Anne Will (ARD): „Dann haben wir echtes Problem!“ – Virologin warnt eindringlich vor neuer Corona-Mutation

Virologin Melanie Brinkmann bei Anne Will.
Virologin Melanie Brinkmann bei Anne Will.
Foto: ARD-Mediathek

Könnte die Coronavirus-Mutation zu neuen Problemen führen? In der ARD-Talkshow von Anne Will wird am Sonntagabend ein neues düsteres Corona-Szenario diskutiert. Wird die kürzlich entdeckte Virus-Mutation Deutschland in eine noch tiefere Krise stürzen?

Zu Gast bei Anne Will ist die Virologin Melanie Brinkmann. Sie warnt eindringlich vor den Gefahren, zumal die Coronavirus-Variante bereits in sechs Bundesländern festgestellt werden konnte. Die Dunkelziffer dürfte noch viel höher liegen.

Anne Will (ARD): Virologin Brinkmann warnt eindringlich vor Corona-Mutante

„Wenig Impfstoff, hoch ansteckende Virus-Mutationen - mühsamer Start ins neue Jahr“, heißt der beschwerliche Titel der Sendung von Anne Will am Sonntagabend. Bestimmt wird die Talkshow von der Sorge vor den Auswirkungen der mutmaßlich deutlich ansteckenderen Virus-Mutation B.1.1.7 aus Großbritannien.

+++ Anne Will pflaumt Forscherin an, als die von ihrer Frage genervt ist +++

-------------------

Die Gäste von Anne Will am 10. Januar 2021

  • Manuela Schwesig (SPD): Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern
  • Reiner Haseloff (CDU): Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt
  • Melanie Brinkmann: Professorin für Virologie am Institut für Genetik an der Technischen Universität in Braunschweig
  • Frank Ulrich Montgomery: Vorstandsvorsitzender des Weltärztebundes
  • Martin Knobbe: Leiter des „Spiegel"-Hauptstadtbüros

-------------------

Zunächst gibt sich die Expertin Melanie Brinkmann noch vorsichtig. Aus virologischer Sicht sei die Mutation noch schwierig einzuordnen. Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hatte davon gesprochen, dass die Variante 70 Prozent infektiöser sei, Brinkmann geht angesichts der neuesten Datenlage von ungefähr 50 Prozent aus.

+++ Mutiertes Coronavirus in England: Was bisher bekannt ist +++

Virologin bei Anne Will (ARD): „Dann haben wir ein echtes Problem“

Dann wird Brinkmann ernst: Sollte sich auch im Labor bestätigen, dass sich diese Variante besser vermehren und übertragen kann, „dann haben wir ein echtes Problem".

Für diesen Fall müsste man die Frage stellen, ob die Anfang Januar von der Bundeskanzlerin und den Länderchefs beschlossen Lockdown-Maßnahmen überhaupt ausreichen, so Brinkmann. Aus ihrer Sicht sei etwa der Schutz am Arbeitsplatz zu kurz gekommen, da seien Infektionen „noch deutlich besser“ zu verhindern. Zumal im Frühjahr deutlich mehr Menschen im Homeoffice gearbeitet hätten als heute, kritisiert die Expertin. Die Kollegen würden sich auch im Pausenraum treffen, „wo man die Maske dann doch mal abnimmt“.

-------------------

Mehr Politik-Nachrichten:

-------------------

„Wir sind im Winter und wir müssen wirklich nochmal richtig dolle draufhauen. Je doller und schneller wir Virusübertragungen jetzt verhindern können, desto besser“, mahnt die Virologin. Gleichzeitig setzt sie ihre Hoffnungen auf die Wirksamkeit der Impfstoffe.

-------------------

Mehr über die ARD-Talkshow von Anne Will:

  • Seit 2007 im Ersten auf Sendung.
  • Zunächst Nachfolgesendung von „Sabine Christiansen“ am Sonntagabend um 21.45 Uhr.
  • Zwischenzeitlich von Günther Hauch auf einen Sendeplatz am Mittwochabend verdrängt.
  • Seit 2016 wieder wöchentlich am Sonntagabend zu sehen.
  • Anne Will moderierte zuvor die Tagesthemen.

-------------------

+++ Corona: Neue Mutation aufgetaucht – Bayerischer Arzt droht Praxis-Mitarbeitern DAMIT +++

Bei der Frage, ob die Maßnahmen weiter verschärft werden müssten, wiegeln die Ministerpräsidenten Haseloff und Schwesig ab. Sachsen-Anhalts Länderchef Reiner Haseloff (CDU) meint, dass doch nun entschlossen gehandelt wurde und es die Chance gibt, „in den nächsten drei Wochen die Zahlen nach unten zu kriegen“. Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) erinnert daran, dass gerade wegen der Mutation die Mobilität mit dem Bewegungsradius für Hotspots und an den Grenzen eingeschränkt wurde. Das sei schon „eine harte Maßnahme“, so Schwesig.

Der Leiter des „Spiegel"-Hauptstadtbüros, Martin Knobbe, weist auf ein anderes Problem in Deutschland hin. Um zu beurteilen, wie ernst das Problem mit neuen Corona-Variante in Deutschland sei, „müsste man erstmal wissen, wie breit die Mutation vorhanden ist in Deutschland“. In Großbritannien werden bei jedem 15. Corona-Test das Erbgut bestimmt. In Deutschland erfolgt so eine Sequenzierung nur bei jedem 900. Test. Man fischt also hierzulande deutlich mehr im Trüben.

+++ Corona: Weitere Mutation in Japan aufgetaucht +++