Hamburg: Was eine Haspa-Filiale hier gemacht hat, sorgt für heftige Kritik – „Menschenverachtend“

Die Haspa steht wegen ihres Vorgehens in Hamburg-Ottensen in der Kritik. (Symbolbild)
Die Haspa steht wegen ihres Vorgehens in Hamburg-Ottensen in der Kritik. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Hanno Bode

Drei große Blumenkübel aus Stein stehen seit Kurzem vor einer Filiale der Hamburger Sparkasse (Haspa) in Hamburg-Ottensen. Das hat zu teils heftiger Kritik geführt.

Obdachlose hatten vor der Filiale in Hamburg-Ottensen ihr Lager aufgeschlagen. Jetzt stehen dort Blumenkübel.

Hamburg: „Übel beschimpft“

„Leider war es vor unserer Filiale an der Ottenser Hauptstraße immer häufiger dazu gekommen, dass Kundinnen und Kunden von Obdachlosen übel beschimpft wurden“, sagt Haspa-Sprecherin Stefanie von Carlsburg auf Nachfrage von MOIN.DE.

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„Wir haben lange und intensive Gespräche mit den Obdachlosen geführt und nach einer gemeinsamen Lösung gesucht. Die Lage vor der Filiale hat sich dadurch aber leider nicht verbessert.“

Bereits Ende 2020 habe man daher im Dialog mit dem Ordnungsamt gestanden, so von Carlsburg. Gemeinsam mit dem Amt und der Polizei wurde die Lösung mit den Blumenkübeln gefunden. „Die Lösung mit den Blumenkübeln ist nun das Ergebnis eines Dialogprozesses“, zitiert das „Hamburger Abendblatt“ einen Pressesprecher des Bezirksamts Altona.

Seit vergangener Woche stehen sie nun vor der Filiale in Ottensen an der Ottenser Hauptstraße nahe des Spritzenplatzes – und haben teils starke Kritik hervorgerufen.

Hamburg: „Der öffentliche Raum einer Stadt gehört allen“

„Stoppt die Vertreibung Obdachloser Menschen aus dem öffentlichen Raum! Denn: Der öffentliche Raum einer Stadt gehört allen. Manche Menschen sind aber stärker auf ihn angewiesen als andere“, ist beispielsweise auf der Facebook-Seite von „Kein Mensch ist freiwillig obdachlos“ zu lesen.

In der Kommentarspalte drücken Menschen ihre Bestürzung aus, sie seien „enttäuscht“. Jemand beschreibt die Aktion als „beschämend“, ein anderer als „menschenverachtend“.

Zwischenzeitlich hatten Unbekannte „Vertreibung ist keine Lösung“ auf die Betonklötze geschrieben, was wieder entfernt wurde.

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Angesprochen auf die Kritik, sagt Unternehmenssprecherin Stefanie von Carlsburg: „Unsere Solidarität mit der Situation von Obdachlosen ist groß.“ Die Haspa setze sich seit vielen Jahren für das Wohlergehen von Obdachlosen in Hamburg ein, zum Beispiel für „Hinz&Kunzt“.

Hamburg: Sparkasse betont ihr Engagement

„Aktuell unterstützen wir den Verein ,Strassenblues', der Obdachlose von den Straßen holt und in Hotels unterbringt. Aber wenn harte Drogen vor den Augen von Kindern konsumiert werden und unsere Kundinnen und Kunden massiv belästigt werden und sich sogar bedroht fühlen, sehen wir uns zum Handeln gezwungen.“

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Weiter sagt von Carlsburg: „Ob die Blumenkübel zu einer Entspannung der Situation beitragen werden, wird sich zeigen.“ Die Kunden hätten darauf bereits positiv reagiert. (kbm)