HVV: Mann wartet auf den Bus und beobachtet diesen unfassbaren Vorfall – „Fahrgäste waren nur entsetzt“

In einem HVV-Bus erlebte ein Mann eine unschöne Szene (Symbolbild)
In einem HVV-Bus erlebte ein Mann eine unschöne Szene (Symbolbild)
Foto: imago/STPP

Hamburg. Täglich sind Millionen Fahrgäste im Gebiet des HVV mit Bus und Bahn unterwegs. So auch Jan T.

Als der HVV-Kunde kürzlich auf den Bus wartete, beobachtete er eine Szene, die ihn richtig verärgert. Auf Facebook äußert sich der Mann.

HVV: DIESE Szene verärgert Jan T.

„An den Busfahrer, Linie 7, Hebebrandtstraße Richtung Steilshoop. Es ist deine verdammte Aufgabe, den behinderten Menschen im Rollstuhl den Einstieg zu ermöglichen“, beschwert sich der Mann in einer Hamburger Facebook-Gruppe.

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Daten und Fakten zum HVV:

  • wurde am 29. November 1965 gegründet
  • umfasst das Hamburger Stadtgebiet und umliegende Gebiete in Schleswig-Holstein und Niedersachsen
  • Zum Angebot des HVV zählen auch vier U-Bahn-Linien (betrieben von der Hamburger Hochbahn AG) und sechs S-Bahn-Linien (betrieben von der S-Bahn Hamburg GmbH)
  • ist mit rund 4.500 Fahrzeugen im Einsatz
  • befördert laut eigenen Angaben rund 2,6 Millionen Fahrgäste am Tag

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„Du hast es nicht geschafft, den Bus abzusenken und die Tür zu öffnen“, schreibt er weiter. Auf den Hilferuf einer Dame, dem Herrn im Rollstuhl doch bitte zu helfen, habe der Busfahrer ,den Spruch entgegengesetzt, er wäre zu langsam'“.

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Er selbst sei gerade auf dem Weg von der Arbeit nach Hause gewesen und habe dort auf den 172er Bus gewartet, sagt Jan gegenüber MOIN.DE.

„Ich wurde darauf aufmerksam, als die Dame an das Führerhaus klopfte, also vorne beim Busfahrer. Ich habe erst gesehen, worum es ging, als ich den Herrn im Rollstuhl sah. Ziemlich traurig sah er aus, er wollte ja einfach nur einsteigen.“

Fahrgäste im HVV sind entsetzt

Deshalb half er dem Mann im Rollstuhl und der Frau, die nicht dessen Begleitung war, in den Bus zu kommen. Das sei für ihn eine Selbstverständlichkeit gewesen.

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An den Busfahrer gerichtet schreibt Jan in seinem Beitrag: „Nur in den Rückspiegel zu schauen, wie wir uns abmühen, den in die Jahre gekommen Rollstuhl in den Bus zu bekommen, reicht absolut nicht. Die Fahrgäste waren von diesem Verhalten ziemlich entsetzt.“

Vorfälle keine Seltenheit im HVV?

Besonders wütend macht Jan, dass Vorfälle dieser Art offenbar keine Seltenheit sein sollen. Schon öfter habe er erlebt, dass Busfahrer nur in den Rückspiegel schauen, ob jemand anderes hilft.

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Auch wenn die Fahrgäste in der Regel helfen und das dann auch gerne machen, sei es „die Aufgabe des Busfahrers. Gerade, weil immer etwas passieren kann.“ Damit hat er durchaus recht. Passiert nämlich etwas, wird es versicherungstechnisch schwierig.

Mann meldet den Vorfall dem HVV

Den Vorfall hat Jan dem HVV gemeldet. Die hätten sich bei ihm für die „wichtige Nachricht“ bedankt und mitgeteilt, dass sie „dies direkt an den zuständigen Fachbereich weitergegeben“ hätten. Das war vor etwas mehr als einer Woche.

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Bis heute habe er keine weitere Reaktion darauf erhalten. Jan glaubt, dass auch nichts mehr kommen wird. „Mehr habe ich nicht erwartet“, sagt er. „Der HVV erntet ja öfter Kritiken, mehr als Standard-Antworten liest man meist nicht.“

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HVV reagiert auf Nachfrage

Auch MOIN.DE hat beim HVV nachgefragt, ob es etwas Neues zu dem Thema gibt. „Es tut uns sehr leid, dass auf die Beschwerde des Facebook-Users bisher keine weitere Reaktion erfolgte. Leider hat uns die Beschwerde des Kunden nicht erreicht“, heißt es in einem Statement vom HVV.

Erst dann können weitere Ermittlungen aufgenommen werden und die Beschwerde bearbeitet werden.

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Zudem wird das Unternehmen nun auf die Mitarbeiter zu gehen. „Selbstverständlich unterstützt die HOCHBAHN das beschriebene Verhalten des Busfahrers der Linie 7 in keiner Weise! Wir bedauern sehr, dass einem im Rollstuhl sitzenden Fahrgast offenbar nicht geholfen wurde. Wir wollen den Vorfall natürlich schnellstmöglich aufklären und den Mitarbeiter dazu ansprechen und nachschulen lassen.“

Auch in einem anderen Fall musste die Hochbahn in dieser Woche konkret werden. Denn eine Frau machte auf ein empfindliches Thema aufmerksam. Mehr dazu kannst du >>> hier lesen. (mk)