Fridays for Future will deutsche Autobahnen radikal umbauen – so sollen sie in Zukunft aussehen

Luisa Neubauer, das prominenteste Gesicht von Fridays for Future in Deutschland. Die Klimaaktivisten haben große Pläne für die Autobahnen.
Luisa Neubauer, das prominenteste Gesicht von Fridays for Future in Deutschland. Die Klimaaktivisten haben große Pläne für die Autobahnen.
Foto: imago images / Rüdiger Wölk, imago images/epd, Montage DER WESTEN

Die Klimaaktivisten von Fridays for Future haben eine Studie vorgelegt, wie Deutschland in 15 Jahren CO₂-frei werden kann.

In Auftrag gegeben hat Fridays for Future die Studie beim Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH mit finanzieller Unterstützung durch die GLS Bank. Ein Eckpunkt der Studie ist besonders spannend.

Fridays for Future: Das ist der Plan für die Autobahnen der Zukunft

Eine Forderung für die deutschen Autobahnen in der Studie lässt nämlich besonders aufhorchen. In der Studie wird eine Umgestaltung der Autobahnen vorgeschlagen.

In der Studie für Fridays for Future heißt es:

  • „Im Güterverkehr ist zudem der Aufbau einer Oberleitungsstruktur entlang der Autobahnen eine sinnvolle Option, um eine weitgehende Elektrifizierung zu erreichen.“ (Seite 18)
  • „Schnelle und flächendeckende Elektrifizierung der Fahrzeuge: Durch flächendeckenden Umstieg auf Batteriebetrieb bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen, auf Brennstoffzellen oder Hybridbetrieb bei Lkw sowie für Sattelzüge den Aufbau von Oberleitungen auf Autobahnen von durchschnittlich 550 km pro Jahr.“ (Seite 18)
  • „Für eine Elektrifizierung von Lkw ist der Ausbau eines Oberleitungssystems auf Autobahnen sinnvoll – bis 2035 auf 8.000 Autobahnkilometer.“ (Seite 88)

Die Klimaaktivisten wollen also die Energiewende im Güterverkehr durch die Installation einer neuen Infrastruktur auf Autobahnen voranbringen. Bis 2035 sollen auf 8000 Autobahnkilometer Oberleitungen für Elektrol-Lkw gebaut werden. In Deutschland gibt es derzeit rund 13.000 Autobahn-Kilometer. Der Vorteil der Oberleitungen: Die Lastwagen sparen sich Gewicht und Zeit zum Aufladen des Elektro-Akku.

Insgesamt soll der Lkw-Verkehr dennoch zugunsten der Schiene aber um 30 Prozent reduziert werden. Neben den Oberleitungen fordert die Klimaschutzbewegung natürlich auch Tempolimits auf den Autobahnen.

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Weitere verkehrspolitischen Forderungen aus der Studie von Fridays for Future:

  • Der Autoverkehr soll bis 2035 halbiert werden.
  • Der Öffentliche Personennahverkehr soll bis dahin verdoppelt werden. Die Klimaaktivisten fordern massive Investitionen in diesem Bereich.
  • Der innerdeutsche Flugverkehr soll bis 2035 beendet werden.

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Eine dritte Teststrecke ist auf der Bundesstraße 462 zwischen Rastatt und Rottweil in Baden-Württemberg in Planung. Rund 50 Millionen Euro gibt das Umweltministerium für die verschiedene E-Teststrecken aus. Auch in Schweden laufen ähnliche Test mit elektrischen Schienen, unter anderem auf einer 35 Kilometer langen Strecke nördlich von Stockholm.

Die ganze Studie im Auftrag von Fridays for Future kannst Du hier lesen.

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