Reeperbahn: So heiß geht es im ersten Frauenbordell von Hamburg her

Sex in Hamburg: Im „Queens Club“ regiert die weibliche Lust.
Sex in Hamburg: Im „Queens Club“ regiert die weibliche Lust.
Foto: Margaux Weiß

Seit mehr als 25 Jahren wohnt Kulturwissenschaftlerin Sybille Peters schon auf St. Pauli, wo sich auf der Reeperbahn alles um Sex für Männer dreht.

„St. Pauli ist eine Ort der männlichen Begierde“, sagt Peters zu MOIN.DE, „Für heterosexuelle Frauen ist das Angebot auf der Reeperbahn praktisch nicht vorhanden.“

Reeperbahn: Ein Bordell für Frauen

Damit mehr Gender Equality nach St. Pauli kommt, hat Peters – zeitweise – das erste Frauenbordell Hamburgs ins Leben gerufen. Der „Queens Club“ hatte bislang immerhin für einige Wochen seine Türen geöffnet.

In einer Veranstaltungreihe, die Peters in Kooperation mit dem Kunstzentrum Kampnagel auf die Beine gestellt hat, dreht sich alles um die weibliche Lust.

Frau stehen immer unter Druck

Der „Queens Club“ ist aber nicht bloß das Gegenteil zum klassischen Bordell. Denn laut Peters stehe Heterosexualität noch lange nicht für Gleichberechtigung.

„Frauen sind immer dem Druck ausgesetzt, die Reize für den Mann zu setzen“, sagt die 47-Jährige. Sie spricht deshalb gerne von Heterasexualität. Ihr Frauenbordell ist ein „Ort, der ganz anders funktioniert als alles drum herum.“

Yoga mit Fummeln

Oberstes Gebot ist die Selbstbestimmtheit der Frau und der liebevolle Umgang mit der weiblichen Lust. Deshalb hat der Heteraclub zwei verschiedene Bereiche.

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Im Salon geht es um zwangloses „Tanzen, Spielen, Kennenlernen“. Bei Strip-Kicker, Yoga mit Fummeln oder Flaschendrehen sollen die weiblichen Gäste ihre eigene Lust entdecken und zulassen können.

„Es braucht eine weibliche Zuhälterin“

Anschließend geht es ab in die Separees: In Einzelkabinen warten auf die Frauen intime Performances von männlichen Künstlern. Hier ist von leichter Berührung bis zu intensivem Körperkontakt alles möglich, solange die Frau den Anstoß dazu gibt.

Damit ein Frauenbordell zu einer dauerhaften Institution werden kann, bedarf es einer zentralen Figur: „St. Pauli braucht eine weibliche Zuhälterin“, findet Sybille Peters.

Liebevoller Umgang als Grundidee

Diese solle im Optimalfall die Männer moderieren und für eine respektvolle Behandlung der Kundinnen sorgen.

Nur dann könne das Konzept des liebevollen Umgangs erhalten bleiben und – als Zukunftsvision – auch in kommerzielle Frauenbordells umgesetzt werden.

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Zwar ist Peters‘ Puff momentan geschlossen und (noch) keine bleibende Einrichtung, allerdings plant die Kultuwissenschaftlerin bereits für Dezember ein Comeback des „Queens Club“.