Corona: Immer mehr Bundesländer setzen auf umstrittenes neues Modell ++ Experten raten zu DIESER Impfung im Winter

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Was sind eigentlich Corona-Varianten und warum werden sie mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

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In Deutschland stockt die Impfkampagne gegen Corona. Nach wie vor sind die Fallzahlen hoch. Einige Länder setzen jetzt auf ein neues Modell im Kampf gegen das Virus.

Sorgen machen sich Medizinern im im kommenden Winter aber nicht nur Corona – sondern auch eine bekannte Krankheit.

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Corona in Deutschland (Stand 14. September)

  • 7-Tage-Inzidenz: 81,1
  • Todesfälle insgesamt: 92.686
  • Covid-19-Patienten auf Intensivstationen: 1.501
  • Anteil der Menschen mit Zweitimpfung: 66 Prozent

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Newsblog: Corona in Deutschland

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14. September 2021

22.01 Uhr: Immer mehr Länder setzen auf 2G-Modelle

Für den weiteren Kampf gegen die Pandemie im Herbst und Winter schärfen immer mehr Bundesländer Corona-Regeln nach und unterscheiden stärker zwischen Geimpften und Ungeimpften. Am Dienstag kündigten Hessen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Sachsen neue Möglichkeiten für Betreiber und Veranstalter an, wonach nur Geimpfte und Genesene Zugang zu Innenräumen bekommen können – nicht aber negativ Getestete. Dann sollen auch Auflagen entfallen können. Die kürzlich beschlossene neue Messlatte zur Corona-Lagebewertung vor allem anhand der Klinikpatienten tritt an diesem Mittwoch in Kraft.

So führt das Land Hessen in vielen Innenbereichen daher ab diesem Donnerstag zudem ein „2G-Optionsmodell“ ein. Dann erhalten nur noch Genesene und Geimpfte Zutritt. Unter den Ländern hatte zunächst Hamburg eine solche 2G-Option eingeführt.

Auch in Sachsen-Anhalt gilt: Wenn Betreiber entschieden, nur Geimpfte, Genesene und Kinder bis 18 Jahre einzulassen, könne auf Maskenpflicht, Abstandsregeln und Kapazitätsbeschränkungen verzichtet werden, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD).

Für Berlin beschloss der Senat ebenfalls ein 2G-Optionsmodell. In Brandenburg beschloss das Kabinett ebenfalls 2G als Option.

Auch Sachsen will 2G als Optionsmodell einführen, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kündigte an, dass die 2G-Regel in mehr Bereichen angewendet werden könne - etwa in Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen oder Sport. Möglich ist es etwa schon in Diskotheken.

In Baden-Württemberg sollen voraussichtlich an diesem Donnerstag strengere Corona-Regeln in Kraft treten, wie Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) sagte. Damit bekommt das Land ein mehrstufiges Warnsystem, das sich nach der Intensivbetten-Belegung richtet. In einer ersten Stufe hätten etwa Ungeimpfte nur noch mit einem negativen PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen. In einem zweiten Schritt hätten Ungeimpfte unter anderem keinen Zutritt mehr zu Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen.

In Thüringen prüft das Gesundheitsministerium die Einführung einer 2G-Regelung für bestimmte Bereiche.

In Schleswig-Holstein will die Regierung am Mittwoch eine neue Verordnung beschließen, wonach ab 20. September Vorgaben zu Abstand und Masken für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete entfallen. Im Fall einer Verschärfung der Corona-Lage ist generell „ein Übergang zu einer 2G-Regelung mit 3G-Option vorgesehen“ - und bei 3G würden verstärkte Auflagen gelten.

Rheinland-Pfalz hat bereits Änderungen umgesetzt und drei Warnstufen eingeführt. Für Geimpfte und Genesene sind unbegrenzte Zusammenkünfte möglich. Dazu kann eine bestimmte Zahl Getesteter kommen.

Auch in Bayern sind neue Regeln in Kraft, die auch eine „Krankenhaus-Ampel“ als Indikator umfassen.

In Nordrhein-Westfalen soll die 3G-Regel bis auf weiteres unverändert bestehen bleiben.

17.33 Uhr: Experten rufen zur Grippe-Impfung auf!

Parallel zum Kampf gegen die Corona-Pandemie sollten sich Experten zufolge auch in diesem Jahr möglichst viele Menschen gegen Grippe impfen lassen. Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hat dafür mehr Unterstützung gefordert.

„Das Wichtigste für den zweiten Corona-Herbst wird sein, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen, und das nicht nur gegen das Coronavirus, sondern auch gegen die Grippe“, sagte er der „Rheinischen Post“. Die Influenza-Impfung dürfe keineswegs vergessen werden, auch sie trage entscheidend zum Schutz der Bevölkerung wie auch zur Entlastung des Gesundheitswesens bei.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Grippeimpfung unter anderem für Menschen ab 60 Jahren, für Schwangere, Vorerkrankte und für medizinisches Personal. Für gesunde Unter-60-Jährige und Kinder gibt es keine explizite Empfehlung – die Stiko rät aber auch nicht davon ab. Geimpft werden soll dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge möglichst ab Oktober bis Mitte Dezember.

Aus der Sicht von Stiko-Chef Thomas Mertens ist die gleichzeitige Impfung unbedenklich. Es gebe keine Hinweise, dass einer der beiden Impfstoffe dann nicht mehr wirke, sagte er „MDR Aktuell“. Mertens warb dafür, dass sich gerade Menschen aus Risikogruppen gegen die Grippe impfen lassen.

Der Stiko-Chef reagierte auch auf Befürchtungen, dass der Grippe-Impfstoff in diesem Jahr einen geringeren Schutz bieten könnte, weil sich in der vergangenen Saison weniger Menschen mit Grippe ansteckten und Daten fehlen könnten. Diese Angst halte er für unbegründet, sagte er.

10.55 Uhr: Niederlande wollen Corona-Regeln abschaffen

Die Niederlande planen offenbar die Abschaffung vieler Corona-Regeln. Wie verschiedene Medien mit Bezug auf Regierungskreise berichten, soll unter anderem die Abstandsregel von 1,5 Metern wegfallen. Demnächst dürfen demnach auch Theater, Kinos und Fußballstadien in den Niederlanden wieder komplett öffnen.

13. September 2021

18.32 Uhr: Zahl der Corona-Infizierten nach „2G“-Party in Münster steigt auf 63

Nach einer Clubparty unter „2G“-Bedingungen in Münster ist die Zahl der bekannten Corona-Infektionen auf 63 gestiegen. Das teilte die Stadt am Montag auf Anfrage mit. Die Krankheitsverläufe seien nach Kenntnis des Gesundheitsamtes aber bislang weiterhin mild oder liefen symptomfrei ab. 46 Infizierte kämen aus Münster. Die Gäste hatten sich bei einer Partynacht mit rund 380 Gästen angesteckt. Teilnehmen durften ausschließlich Geimpfte oder Genesene.

Nach Bekanntwerden des Ausbruchs hatte die Stadt Münster das Hygienekonzept des Clubs als vorbildlich gelobt: Nicht nur hatte der Club nur immunisierten Menschen Zutritt gewährt, auch die Lüftungsanlagen überträfen laut Wartungsfirma die Anforderungen. Das Gesundheitsamt empfahl allen Gästen der Party, einen Bürgertest vornehmen zu lassen. Bei Symptomen sollten sich die Partygäste an einen Hausarzt wenden.

13.51 Uhr: Lauterbach rechnet mit 2G-Regel nach der Bundestagswahl

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hofft, dass die Corona-Pandemie im Frühjahr weitgehend überstanden sein wird. „Der Herbst wird noch einmal schwierig werden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Köln. „Wir werden noch einmal steigende Fallzahlen haben. Im Winter könnte es dann aber besser werden, wenn die Zahl der Ungeimpften abgenommen hat.“

Er rechne damit, dass insbesondere nach der Bundestagswahl zunehmend die 2G-Regel eingeführt werde, wonach nur Geimpfte und Genesene zugelassen sind. „Das wird viele dazu bewegen, sich impfen zu lassen.“ Im Frühjahr könne die Pandemie dann weitgehend überstanden sein - „wenn es keine neuen Mutationen gibt“.

12. September 2021

18 Uhr: Oberarzt sorgt für Aufsehen – „Es ist deprimierend“

Der Hamburger Intensivmediziner Marc Bota sorgt im Netz für Aufsehen. Der Oberarzt kritisiert die mangelhafte Impfkampagne in Deutschland mit deutlichen Worten.

Der Leiter der Intensivmedizin an der Bethesda Klinik Bergedorf habe mal den Selbstversuch gestartet, nämlich eine Woche nach niederschwelligen Impfangeboten zu suchen. Seine Bilanz ist, wie er selbst auf Twitter schreibt, „deprimierend“.

Bota kritisiert: „Kein einziges Plakat, keine Info über TV oder Radio. Nichts vor oder in einem Supermarkt, an keiner U-Bahn Haltestelle, nichts in den U-Bahn-Monitoren.“

Deswegen fordert der Oberarzt mit klaren Worten: „Wir brauchen JETZT eine Impfkampagne, die diesen Namen verdient. In verschiedenen Sprachen, mit Infoständen vor Supermärkten, direkten Anrufen oder Anschreiben.“

Es bringe nichts, wenn man auf die Eigenverantwortung der Ungeimpften beharrt. Das helfe „nicht über den Herbst/Winter hinweg“.

Für sein Twitter-Statement erhält Bota viel Zuspruch im Netz, Hunderte haben seinen Beitrag bereits geteilt.