HVV: Diese Bahn-Station in Hamburg sieht anders aus als alle anderen – eine Expertin verrät den Grund

Die U-Bahn-Haltestelle im HVV ist Teil der U3 im Norden von Hamburg.
Die U-Bahn-Haltestelle im HVV ist Teil der U3 im Norden von Hamburg.
Foto: MOIN.DE

Hamburg. Es ist ein prächtiger U-Bahnhof, der das HVV-Netz schmückt wie kaum ein anderer und perfekt in seine Umgebung passt. Um die Gleise herum liegen Altbauten mit verschnörkelten Fassaden, Kopfsteinpflasterstraßen und ein bildschöner, breiter Alsterausläufer mit anliegenden Gärten alter Stadtvillen.

Trotzdem ist die U3-Station nicht unbedingt vielen bekannt. Der allseits berühmte Prachtbau im HVV-Netz ist der Dammtor-Bahnhof. Auch die Landungsbrücken werden wegen ihres Ausblicks oft genannt oder der 114 Jahre alte Hauptbahnhof. Eine vergleichbare imposante Bahnhofs-Überdachung wie dort fehlt dem U-Bahnhof Sierichstraße im Stadtteil Winterhude.

Es sind die Details, die ihn so besonders machen, nicht seine Wuchtigkeit.

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Eine der ältesten Haltestellen im HVV

„Die Sierichstraße ist eine der ältesten Haltestellen im Hamburger U-Bahn-Netz und unterliegt dem Ensembleschutz und Denkmalschutz", sagt Saskia Huhsfeldt von der Hamburger Hochbahn, die das U-Bahn-Netz betreibt.

Eröffnet wurde die Station vor über 100 Jahren, im Mai 1912. Das Treppenhaus wurde im 2. Weltkrieg beschädigt und später neu aufgebaut. 2012 renovierte die Hochbahn die Station nach historischen Plänen in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt Hamburg.

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„So wurde auch das Zugangsportal mit seiner Doppelflügel-Holztür nach historischem Vorbild wiederhergestellt", sagt Saskia Huhsfeldt MOIN.DE. Das sind aber längst nicht die prägnantesten Besonderheiten der Station, die besonders auf dem Bahnsteig an längst vergangene Zeiten erinnert.

HVV: Gegenentwurf zu modernen Bauten

Während auch in Hamburg immer mehr Einheitsbauten Einzug erhalten (zum Beispiel Neue Mitte Altona, HafenCity oder das Paulihaus), sind Orte wie der Bahnhof Sierichstraße die historischen Schmuckstücke der Hansestadt. Und auch ein Kontrast zu modernen Bahnhöfen wie der HafenCity-Universität oder den Elbbrücken mit dem nebenan entstehenden Elbtower.

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Daten und Fakten zum HVV:

  • umfasst das Hamburger Stadtgebiet und umliegende Gebiete in Schleswig-Holstein und Niedersachsen
  • Zum Angebot des HVV zählen auch vier U-Bahn-Linien (betrieben von der Hamburger Hochbahn AG) und sechs S-Bahn-Linien (betrieben von der S-Bahn Hamburg GmbH)
  • ist mit rund 4.500 Fahrzeugen im Einsatz
  • befördert laut eigenen Angaben rund 2,6 Millionen Fahrgäste am Tag
  • Es gibt 10.184 Haltestellen im Verbundgebiet

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Laut Saskia Huhsfeldt suche die Hochbahn generell nach Möglichkeiten, „historische Elemente zu erhalten oder denkmalgerecht zu ersetzen – sofern die Betriebssicherheit das erlaubt."

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Bei der Sierichstraße hat das gut geklappt. Das ist der Grund, weshalb die Station oben an den Gleisen anders aussieht, als alle anderen Bahnhöfe. Wer in den Bahnhof fährt, dem fallen vor allem die historischen Stations-Schilder und Sitzbänke auf.

HVV-Station in sehr ursprünglichem Zustand

Bei allen technischen Modernisierungen und Renovierungen habe die Hochbahn weitgehend darauf geachtet, die ursprüngliche Bausubstanz zu erhalten, sagt Huhsfeld. Das zeige sich neben der Beschilderung auch bei den Sitzbänken, dem Kleinpflaster und dem Haltestellenwärter-Häuschen, die noch aus dem Eröffnunsjahr 1912 stammen.

Die Haltestellenbeschilderung ist jüngeren Datums, wurde aber nach historischem Vorbild entworfen. Laut Saskia Huhsfeld sei die Station, trotz aller Veränderungen über die Zeit, „in einem sehr ursprünglichen Zustand."

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Wer das kleine Schmuckstück des HVV-Netzes sehen will, muss in die Ringbahn U3 steigen. Es ist die einzige Linie, die an der Haltestelle verkehrt.

Im HVV-Netz ist die Sierichstraße eine von vielen Stationen, die ihre Besonderheiten hat. Am Hauptbahnhof in Hamburg gibt es einen Bahnsteig, von dem noch nie jemand abgefahren ist. Mehr dazu kannst du >>> hier nachlesen.