Hamburg verschärft die Corona-Regeln – das hat vor allem für SIE fatale Folgen

Der Senat hat die Corona-Regeln für Hamburg deutlich verschärft.
Der Senat hat die Corona-Regeln für Hamburg deutlich verschärft.
Foto: imago images/Chris Emil Janßen

Hamburg. Die Corona-Zahlen in Hamburg steigen immer weiter. Die Hansestadt steht kurz vor der kritischen Marke von 50 und könnte in den kommenden Tagen zum Risikogebiet werden.

Der Senat will gegensteuern und hat am Freitag eine Reihe neuer Einschränkungen für Hamburg bekanntgegeben, die vor allem einer Branche regelrecht den Boden unter den Füßen wegziehen.

Hamburg: Barkombinat kritisiert Sperrstunde

Trotzdem werden die Maßnahmen ab Samstag verschärft: Sperrstunde von 23 bis 5 Uhr, außerdem darf in diesem Zeitraum nirgends Alkohol verkauft werden. Bei Zusammenkünften zu Hause sind höchstens noch 15 Menschen erlaubt. Zu Beginn der Woche wurde schon die Maskenpflicht an mehreren öffentlichen Plätzen eingeführt.

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Kritiker wie das „Barkombinat Hamburg" sagen, diese Maßnahmen würden nur dazu führen, dass Feiernde ihre Partys noch mehr nach Hause verlagern und dort in engen kleinen Räumen zusammenkommen.

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In der Gastronomie sind viele fassungslos über die Sperrstunde, die die Existenzsorgen wieder vergrößern wird und in Berlin nach einer Klage von Lokalbetreibern erst kürzlich gekippt wurde. Bürgermeister Peter Tschentscher erwartet aber nicht, dass das Gleiche in Hamburg passiert. Sie sei hier rechtssicher, sagte er.

Der Hamburger Senat führt Zusammentreffen, bei denen Alkohol getrunken wird, als Treiber der Neu-Infektionen auf. Aber auch nach einem normalen Essen im Restaurant könne es im weiteren Verlauf schnell viele Infizierte geben, sagte Leonhard.

Lieferdienste oder Schnellrestraurants dürfen in Hamburg auch nach 23 Uhr weiter Außer-Haus verkaufen. Für Fußballspiele gilt wieder die Grenze von 1.000 Zuschauern. Sinkt der Inzidenzwert unter 35, dürfen wieder mehr Menschen ins Stadion.

Hamburg: Nicht mit Symptomen zur Arbeit gehen

Zudem wurde vom Senat erneut an alle Arbeitnehmer appelliert, bei Erkältungssymptomen nicht zur Arbeit zu gehen, weil es immer wieder vorkomme, dass Infektionen dadurch weitergetragen würden.

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Auf St. Pauli soll laut Innensenator Grote am Wochenende eine Hundertschaft der Polizei im Einsatz sein. Die werde nicht eingreifen, wenn um 23.05 Uhr noch nicht alle Stühle der Bars und Restaurants hochgestellt seien. „Aber wird werden nicht drei Mal kommen", sagte er.

Das „Barkombinat" – ein Zusammenschluss von rund 80 Bars – postete bei Facebook am Freitag treffend zu den Maßnahmen das Gedicht „Sperrstund is" von Hans Moser. Es endet so: „Mein Lieber, nimm jetzt Abschied, ein für allemal."

Wahrscheinlich eine Anspielung darauf, dass manche Lokalitäten bald endgültig insolvent sind und nicht wieder aufmachen.

Die Linkspartei forderte am Freitagabend ein Hilfsprogramm für betroffene Geringverdiener aus der Gastronomie.

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Der Senat um Andy Grote machte in der Pressekonferenz im Rathaus am Freitagnachmittag keinen Hehl daraus, dass er wisse, wie hart die neuen Regeln für die Gastronomie seien. Aber die aktuelle Situation sei nun mal sehr ernst.

Hamburg: Maskenpflicht im Unterricht

Auch Schüler werden die neuen Maßnahmen wieder deutlicher zu spüren bekommen. Montag enden die Ferien. Schulsenator Ties Rabe sagte, die Schule sei ein sicherer Ort, weil sich die meisten Menschen außerhalb davon anstecken. In jeder Schulstunde solle stoßgelüftet werden. Das soll eine Infektion über Aerosole minimieren.

Bei Oberstufenschülern und an allgemeinbildenden Schulen gilt zudem jetzt eine Maskenpflicht im Unterricht. Auch bei Klausuren.

Hamburg will Pariser Zustände verhindern

In der älteren Bevölkerung würden die Infektionen wieder steigen, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher in der Pressekonferenz. Deswegen handle man jetzt.

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Hamburg müsse das verhindern, was um Deutschland herum gerade in Städten wie Madrid oder Paris passiere, appellierte der Bürgermeister in einer Ansprache an die Bevölkerung. In Frankreich gibt es eine nächtliche Ausgangssperre in Großstädten.

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Man sei in einer kritischen Phase der Pandemie und müsse die ältere Bevölkerung schützen, sagte Tschentscher. Auch die Wirtschaft könnte einen nächsten Lockdown nicht verkraften. Es komme jetzt auf alle an. (rg)