Friedrich Merz veröffentlicht Wahl-Spot – und spaltet die Meinungen: „Festival der Worthülsen“

CDU-Politiker Friedrich Merz will Vorsitzender der Partei werden. Dafür hat er einen Spot veröffentlicht, der für ganz unterschiedliche Reaktionen sorgt. (Archivbild)
CDU-Politiker Friedrich Merz will Vorsitzender der Partei werden. Dafür hat er einen Spot veröffentlicht, der für ganz unterschiedliche Reaktionen sorgt. (Archivbild)
Foto: imago images / photothek

Diesmal soll es klappen: Nachdem Friedrich Merz im Dezember 2018 das Rennen um den CDU-Parteivorsitz knapp gegen Annegret Kramp-Karrenbauer verloren hatte, soll es Mitte Januar endlich so weit sein.

Seine Konkurrenz diesmal: Norbert Röttgen und Armin Laschet. Zwar kann sich Friedrich Merz wohl aktuell die größten Hoffnungen machen, die notwendige Mehrheit der 1001 stimmberechtigten Delegierten hinter sich zu vereinen, entschieden ist jedoch nichts. Das liegt unter anderem daran, dass wohl kein Kandidat so stark polarisiert wie der Sauerländer.

Friedrich Merz: Wahl-Spot wird heftig diskutiert

Für die einen bedeutet die Wahl von Friedrich Merz ein Erstarken der wirtschaftlichen und konservativen Positionen der CDU. Andere sehen in ihm eine Rückkehr zu längst überholten Werten. Nicht nur innerhalb der Partei, auch außerhalb scheiden sich an dem 65-Jährigen die Geister.

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Wenige Tage vor der Wahl zum neuen Parteivorsitzenden am 15. und 16. Januar sind die Blicke deswegen besonders auf Friedrich Merz gerichtet. Der Wahlkampf ist natürlich in vollem Gange. Neuestes Zeugnis dieser Entwicklung: Ein Wahl-Spot, der „zusätzliche Einblicke in mein Denken und Handeln eröffnen soll“, wie es von Merz selbst auf Twitter heißt.

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Der dreiminütige Clip ist aufwendig gestaltet, widmet sich vornehmlich der Frage, wie Merz die Zukunft gestalten will. Dabei stellt er sich auch als Familienmensch dar, der diese Fragen auch im Namen seiner Kinder beantworten will.

„Ich möchte von meinen Kindern in zehn Jahren nicht die Frage gestellt bekommen: ‚Warum habt ihr das damals eigentlich alles gewusst und trotzdem nicht genug getan?‘ Wir können das schaffen! Packen wir es an“, so die emotionale Botschaft zum Abschluss.

Doch die nehmen dem 65-Jährigen nicht alle ab. Die Kommentare sind so gespalten, wie wohl auch die Meinungen zu Merz selbst.

„Festival der Worthülsen“

So gibt es eine Menge Kritik an dem Video:

  • „Der Film ist - sorry - ein Festival der inhaltslosen Worthülsen...“
  • „Ich höre eine Aneinanderreihung von Slogans und entdecke keinerlei Substanz. Es ist ja schön dass sie mit Enthusiasmus etwas neu denken und tun wollen. Nur haben Sie persönlich in ihrer Bio wenig "neu denken" vorzuweisen, ihre Äußerungen sind oft rückwärtsgewandt. Unglaubwürdig.“
  • „Der letzte Satz ist der entscheidende. Und bei dem scheinen sie denkbar ungeeignet. Als engagierter Klimaschützer sind sie mir bisher nicht aufgefallen.“
  • „Gefühlt achtunddrölfzig mal das Wort 'neu' gehört. Wie in der Werbung, wenn ein altes Produkt wiederbelebt werden soll.“

Doch einige Nutzer beziehen sich auch positiv auf den Clip. Einer schreibt beispielsweise „Gut gemachter Film“, hätte sich aber trotzdem mehr Inhalte gewünscht. Ein anderer meint: „Bin positiv überrascht, dass Klimakrise und ökologisch-soziale Märktewirtschaft in dem Clip in den Mittelpunkt gestellt wurden. Denn, ja, als Vater von 3 Kindern bewegen auch mich vor allem Fragen der dringend notwendigen Transformation zu Nachhaltigkeit.“

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Ob Friedrich Merz am Ende mit dem Wahl-Spot auch bei den stimmberechtigten Delegierten punkten kann oder die Meinungen dort genausoweit auseinandergehen wie bei den Twitter-Nutzern wird sich spätestens am 16. Januar zeigen. (dav)