NDR-Moderatorin Bettina Tietjen denkt an peinlichen Show-Moment zurück – „Hatte nicht damit gerechnet“

NDR-Moderatorin Bettina Tietjen ist schon seit 27 bei der Sendung „DAS!“ dabei.
NDR-Moderatorin Bettina Tietjen ist schon seit 27 bei der Sendung „DAS!“ dabei.
Foto: imago images / Nordphoto

In diesem Monat feiert der NDR ein großes Jubiläum. Dann gibt es die Talksendung „DAS!“ seit 30 Jahren. Deshalb wird am 9. Januar um 18.45 Uhr und um 21.45 Uhr die Sondersendung „30 Jahre DAS!“ ausgestrahlt.

Mit einem Marktanteil von 13 Prozent und durchschnittlich rund 700.000 Zuschauern zählt die NDR-Sendung zu den erfolgreichsten Formaten im Norden. „Die Sehgewohnheiten ändern sich, ,DAS!’ bleibt“, sagt Intendant Joachim Knuth.

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NDR-Moderatorin Bettina Tietjen spricht über Jan Fedder

Drei Moderatoren laden im Wechsel Gäste aus Show, Politik, Wirtschaft, Sport und Zeitgeschehen ein. Seit 27 Jahren ist Bettina Tietjen (60) dabei, Inka Schneider (53) seit 17 Jahren und Hinnerk Baumgarten (52) seit 14 Jahren. MOIN.DE sprach mit der Dienstältesten, die scheinbar kein Verfallsdatum hat: Bettina Tietjen.

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Welche waren Ihre Highlights auf den roten Sofa?

Weil ich so lange dabei bin, habe ich weit über tausend Gäste erlebt. Es waren viele faszinierende Leute dabei. Spontan fallen mir die Schauspieler Sir Peter Ustinov, Inge Meysel und Roger Moore ein.

Sänger David Hasselhoff, aber auch Persönlichkeiten wie die damalige Kanzler-Gattin Loki Schmidt. Es sind vor allem die Älteren, die viel Lebensweisheit mitbringen.

An welches Gespräch erinnern Sie sich spontan?

An das mit dem CDU-Politiker Heiner Geißler, der am 12. September 2017 starb. Es war sein letzter TV-Auftritt kurz vor seinem Tod. Dummerweise stand er im Stau und kam zu spät.

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Wir hatten die Sendung auf ihn zugeschnitten, mit Einspielern über seine politische Laufbahn, die Ära mit Helmut Kohl und andere Lebensabschnitte.

Weil er noch nicht da war, mussten wir diese Beiträge vorher senden. So konnte ich nicht zeitgleich mit ihm darüber sprechen. Dann kam er etwas abgehetzt an und wir hatten noch 20 Minuten Zeit zu reden.

Erinnern Sie noch den Inhalt?

Es war ein ganz besonderes Gespräch. Es ging um den Glauben und um den Sinn des Lebens, ohne zu ahnen, dass dieser Mann sterbenskrank war. Darüber hatte er öffentlich nichts gesagt. So etwas vergisst man natürlich nicht.

Welches war Ihr peinlichstes Erlebnis?

Nach all den Jahren ist mir nichts mehr peinlich. Aber das missglückte Gespräch mit Jenny Elvers, die volltrunken auf dem Sofa saß, war schon etwas Besonderes. Denn ich hatte nicht damit gerechnet, dass so etwas passiert.

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Ich muss gestehen, dass ich damit überfordert war. Mir ging durch den Kopf, ob ich sie darauf anspreche, dass sie betrunken ist? Aber dann habe ich mich dagegen entschieden, um sie zu schützen. Ich hatte zuerst noch gehofft, dass keiner was merkt.

Wann war Ihnen klar, dass dieser Auftritt ein großes Medien-Echo nach sich zieht?

Das war mir gar nicht klar. Ich dachte nur: Wie komme ich bloß da hindurch, ohne die Kontrolle über die Sendung zu verlieren? Anschließend war die Stimmung in der Redaktion äußerst angespannt und dann kam das riesige Medien-Echo.

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Später habe ich mehrfach mit Jenny darüber geredet. Ich war ihr überhaupt nicht böse und sie mir auch nicht, denn wer weiß, was mit ihr ohne diesen denkwürdigen Fernseh-Auftritt passiert wäre.

Nach 45 Minuten ist die Interview-Zeit vorbei. Mit wem hätten Sie gern noch länger geredet?

Da fallen mir viele ein, zum Beispiel die Schauspieler Ulrich Tukur, Peter Lohmeyer oder Iris Berben.

Die Sendezeit ist um, aber man ist noch voll im Gespräch. Zum Glück ist anschließend oft noch etwas Zeit, weiter miteinander zu sprechen.

Können Sie selbst Einfluss auf die Auswahl Ihrer Interview-Partner nehmen?

Sowohl bei „DAS!“ als auch bei der „NDR Talk Show“ entscheiden die Redaktionen darüber, wer in die Sendungen eingeladen wird. Aber ich mache Vorschläge. Wenn ich jemanden besonders spannend finde, dann weise ich die Kollegen auf die Person hin.

Was ist denn Ihr Erfolgsrezept?

Ich finde an jedem etwas Spannendes, Liebenswertes oder Interessantes, auch wenn die Informationslage das zuerst nicht verspricht. Ich lasse mich immer ganz auf den Menschen ein, der vor mir sitzt. In diesem Moment ist er oder sie für mich die wichtigste Person auf der Welt.

Welchen Wunschgast hätten Sie gern mal in der Sendung?

Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Gesundheitsminister Jens Spahn zum Beispiel. Beide sind Entscheider, auf die es jetzt ankommt.

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