Tim Mälzer musste lange auf dieses Urteil warten, jetzt hat er endlich Gewissheit

Über ein Jahr nach dem Einbruch in das Lokal von Tim Mälzer ist nun ein Urteil gegen die Einbrecher gesprochen worden.
Über ein Jahr nach dem Einbruch in das Lokal von Tim Mälzer ist nun ein Urteil gegen die Einbrecher gesprochen worden.
Foto: imago images/APress

Hamburg. Das Warten hat ein Ende für TV-Koch Tim Mälzer. Jetzt hat er Gewissheit: Der Mann, der 2019 in seine „Bullerei“ eingebrochen war, muss eine fette Strafe absitzen.

Das Gericht zog drei Fälle zusammen, die 2019 ungefähr im gleichen Zeitrahmen begangen wurden: die Einbrüche in die „Bullerei“, das Restaurant von Tim Mälzer, in die Villa von Millionär und Society-Größe Detlef Fischer (68) und in eine Haspa-Filiale.

Tim Mälzer: Prozess um Einbruch in „Bullerei“

Weil er viele Vorstrafen hatte, verknackte der Vorsitzende Richter Dr. Godendorff den Haupttäter Lars M. (42) mit dem Spitznamen „der gute Einbrecher“ zu fünf Jahren und zehn Monaten Gefängnis. Sein Handlanger-Komplize Dennis B. (40), ebenso einschlägig bei der Justiz bekannt, fährt für ein Jahr und drei Monate ein.

Die Bezeichnung „der gute Einbrecher“ erhielt M. von den Medien, weil er am ersten Prozesstag erzählte, wie er angeworben wurde: „Ich bin in gewissen Kreisen als guter Einbrecher bekannt.“

MOIN.DE war bei der Urteilsverkündung dabei. Beide Angeklagten nahmen ihre Urteile regungslos auf. Für den Haupttäter Lars M. fand der Richter klare Worte. Er betonte, dass dieser nie in der Gesellschaft Fuß gefasst oder sich um eine Ausbildung bemüht habe. Er habe nie versucht, etwas Legales zu tun, dass er immer nur Tätigkeiten nachgegangen sei, von denen er was verstehe, nämlich Einbrüche.

Hintermänner für den Einbruch bei Tim Mälzer

Er habe bei jeder seiner Taten alles wie abgesprochen erledigt. So, als würde er einen ganz normalen Beruf ausüben. Bei den Einbrüchen bei Tim Mälzer und Detlef Fischer wurde im Prozessverlauf klar, dass es Hintermänner gegeben hat.

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Denn Lars M. handelte, nachdem er jeweils einen entsprechenden Tipp bekommen hatte, was es zu stehlen gab und wie die beste Vorgehensweise wäre. Der Tipp-Geber konnte aber nicht ermittelt werden. Und „singen“ wollte Lars M. auch nicht.

An dem Einbruch in Mälzers Lokal waren mindestens drei Täter beteiligt. Hier gingen sie sehr brachial vor. Sie peilten den Tresor im ersten Stock im Büro über der „Bullerei“ an und wuchteten das schwere Gerät die Treppe hinunter. Eine Überwachungskamera zeichnete alles auf.

Beute aus Lokal von Tim Mälzer in Container versteckt

Dann fuhren die Vermummten den Tresor in einem Kleinlaster zu einem extra für Diebesgut angemieteten Container in Billwerder. Dort flexten sie ihn auf. Beute: 28.000 Euro.

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Das ist Tim Mälzer:

  • Tim Mälzer wurde am 22. Januar 1971 in Elmshorn geboren
  • Tim Mälzer ist nicht nur Koch, sondern auch Fernsehmoderator, Unternehmer, Kochbuchautor und Entertainer
  • Tim Mälzer engagiert sich in diversen Hilfsorganisationen
  • Seine Karriere begann Tim Mälzer als Koch in einem Hamburger Hotel
  • 2006 erlitt Tim Mälzer einen Burnout und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück
  • Das bekannteste Restaurant von Tim Mälzer ist die „Bullerei“ im Schanzenviertel in Hamburg
  • Seit 2014 ist Tim Mälzer in der Kochduell-Show „Kitchen Impossible“ zu sehen

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Ganz kurios ging es bei dem Einbruch in die Villa des Millionärs Detlef Fischer zu, dem früher die IT-Firma Systematics gehörte und der Teilhaber des Nachtclubs „Die Insel“ an der Alster war.

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Fischer trat als Nebenkläger auf und sagte selbst auch an einem der Prozesstage aus. Man könnte ja denken, dass seine prächtige Villa am feinen Rondeel gesichert sei wie Fort Knox. Nix da. Es kam heraus, dass sich die Eingangstüren durch die einfachen Zahlenfolgen „0000“ und „1234“ öffnen ließen.

Das hatte vor Gericht bereits an einem früheren Verhandlungstag für Kopfschütteln gesorgt. Die Einbrecher gelangten ohne viel Aufwand in die Luxusherberge und machten sich an Fischers Tresor zu schaffen.

Beute: Bargeld, Schmuck, edle Marken-Uhren und Goldbarren im Gesamtwert von 745.000 Euro. Die zentrale Frage, wer auch dort der Tipp-Geber für die Villa war.

Polizei findet Tresor von Tim Mälzer

Wer also den Code wusste, weitergab und Kenntnis darüber hatte, dass der Millionär zum Zeitpunkt des Einbruchs mit seiner Familie auf Mallorca weilte, konnte das Gericht nicht klären.

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Klar ist nur, dass die Versicherung des Millionärs den Schaden nicht zahlt, weil die Wertgegenstände nicht ausreichend gesichert waren. Auch für diese Summe muss der Haupttäter gerade stehen. Wie er das nach der Verbüßung seiner Haftstrafe bewerkstelligen will? Unklar.

Aufgeflogen war „der gute Einbrecher“ übrigens, weil er bei dem geplanten Haspa-Geldraub stillen Alarm ausgelöst hatte und in flagranti erwischt wurde. Schnell kamen die Ermittler auf den angemieteten Diebesgut-Container, wo sich auch der geknackte Tresor von Mälzer befand.

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Der war bislang für eine Stellungnahme zum Ausgang des Gerichtsverfahrens nicht zu erreichen.
Binnen einer Woche kann gegen das Urteil Revision angekündigt werden.

Das hält aber der Anwalt des „guten Einbrechers“ für wenig erfolgversprechend. „Bei den ganzen Vorstrafen meines Mandanten ist das sinnlos“, sagte er zu MOIN.DE. Und über das Strafmaß: „Ich hätte selbst nicht mit so einem harten Urteil gerechnet.“