Jan Fedder: Große Wertschätzung für den Schauspieler – doch jetzt wird DAS gefordert

Die Promenade am Hamburger Hafen soll nach Jan Fedder benannt werden.
Die Promenade am Hamburger Hafen soll nach Jan Fedder benannt werden.
Foto: IMAGO / CHROMORANGE / Sven Simon

Dem am 30. Dezember 2019 verstorbenen Schauspieler Jan Fedder will die Stadt Hamburg eine besondere Ehre erweisen. Nach ihm soll die Flaniermeile am Hafen zwischen der Niederbaumbrücke und den Landungsbrücken benannt werden. Die Unterstützung für das Vorhaben ist groß.

Angeregt wurde es von Marion Fedder, der Witwe von Jan Fedder. Damit dieser Plan umgesetzt werden kann, muss zunächst ein Vorschlag für einen Straßennamen in die Bezirksversammlung eingebracht werden. Danach entscheidet der Senat. Die Fraktionen im Bezirk Hamburg-Mitte begrüßen jedoch die Idee einer Jan-Fedder-Promenade (MOIN.DE berichtete). Doch kurz bevor der Hauptausschuss des Bezirks am 2. Februar wieder zusammenkommt, liegt jetzt eine neue Forderung auf dem Tisch.

Jan Fedder: Grünen sehen Ungleichgewicht verschärft

Sie kommt von den Grünen im Bezirk Mitte. „Die Grünen Bezirksfraktion Hamburg-Mitte begrüßt das Vorhaben, eine Verkehrsfläche nach dem kürzlich verstorbenen Volksschauspieler Jan Fedder zu benennen“, heißt es in einem Antrag für den Hauptausschuss.

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Dieser trägt den Titel „Jan Fedder ehren – im Einklang mit gleichstellungspolitischen Senatsvorgaben“.

Die Fraktion stört jedoch, dass diese Benennung das Ungleichgewicht, zwischen nach Männern und Frauen benannten Verkehrsflächen, weiter zu Ungunsten der Frauen verschieben werde.

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Dieses Ungleichgewicht belegen sie mit Zahlen: Während seit 1974 in Hamburg 404 Verkehrsflächen nach Männern benannt wurden, waren es nur 162 Straßen und Plätze, die nach Frauen benannt wurden.

Auch Bezirksfraktion der Grünen begrüßt Jan-Fedder-Promenade

Die Bezirksfraktion erinnert daran, dass der Senat bestrebt sei, die Anzahl der nach Frauen benannten Verkehrsflächen zu erhöhen.

Sie fordert daher, „dass ab sofort, wenn Verkehrsflächen nach cis-Männern benannt werden, dies nur geschieht, wenn zeitgleich eine Verkehrsfläche nach einer realen Frau, inter, trans* oder non-binary Person benannt wird (als cis-Männer werden diejenigen Männer begriffen, die sich mit dem ihnen bei der Geburt zugeschriebenen Geschlecht identifizieren)“.

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Das war Jan Fedder:

  • Jan Fedder wurde am 14. Januar 1955 geboren.
  • Er wuchs in St. Pauli auf. Seine Eltern betrieben das Lokal „Zur Überseebrücke“, das direkt im Hamburger Hafen lag.
  • Schon mit 13 Jahren stand Jan Fedder zum ersten Mal vor der Kamera.
  • Immer wieder hat Jan Fedder norddeutsche Charaktere verkörpert. Berühmtheit erlangte er durch die Rolle des Revierleiters Dirk Matthies im „Großstadtrevier“. Fast 30 Jahre lange war er Teil der Serie.
  • Im Jahr 2000 heiratete er seine Frau Marion.
  • Neben seiner Wohnung in Hamburg, die er bis zuletzt als „Junggesellenbude“ bezeichnete, besaß der Schauspieler auch ein Anwesen in Ecklak in Schleswig-Holstein.
  • 2012 wurde bei ihm die Vorstufe eines Mundhöhlenkarzinoms festgestellt. Den Krebs hat er besiegt, gestorben ist er laut Marion Fedder „am plötzlichen Herztod“ in seiner Wohnung in Hamburg.

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Und den Vorrang sollen ganz klar Personen haben, die keine cis-Männer sind: „Ab sofort werden Verkehrsflächen und öffentliche Flächen im Bezirk Hamburg-Mitte, die nach realen Personen benannt werden sollen, ausschließlich nach realen Frauen, inter, trans* und nonbinary Personen benannt“, fordern die Grünen.

So etwas wie die Jan-Fedder-Promenade wäre dann künftig eine Ausnahme

Eine Promenade nach einem Mann wie Jan Fedder zu benennen, wäre nach diesem Beschluss künftig nicht mehr möglich – doch es soll Ausnahmen geben.

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In einem zweiten Punkt heißt es, dass von diesen Vorgaben abgewichen werden könne, wenn ein besonderer Grund für die Ehrung eines cis-Mannes vorliegt und zeitgleich eine Verkehrsfläche oder öffentliche Fläche im Bezirk Hamburg Mitte nach einer realen Frau, inter, trans* oder non-binary Person benannt wird.

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Geht es nach der Grünen Bezirksfraktion, wären dann in Ausnahmefällen also künftig auch Straßenbenennungen nach Männern möglich – allerdings müsste dann im gleichen Zug beispielsweise eine Straße nach einer Frau benannt werden.

Auch vorher gab es schon vereinzelt kritische Stimmen zu hören – der Kult sei übertrieben, die Promenade sollte nach Alltagshelden, beispielsweise nach einer Krankenschwester benannt werden, war in den Sozialen Medien zu lesen. >> Hier erfährst du mehr dazu. (kbm)