Armin Laschet privat: Sechs Fakten über den CDU-Chef

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet: Bald vielleicht auch Kanzlerkandidat der Union?
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet: Bald vielleicht auch Kanzlerkandidat der Union?
Foto: IMAGO / Political-Moments

Für Armin Laschet ging es im Zuge der Corona-Pandemie eigentlich steil bergauf. Seine Corona-Politik in NRW fand gerade zu Beginn der Pandemie viel Zustimmung, seine Beliebtheitswerte schossen regelrecht durch die Decke. Doch die Stimmung ist drastisch gekippt – spätestens seit der Masken-Affäre und dem Corona-Chaos samt Kanzlerin-Entschuldigung im März steht auch der CDU-Chef zunehmend unter Druck.

Die Union ist in Umfragen seit Jahresbeginn massiv abgestürzt. Dennoch hat Armin Laschet weiter Chancen als Kanzlerkandidat für die Union in den Wahlkampf zu ziehen. Grund genug, sich Armin Laschet einmal genauer anzuschauen: Diese Fakten wusstest du bestimmt noch nicht über den NRW-Ministerpräsidenten.

Armin Laschet: Die wichtigsten Fakten in der Schnellübersicht

Armin Laschet wurde am 18. Februar 1961 in Aachen geboren und trat bereits zur Schulzeit in die CDU ein. 1994 wurde er Mitglied des Bundestages, 1999 des Europäischen Parlaments, von dort aus erfolgte 2005 der Wechsel nach NRW, wo er im Juni 2017 zum Ministerpräsidenten gewählt wurde. Aber jetzt genug von langweiligen Daten aus dem Leben von Armin Laschet. Denn gerade der Blick ins Privatleben ist ja besonders spannend.

1. Ehefrau berichtete in Talk-Show: „Er hat mich verprügelt“

Armin Laschet kennt seine Ehefrau Susanne noch aus Kindertagen. Beide lernten sich in einem Jugendchor kennen – doch das erste Aufeinandertreffen der beiden verlief alles andere als harmonisch. Das berichtete Susanne Laschet im „Kölner Treff“ im WDR im Mai 2020.

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Laschets Frau erzählte damals: „Er hatte irgendeinen Krach mit einem Mädel, das er damals toll fand. Und dann hat er mich verprügelt. Und dann weiß ich noch ganz genau, da bin ich zu meiner Mutter gegangen und hab' gesagt: Mama, heute hab' ich den ekelhaftesten Jungen meines Lebens kennengelernt.“ Warum es am Ende doch gefunkt hat zwischen beiden? Auch das löste Susanne Laschet aus.

„Er hatte schöne Augen und irgendwie, ich fand ihn ganz nett“ und ergänzte wenig später noch: „Wir haben beide immer nach rechts und links geguckt […]. Aber wir haben nichts Besseres gefunden, beide, das ist einfach so.“

2. Laschets Frau Susanne hat keine Lust auf Berlin: Reißt Berlin sie entzwei?

Sollte Laschet tatsächlich als nächster Bundeskanzler nach Berlin gehen, würde es wohl zur Fernbeziehung kommen. Susanne Laschet beim „Kölner Treff“: „Ich würde auf jeden Fall in Aachen bleiben, da ist mein Lebensmittelpunkt, da hab' ich ja auch meine Arbeit, da sind meine Freunde, da sind meine sozialen Kontakte.“

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Armin Laschet und seine Frau leben bis heute in Aachen und haben drei erwachsene Kinder – um einen der Sprösslinge geht es dann auch direkt im dritten Fakt.

3. Sein Sohn ist Mode-Influencer – und sieht aus wie Ryan Gosling

Auf der großen Politik-Bühne ist der eigene Gestaltungsspielraum in Sachen Mode eher gering – am klassischen Anzug geht nichts vorbei. Anders sieht das bei Laschets Sohn Johannes „Joe“ aus. Der hat als Mode-Blogger auf Instagram fast 95.000 Abonnenten und wird nicht selten eine Ähnlichkeit mit Hollywood-Schauspieler Ryan Gosling verglichen.

Modisch interessiert sei er schon immer gewesen, so der Laschet-Spross gegenüber der „Westdeutschen Zeitung“: „Ich habe mich schon immer sehr für Mode interessiert und bin schon in der Schule gerne mal mit einer Krawatte zum Unterricht erschienen.“

Ins Licht der Öffentlichkeit rückte Joe Laschet zuletzt aber vor allem deswegen, weil einer seiner Vertragspartner, das Mode-Unternehmen van Laack, mit der NRW-Regierung einen millionenschweren Deal über Corona-Schutzkittel aushandelte. Armin Laschet wurde daraufhin Vetternwirtschaft vorgeworfen.

4. Verbindungen zu Karl dem Großen?

Einer der Brüder von Armin Laschet, Patrick, veröffentlichte auf seiner Homepage einen angeblichen Stammbaum der Familie, der bis Karl dem Großen zurückreiche. Mit wie viel Ernsthaftigkeit die Familie aber an die königliche Abstimmung glaubt, darüber gibt es Zweifel.

So gab Laschets Bruder gegenüber dem „Spiegel“ zu, dass er selbst nicht wirklich daran glaube. In der Laschet-Biographie „Der Machtmenschliche“ sind die Autoren jedoch durchaus davon überzeugt, dass es der Familie ernst sei.

5. Kontroverse um verlorene Klausuren und ausgedachte Noten

Diese Episode seines Lebens würde Armin Laschet wohl am liebsten verdrängen. Zwischen 1999 und 2015 lehrte Laschet an der Universität in Aachen, dann kam es zu einem großen Knall. Nach einem Seminar in Berlin waren Klausuren auf postalischem Weg verschwunden. Laschet entschied damals, die Klausuren nicht etwa nachschreiben zu lassen, sondern mithilfe seiner Notizen und denen seiner Co-Korrektorin das Abschneiden der Studierenden zu rekonstruieren.

Das endete kurios: So wurden Studenten benotet, welche die Klausuren überhaupt nicht mitgeschrieben hatten. Gleichzeitig hatte mindestens ein Student, der teilgenommen hatte, keine Note bekommen.

Nach dem Klausuren-Chaos legte er seine Lehrtätigkeit nieder.

6. Laschet als „Tatort“-Star

Ja, auch das gab es bereits: Armin Laschet spielt sich selbst im „Tatort“. Zu sehen war Laschet in der Neujahrsfolge am 1. Januar 2020. Darin werden Kommissare aus verschiedenen Dienststellen Opfer einer Mordserie. Während die Ermittler im Dunkeln tappen war es Armin Laschet, der ihnen für den Fall zusprach.

Regisseur Jan Georg Schütte hatte im Anschluss gegenüber der Deutschen Presse-Agentur über Laschet gesagt: „Gut vorbereitet, Text gelernt, flüssig gesprochen. Wir haben hinterher noch gescherzt, dass ihm – wenn ihm das irgendwann mit der Politik nicht mehr gefällt – eine große Karriere als Schauspieler blühen könnte.“

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Je nachdem wie es für Laschet in den nächsten Monaten in der Politik weitergeht erinnert er sich ja vielleicht an diesen Ausweg. Jemanden, der ihm jetzt Mut zuspricht könnte er in jeden Fall auch gebrauchen. (dav mit dpa-Material)