Peter Tschentscher: Harter Corona-Vorwurf an Angela Merkel – „Wie soll man da planen?“

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (l.) richtete auf Twitter harte Worte an Angela Merkel (r.)
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (l.) richtete auf Twitter harte Worte an Angela Merkel (r.)
Foto: IMAGO / teamwork & IMAGO / IPON (Montage MOIN.DE)

Deutschland steckt immer noch mitten im Lockdown. Zwar sind die Zahlen der Corona-Neuinfektionen aktuell rückläufig, aber die Todeszahlen bleiben auf einem hohen Niveau. Mit ungewöhnlich deutlichen Worten hatte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Donnerstag Bundesgesundsheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisiert.

Der Grund: Der Corona-Impfstoff bleibt knapp - und deshalb wächst der Druck auf die Bundesregierung und die EU. Auf Twitter machte Peter Tschentscher jetzt seinem Ärger Luft.

Peter Tschentscher kritisiert Angela Merkel

Nachdem der Impfstoffhersteller AstraZeneca in den vergangenen Tagen angekündigt hatte, weniger Dosen als angeblich zunächst mit der EU vereinbart zu liefern, will nun offenbar auch Moderna seine Lieferungen kürzen.

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Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher meldete sich bei Twitter zu Wort. „Gerade teilt das Bundeskanzleramt mit, dass jetzt auch die zugesagten Lieferungen der Moderna-Impfstoffe reduziert werden. Wie soll man da die Impfungen planen?“, schrieb der 55-Jährige.

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Peter Tschentscher ist verärgert

Bereits am Donnerstag kritisierte der Bürgermeister in einer Stellungsnahme, dass es große Ankündigungen gegeben habe, aber das, was tatsächlich an Impfstoff in die Hansestadt geliefert werde, eine „herbe Enttäuschung“ gewesen sei.

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Das ist Peter Tschentscher:

  • Peter Tschentscher wurde am 20. Januar 1966 in Bremen geboren
  • Seit März 2018 ist Tschentscher (SPD) Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg
  • Er hat in Hamburg Medizin studiert und promoviert
  • Seine Stelle am UKE gab er auf, als er 2011 Finanzsenator wurde
  • Er hat einen erwachsenen Sohn und lebt mit seiner Frau in Barmbek

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Mehrfach seien Zusagen nicht eingehalten worden. Das müsse sich ändern, die Zeit dränge. Denn jeder Tag des Lockdowns sei ein großer Schaden für Bildung, Wirtschaft, Kultur und Gesundheit.

Peter Tschentscher bekommt Antwort

Auf den Tschentscher-Tweet antwortet das Bundesministerium für Gesundheit: „Zur einordnenden Information: Bis zum 22. Februar werden BionTech und AstraZeneca den Ländern 1.747.000 Imfdosen mehr als bisher eingeplant liefern. Damit werden von Moderna angekündigte vorübergehende Engpässe (-43.200 Dosen) mehr als ausgeglichen“.

Um die Probleme beim Impfen zu lösen, hat Merkel für den 1. Februar ein Corona-Impfgipfel angekündigt. Daran sollen neben den Ländervertretern auch Vertreter der EU-Kommission teilnehmen.

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„Man kann die Impfstoffe der verschiedenen Hersteller zwischen 1. und 2. Impfung nicht wechseln. Auf dem Impfgipfel am kommenden Montag brauchen wir verlässliche Aussagen der Hersteller zu Liefermengen und Terminen“, twitterte Tschentscher als Reaktion auf die Antwort des Bundesministeriums für Gesundheit. (oa)