Jens Spahn (CDU): Sein Absturz geht weiter – neues Riesen-Problem bahnt sich nun an

Jens Spahn war neben Markus Söder DER große politische Gewinner der Corona-Pandemie 2020. Nun aber läuft es nicht mehr rund für ihn.
Jens Spahn war neben Markus Söder DER große politische Gewinner der Corona-Pandemie 2020. Nun aber läuft es nicht mehr rund für ihn.
Foto: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Im Dezember sah es für Jens Spahn noch blendend aus. Der CDU-Politiker hatte in einer Umfrage sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel übertrumpft.

Doch seit Jahresanfang 2021 verliert Gesundheitsminister Jens Spahn mehr und mehr die Kontrolle über das Corona-Management.

Jens Spahn (CDU): Angela Merkel bremst ihn aus – sein nächster Rückschlag

Nach dem lahmen Impfstart in Deutschland, der auch ihm angelastet wird, musste er nun den nächsten Rückschlag hinnehmen. Sein Plan, ab dem 1. März kostenfreie Antigen-Schnelltests für alle anzubieten, wurde durchkreuzt. Er wurde nun von Kanzlerin Merkel, Olaf Scholz und Kanzleramtsminister Helge Braun zurückgepfiffen, weil noch zu viele Unklarheiten bestanden. Nun ist der 8. März die neue Zielmarke. Eine weitere Woche ist verloren.

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Lars Klingbeil, Generalsekretär des Koalitionspartners SPD, schoss heftig gegen Minister Spahn: „Beim Impfen haben wir gemerkt: wir können den Ankündigungen von Jens Spahn nicht glauben.“ Deswegen habe die SPD auch diesmal ihre Zweifel gehabt.

Neue riesige Baustelle für Jens Spahn ab März?

Nun könnte sich im Frühjahr eine neue riesige Baustelle für Jens Spahn auftun. Sie klingt paradox, angesichts der bisherigen Entwicklung der Impfkampagne in Deutschland, aber tatsächlich könnte Deutschland bald zu viele Impfdosen haben!

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Das ist Jens Spahn (CDU):

  • wurde am 16. Mai 1980 in Ahaus (NRW) geboren
  • ist seit 2002 ist der CDU-Politiker im deutschen Bundestag
  • Seit 2018 ist er Bundesgesundheitsminister
  • Seit Januar ist der stellvertretender Parteivorsitzender der CDU
  • Spahn ist verheiratet mit dem Journalisten Daniel Funke

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Bislang sind die 400 deutschen Impfzentren alles andere als ausgelastet, doch die Menge an Impfstoff wird sich weiter erhöhen. Laut einer Berechnung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) könnte schon im März die Kapazität der Impfzentren nicht mehr ausreichen, meldet Focus Online. Im Mai könnte es dann in jeder Woche zu einer Lücke von mehr als drei Millionen nicht verimpfter Dosen kommen!

Das wäre dramatisch, weil so schnell wie möglich eine Herdenimmunität erreicht werden soll. Wie unter anderem der Business Insider berichtet, will Spahn deshalb dafür sorgen, dass niedergelassene Ärzte die Impfzentren unterstützen. Doch er bremst Hoffnungen, dass das schon zum Anfang April möglich wäre: „Wir haben nie den 1. April gesetzt als Datum zum Start in den Arztpraxen.“ Ein fixes Datum könne er nicht nennen.

„Ohne die zügige Einbindung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte wird die Impfkampagne schon bald in einem gigantischen Stau nicht verabreichter, aber dringend benötigter Impfdosen stecken bleiben“, warnt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen bereits.

Jens Spahn: Vom möglichen Kanzlerkandidaten zum Buhmann

Und so gerät Jens Spahn, der kurzzeitig sogar als Kanzlerkandidat der Union gehandelt wurde, mehr und mehr unter Druck. In einer Umfrage des Instituts Kantar im Dezember für die „Bild am Sonntag“ gaben 52 Prozent der Befragten an, dass der CDU-Mann eine „möglichst große Wirkung“ in der Politik haben solle. Damit lag er klar vor allen anderen Politikern. Nun ist er zum Buhmann geworden.

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Spahn hat eine steile Flugbahn hinter sich, hat aber Fehler gemacht und Pech gehabt – und befindet sich jetzt deutlich im Sinkflug", analysiert Professor Herfried Münkler von der Humboldt Universität zu Berlin gegenüber web.de seine Lage.

Ins Bild passt da auch sein peinlicher Auftritt auf dem CDU-Parteitag und sein katastrophales Ergebnis bei der Wahl zum stellvertretenden Parteivorsitzenden im Januar. Auch in Umfragen verliert Spahn nun zunehmend an Ansehen. Im ARD-Deutschlandtrend Anfang Februar kam er noch auf 51 Prozent Zustimmung, allerdings waren das auch schon fünf Prozentpunkte weniger als noch im Januar.