Hund in Hamburg: Durch ebay-Handel sterben zahlreiche Welpen einen qualvollen Tod – „Unendlich traurig“

In Hamburg stirbt ein Hund nach dem anderen einen qualvollen Tod. Grund ist der skrupellose Welpenhandel über ebay.
In Hamburg stirbt ein Hund nach dem anderen einen qualvollen Tod. Grund ist der skrupellose Welpenhandel über ebay.
Foto: imago/Chris Emil Janßen & Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V.

Hamburg. Immer wieder wird davor gewarnt, sich einen Hund übers Internet zu kaufen. Trotzdem nutzen viele Tierfreunde, auch in Hamburg, eBay Kleinanzeigen für die Suche nach einem Welpen. Doch das kann schreckliche Folgen haben.

Denn oft stecken hinter den Anzeigen skrupellose Welpenhändler. Auch in Hamburg ist die Hundemafia tätig, kürzlich berichtete MOIN.DE über deren raffinierte Masche. Für den Hund endet der grausame Handel in den meisten Fällen mit einem qualvollen Tod. Der Hamburger Tierschutzverein (HTV) und der Tierschutz Henstedt-Ulzburg richtet deshalb einen dringenden Appell an die Öffentlichkeit.

Hund in Hamburg: Das ist die Masche

„Wir haben längst unsere Kapazitätsgrenzen erreicht, was die Aufnahme der notleidenden Welpen angeht“, sagt Sina Hanke von der Tierschutzberatung.

Dem HTV liegen diverse Aussagen von Käufern vor, die bewusst und systematisch getäuscht wurden.

Hund in Hamburg: Händler mit raffinierter Masche

Und zwar so: Während der Kommunikation mit den Welpenanbietern über ebay, die zunächst vermeintlich seriös erscheinen und angeblich geimpfte und gechippte Tiere im Alter ab acht Wochen anbieten, heißt es zunächst, auch das Muttertier könne besichtigt werden.

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Später jedoch stellt sich laut HTV schnell heraus, dass die Tiere noch nicht geimpft wurden. Die Muttertiere können, weil es für sie angeblich zu stressig sei, plötzlich nicht getroffen werden und aufgrund etwa der Corona-Maßnahmen wird eine Übergabe des Hundekindes draußen vor einem Wohnhaus oder in einem Hinterhof vorgeschlagen.

Hund in Hamburg: Elendiges Sterben

Verfloht, viel zu jung und zum Teil erbrechend (ein Hinweis auf die tödlich verlaufende, hoch ansteckende Viruserkrankung Parvovirose) werden die Welpen dann den Käufern übergeben, die scheinbar aus dem ganzen Norden anreisen.

Katja Vogel, Leiterin des vom Tierschutz Henstedt-Ulzburg betriebenen Tierheims, erzählt: „Es macht uns unendlich traurig, diese jungen Hunde so elendig sterben zu sehen, weil Menschen so egoistisch sind, ihr Tier um jeden Preis zu kaufen. Dem Welpenhandel muss ein Riegel vorgeschoben werden: durch ebay Kleinanzeigen selbst, als eine der größten Plattformen, aber auch mithilfe der Interessenten, die für dieses Tierleid nicht mehr bezahlen.“

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Hund in Hamburg: Welpen befreit

Vor wenigen Tagen wurden fünf Welpen aus den Fängen der Händler befreit – es kam es sogar zu Handgreiflichkeiten seitens der Welpen-Überbringerin (wir berichteten). Für einen der Winzlinge – sie war erst circa sechs Wochen alt und nicht mal 24 Stunden in Freiheit, kam leider jede Hilfe zu spät.

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Janet Bernhardt vom HTV hat deswegen klare Forderungen: „Das Welpensterben betrifft uns alle – in erster Linie jene, die sich ohne jede Rücksicht ein Hundekind anschaffen möchten. Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt oder Sie sehen, dass es einem Welpen schlecht geht, melden Sie sich bitte umgehend bei der Polizei oder unserer Tierschutzberatung. Ein Kauf hilft den Tieren nicht.“

Hinweise auf Tierschutzverstöße nimmt die Tierschutzberatung unter der 040 211106-25 montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr oder per E-Mail unter tierschutzberatung@hamburger-tierschutzverein.de entgegen. (rg)