Hamburg: Was Menschen auf dieser Terrasse entdeckt haben, ist grauenhaft

Auf einer Terrasse in einem Hinterhof in Hamburg haben Menschen eine grauenhafte Entdeckung gemacht. (Symbolbild)
Auf einer Terrasse in einem Hinterhof in Hamburg haben Menschen eine grauenhafte Entdeckung gemacht. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / CHROMORANGE & HTV

Ein erneuter Fall von brutaler Tierquälerei an Hühnern erschüttert den Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V. (HTV). In einem Hinterhof in Hamburg-Finkenwerder machten Polizisten nach einem Hinweis die grauenhafte Entdeckung.

Auf einer Terrasse fanden die Beamten der Polizei Hamburg 14 Hühner, die in Blumenkästen hausen mussten. Die Tiere lagen teilweise „gestapelt“ übereinander in den beengten Behältern. Für ein Huhn kam sogar jede Hilfe zu spät.

Hamburg: Hühner hatten keinerlei Bewegungsfreiheit

Die Tiere hatten keinerlei Bewegungsfreiheit und stapelten sich zum Teil buchstäblich übereinander auf den harten Böden. Ein weiteres Huhn lag allein in einem Kasten. Es hatte kaum noch Gefieder und war sehr schwach.

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Als die Halterin nach dem Erscheinen der Beamten dazu kam, sagte sie, sie habe die Hühner wenige Stunden zuvor auf einem Bauernhof gekauft und würde sie nun dorthin zurückbringen. Dies wurde seitens der Polizei untersagt.

Ferner sagte die Frau, sie habe nicht gewusst, dass die Tiere so nicht gehalten werden dürfen. Bei den Hühnern handelt es sich um Tiere einer Mastrasse, sodass sie möglicherweise als „Vorrat“ zur späteren Schlachtung gehalten worden sind.

Hamburg: Tierschutzverein stellt Hühner sicher

Am selben Tag wurden die Tiere durch das Bezirksamt Hamburg-Mitte sichergestellt und ins Tierheim Süderstraße gebracht. Das einzeln gehaltene Huhn war leider so schwach, dass es kurz nach der Rettung verstarb.

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Die anderen Vögel waren zunächst matt, hatten kotverschmiertes Gefieder und bereits nackte Bäuche und Probleme beim Gehen. Ein Huhn hat zudem einen gebrochenen Flügel.

„Die etwa sechs Wochen alten Hühner konnten ihrem artgemäßen Verhalten wie Picken, Scharren oder im Sand zu baden nicht nachgehen, geschweige denn sich überhaupt bewegen. Sie haben teilweise Fehlstellungen an den Beinen und Füßen, was die Fortbewegung stark erschwert. Zudem weisen sie kaum Muskulatur auf, die nun aufgebaut werden muss“, erläutert die tierärztliche Leitung des HTV Dr. Urte Inkmann.

Hamburg: Hühner sollen sich im Tierheim erholen

Bei der Untersuchung in der tierheimeigenen Praxis des HTV zeigten sich die Hühner trotz der schlimmen Erfahrung sehr lieb und schmiegten sich im Anschluss müde an die Praxishelfer. Sie müssen sich jetzt erst einmal erholen.

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Im Tierheim wurde ihnen eine Unterkunft hergerichtet mit Einstreu, Stroh und allerlei Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Sandbädern, damit sich die Tiere wohlfühlen und mehr bewegen.

Das tote Huhn wurde vom HTV in Absprache mit der Behörde zur Sektion geschickt, um die Todesursache zu klären. Das Tier starb unter anderem an Befall mit Endo- und Ektoparasiten, welche starken Durchfall und eine Schwächung des Immunsystems verursacht haben.

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„In dem Fall der Hühner resultiert das Krankheitsbild ganz klar aus schlechter Haltung“, betont Dr. Urte Inkmann und verweist auf die Not vieler Hühner, die nicht artgemäß leben dürfen.

Tierschutzverein in Hamburg warnt vor gefährlichem Trend

Bereits im Dezember 2020 nahm das Tierheim Süderstraße vier Perlhühner, vier Haubenhühner und einen Haushahn sowie eine Laufente auf, die in klirrender Kälte in Kartons in einem Kleingartenverein sich selbst überlassen wurden.

Der Hamburger Tierschutzverein spricht daher von einem gefährlichen Hühner-Trend, der dazu führt, dass Hühner für den Eigenbedarf voreilig angeschafft, oft nicht artgemäß gehalten oder schnell wie Müll entsorgt werden.

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Um derartige Fälle zu vermeiden und im Ernstfall den betroffenen Tieren schnell helfen zu können, bittet der HTV die Menschen in Hamburg um Hilfe: Melden Sie jeden Verdacht auf Tierschutzverstöße beim HTV oder der Polizei.

Vor wenigen Tagen war in Hamburg ein verletzter Seeadler aufgefunden worden. Was ihm Schreckliches widerfahren war, erfährst du >>> hier. (mk)