Jan Fedder: Nichts verärgerte ihn SO sehr wie DAS! „Scheiße“

Im „Großstadtrevier“ spielte Jan Fedder Dirk Matthies.
Im „Großstadtrevier“ spielte Jan Fedder Dirk Matthies.
Foto: imago images / Sven Simon

Er war einer der beliebtesten Schauspieler, ein echter Kerl mit Ecken und Kanten und ganz viel Herz: Jan Fedder. Am 30. Dezember 2019 verstarb der Hamburger.

In der gleichnamigen Dokumentation „Jan Fedder - mit Ecken, Kanten und ganz viel Herz“ erinnert der NDR nun, gut ein Jahr später, an den Volksschauspieler aus der Hansestadt.

Jan Fedder: Schauspielerei ist sein Lebenselixier

Schon als Kind stand Jan Fedder auf der Bühne und bekam im Alter von 13 Jahren Schauspielunterricht. Er wusste früh, was er später mal werden will: Schauspieler!

Aber: „Hauptberuflich bin ich Mensch, aber nebenberuflich bin ich Schauspieler“, sagt Jan Fedder. Seine Berufung und das Spielen waren dennoch „sein Lebenselixier. Das Drehen ist einfach wichtig für ihn. Das braucht er einfach“, erzählt seine Ex-Ehefrau Marion in der Dokumentation

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In mehr als 600 Produktionen hat Jan Fedder mitgespielt. Seine Paraderollen waren die norddeutschen, kantigen Charaktere. „Er ist ein klassischer Hamburger Jung. Durch und durch hamburgisch-, norddeutsch, schnodderig. Ein bisschen unerzogen, ein bisschen ungehobelt. Aber er hat irgendwie trotzdem etwas Liebenswertes“, beschreibt ihn Moderatorin Bettina Tietjen.

Jan Fedder: Durchbruch kam mit „Das Boot“

Sein Karrieredurchbruch: die Rolle des Maat Pilgrim 1981 im Kriegsdrama „Das Boot“ von Wolfgang Petersen. Doch zum Volksschauspieler wurde Jan Fedder in der Rolle des Kiez-Polizisten Dirk Mattheis im „Großstadtrevier“. Fast 30 Jahre lange war er Teil der Serie. Der letzte Satz, den der Schauspieler dort gesagt hat, wurde jetzt in Erinnerung gerufen (MOIN.DE berichtete).

Fast genauso lange war er der ausgefuchste Bauer Kurt Brakelmann in der Kultserie „Neues aus Büttenwarder“. Gemeinsam mit Peter Heinrich Brix grübelte er humorvoll übers Leben, immer auf der Suche nach einer neuen Geschäftsidee. Aber er konnte auch anders. In vier Verfilmungen von „Das Boot“ übernahm Fedder die Hauptrolle und zeigte, was für ein großartiger Schauspieler in ihm steckt.

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Jan Fedder: „Sonst ist Scheiße“

Sicherlich kamen auch viele Menschen mit seiner Art und Weise nicht klar, doch genau das zeichnete den Hamburger aus. „Er hat schon ganz klar das Auftreten: ,Ich bin Jan Fedder – die anderen kommen hinter mir'“, sagt Bettina Tietjen.

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Das ist Jan Fedder:

  • Jan Fedder ist am 14. Januar geboren.
  • Er wuchs in St. Pauli auf. Seine Eltern betrieben das Lokal „Zur Überseebrücke“, das direkt im Hamburger Hafen lag.
  • Schon mit 13 Jahren stand Jan Fedder zum ersten Mal vor der Kamera.
  • Immer wieder hat Jan Fedder norddeutsche Charaktere verkörpert. Berühmtheit erlangte er durch die Rolle des Revierleiters Dirk Matthies im „Großstadtrevier“. Fast 30 Jahre lange war er Teil der Serie.
  • Im Jahr 2000 heiratete er seine Frau Marion.
  • Neben seiner Wohnung in Hamburg, die er bis zuletzt als „Junggesellenbude“ bezeichnete, besaß der Schauspieler auch ein Anwesen in Ecklak in Schleswig-Holstein.
  • 2012 wurde bei ihm die Vorstufe eines Mundhöhlenkarzinoms festgestellt. Den Krebs hat er besiegt, gestorben ist er laut Marion Fedder „am plötzlichen Herztod“ in seiner Wohnung in Hamburg.

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Er selbst sieht sich als Konkurrenztyp: „Ehrgeiz kenne ich nicht, aber ich muss die Nummer eins sein, sonst ist Scheiße“, so der Hamburger. Auch den Regisseuren hat er die Arbeit nicht einfach gemacht.

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Mehr zu Jan Fedder:

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„Es gibt eine Szene, da fährt er als Superlude an der Alster vor. Eine Maklerin soll ihm eine Wohnung zeigen. Ich hatte in dem Dialog eine Begrüßung reingeschrieben mit den Worten: ,Bist du die Ische, die mir die Furzgrube zeigen soll?'. Aber bei den Dreharbeitern sagte er zu der Frau: ,Bist du die Lesche... ?', erinnert sich Drehbuchautor Norbert Eberlein zurück. Die Szene ist aus dem Film „Heimatgeschichten“.

„Ich fragte den Regisseur: ,Was redet der denn da?'. Aber Jan war zu dem Zeitpunkt so angespannt, dass er von dieser ,Lesche' nicht mehr runter kam und niemand mochte ihm das sagen.“

Berührendes Porträt erinnert an Jan Fedder

Der Film von Antje Althoff zeichnet Leben und Karriere von Jan Fedder nach und zeigt seine unverbesserliche Art. Neben seiner Frau Marion kommen zahlreiche Kollegen zu Wort, wie etwa Axel Milberg und auch Judith Rakers.

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Wer den NDR-Film über Jan Fedder verpasst hat, kann ihn sich hier >>> der ARD-Mediathek anschauen. (oa)