist also gar keine Hallig!

Sandbank bei Hamburg noch namenlos

Aber apropos Namen sollte die große Sandbank erhalten bleiben und vielleicht wirklich irgendwann zu einer Düneninsel anwachsen, wie wird sie dann heißen? „Einen Namen gibt es noch nicht“, gesteht Jan Dube. Den müssen die Experten sich nun erst einmal überlegen.