Kanzlerkandidat-Ticker: Folgt am Sonntag schon die Antwort auf die K-Frage?

Superwahljahr 2021: Diese Entscheidungen stehen an

Superwahljahr 2021: Diese Entscheidungen stehen an

Im Wahljahr 2021 fallen in Deutschland einige richtungsweisende Entscheidungen. Die wohl wichtigste: Am 26. September wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt. Wir zeigen Dir, welche Wahlen dieses Jahr anstehen.

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Wer macht das Rennen bei der Union und wird Kanzlerkandidat der CDU/CSU bei der Bundestagswahl 2021? Ein Selbstläufer wird die Wahl für die Union nicht! Die Entscheidung fällt wohl zwischen den Ministerpräsidenten Armin Laschet und Markus Söder.

Kanzlerkandidat-Ticker: Armin Laschet oder Markus Söder - wer macht das Rennen bei CDU/CSU?

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10. April

17.39 Uhr: Folgt am Sonntag schon die Antwort auf die K-Frage?

Schaulaufen der möglichen Kanzlerkandidaten der Union: CDU-Chef Armin Laschet und sein CSU-Kollege Markus Söder wollen am Sonntag (13.00 Uhr) bei einer Klausur der Spitze der Unionsfraktion im Bundestag unter dem Motto „Wie gestalten wir die Zukunft?“ mit den Abgeordneten diskutieren. Dabei dürfte auch die bis spätestens Pfingsten anstehende Entscheidung zur Sprache kommen, wer besser geeignet ist, bei der Bundestagswahl im September das Kanzleramt für die Union zu verteidigen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) tritt nach 16 Jahren im Amt nicht mehr an.

Gegen 15.00 Uhr wollen Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU), CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sowie Laschet und Söder über die Ergebnisse der Beratungen informieren. In CDU und CSU galt es als eher unwahrscheinlich, dass dann schon eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur verkündet werden könnte.

10.38 Uhr: Merz: „CDU kann sich Kanzlerkandidaten nicht nehmen lassen“

CDU-Politiker Friedrich Merz hat sich gegen Markus Söder (CSU) als Kanzlerkandidaten der Union ausgesprochen. „Seine Kandidatur hätte erhebliche Folgen für das Verhältnis zwischen CDU und CSU. Es kann in der gegenwärtigen Lage eigentlich auch nicht im Interesse der CSU liegen, den Kanzlerkandidaten zu stellen“, sagte Merz am Freitag dem „Westfälischen Anzeiger“.

Merz verwies auf die Landtagswahlen in Bayern im Jahr 2023. „Die kann nach gegenwärtigem Stand der Dinge nur Markus Söder mit absoluter Mehrheit gewinnen“, sagte der CDU-Politiker. „Ein Kanzler Söder würde zudem das Binnenverhältnis in der Union zu Lasten der CSU deutlich verändern“, argumentierte er weiter. Käme der Kanzler aus der CSU, könne die Partei „ihre Rolle, immer auch ein bisschen Opposition gegen die eigene Regierung zu sein, nicht mehr spielen“.

Die Chancen für eine Kanzlerkandidatur des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet bezeichnete Merz als „unverändert gut“. Die CDU könne sich den Kanzlerkandidaten „eigentlich nicht nehmen lassen“, betonte er.

An die Union appellierte Merz, die K-Frage „in den nächsten Tagen“ zu klären. Eine solche Frage habe auch „weder etwas mit Ostern noch mit Pfingsten“ zu tun. „Es wird Zeit“, betonte Merz.

09.16 Uhr: Edmund Stoiber mit Warnung an Laschet und Söder

Der Ex-Ministerpräsident Bayerns, Edmund Stoiber, hat im Interview mit dem „Merkur“ eine Warnung an die beiden Kanzlerkandidaten der Union gesendet. Es brauche eine schnelle Entscheidung, so der 79-Jährige.

Zudem sagt er dem Merkur“: „Es geht doch um die gemeinsame Sache. CDU und CSU können nur im Miteinander gewinnen. Sonst stellen die Grünen den nächsten Kanzler. “

9. April 2021

20.21 Uhr: Gegenwind für Laschet – brisantes Papier aufgetaucht

Eine große Gruppe von CDU-Abgeordneten in der Unionsfraktion im Bundestag fordert ein Mitspracherecht bei der Entscheidung über die Kanzlerkandidatur. Bereits rund 50 Abgeordnete haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur einer Erklärung angeschlossen, in der es heißt: „Als Mitglieder einer selbstbewussten CDU/CSU-Bundestagsfraktion erwarten wir, dass, bevor eine Festlegung dieser Tragweite verkündet wird, in einer parteiübergreifenden Fraktionssitzung von CDU und CSU darüber diskutiert und im Zweifel auch dort entschieden wird.“

In der Erklärung, die der dpa in Berlin vorliegt und die der Spiegel-Journalist Veit Medick öffentlicht gemacht hat, wird auf die „herausragende Bedeutung für unseren Wahlkampf vor Ort“ verwiesen, die die Entscheidung über den gemeinsamen Kanzlerkandidaten von CDU und CSU habe. Der Aufruf konterkariert die bisherigen Planungen der Parteispitzen von CDU und CSU. Diese sehen vor, dass sich die beiden Vorsitzenden Armin Laschet und Markus Söder zwischen Ostern und Pfingsten darüber verständigen, wer von ihnen die Kanzlerkandidatur übernimmt.

Die Initiative dürfte auch Thema bei der Klausur des geschäftsführenden Vorstands der CDU/CSU-Fraktion an diesem Sonntag werden. An ihr wollen Laschet und Söder teilnehmen, außerdem auch Kanzlerin Angela Merkel.

18.14 Uhr: Armin Laschet – das denkt er wirklich über Markus Söder

Sie gelten als Rivalen im Ringen um die Kanzlerkandidatur der Union: NRW-Ministerpräsident und CDU-Chef Armin Laschet und sein CSU-Amtskollege, der bayerische Regierungschef Markus Söder. Im Interview des „Zeit-Magazins“ hat Laschet nun - offensichtlich augenzwinkernd - einige Einblicke in sein Verhältnis zu Söder gegeben - und auch in seine Selbsteinschätzung.

Auf die Frage „Unter uns: einverstanden, dass der Markus Söder der Krasseste ist?“, antwortete Laschet: „Krass ist er. Aber der Krasseste?“ Über sein Verhältnis zu Söder sagte er: „Wir kennen, wir durchschauen und wir schätzen uns.“ Gesundheitsminister Jens Spahn, der im Kampf um den CDU-Vorsitz Teampartner von Laschet war, nimmt der Parteivorsitzende vor Kritik in Schutz. „Er hat derzeit den schwersten Job, das wissen wir doch alle. Man kann hier wieder das alte Phänomen des "Hosianna" und "Kreuzige ihn!" in kürzester Zeit erleben. Zum Jahresende war er der beliebteste deutsche Politiker. Und jetzt wird er unberechtigterweise für alles Mögliche verantwortlich gemacht.“

Laschet spricht auch über seine eigene Außenwirkung. Auf die Frage, ob es ein klarer Vorteil sei, dass ihm im Gegensatz zu Grünen-Chef Robert Habeck „noch nie jemand vorgeworfen hat, zu sexy zu sein?“, antwortet er: „Frechheit! Gut, so wie der Robert Habeck ist natürlich
überhaupt niemand nördlich der Alpen. Ansonsten bin ich ganz zufrieden mit meiner Wirkung.“ Was seine Körpergröße angeht, vergleicht sich Laschet mit vorherigen Bundeskanzlern: „172. Gerhard Schröder hat und Helmut Schmidt hatte dieselbe Größe, so habe ich gelesen.“

7. April 2021, 13.45 Uhr: Markus Söder bringt plötzlich DIESEN Politiker als Kanzlerkandidat ins Spiel

Wird es in der Unionsfraktion eine Abstimmung darüber geben, wer der nächste Kanzlerkandidat wird? Die Spekulationen in Berlin werden lauter, dass das Verfahren unter einer stärkeren Einbindung der Bundestagsfraktion stattfinden könnte. In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz betonte CSU-Chef Markus Söder die Stellung der CDU/CSU-Fraktion auch für den kommenden Kanzler: „Gewählt wird man nur von der Fraktion nach einer Wahl“. Die Parteivorsitzenden von CDU und CSU könnten nicht „im luftleeren Raum“ Entscheidungen treffen.

+++ Markus Lanz (ZDF): Söder lässt Laschet auffliegen – er plaudert den Inhalt einer pikanten SMS aus +++

Auch der Politikwissenschaftler Karl Rudolf Korte, bekannt als ZDF-Experte, geht von einem starken Mitspracherecht der Unionsfraktion bei der Kandidatensuche aus. „Die Kanzlerfraktion könnte 2021 die Nominierung erzwingen. Das hätte sie vermutlich auch 2002 gemacht, wenn sich Merkel und Stoiber nicht geeinigt hätten“, schreibt Korte auf seiner Instagram-Seite.

Spannend: Bei Lanz machte Söder eine Andeutung, die in der Sendung etwas unterging. Er sagte, dass „möglicherweise ein weiterer Kandidat seit letzter Woche ins Spiel gebracht wird". Auch wenn Söder seinen Namen nimmt in den Mund nimmt, ist damit eindeutig Fraktionschef Ralph Brinkhaus gemeint. Wie unter anderem der „Spiegel“ zum Monatsanfang berichtete, nannten erste CDU-Abgeordnete den Westfalen als Alternative zu Laschet und Söder.

Auch für Korte ist Brinkhaus ein möglicher Alternativkandidat – und zwar als Option für CDU-Chef Armin Laschet! Er spekuliert, dass Laschet, ähnlich wie 1979 Helmut Kohl den Ministerpräsidenten Ernst Albrecht bei einer Abstimmung innerhalb der Fraktion vorschlagen könnte. Kohl wollte damit Strauß verhindern, Laschet könnte Brinkhaus gegen Söder aufstellen. Das Vorhaben von Kohl misslang jedoch, wobei Strauß als Kanzlerkandidat 1980 dann die Bundestagswahl verlor.

+++ Armin Laschet: Vernichtende Kritik für seine Erfindung „Brücken-Lockdown“ +++

7. April 2021, 12 Uhr: Grüne setzen Laschet und Söder unter Druck

Irgendwann zwischen Ostern und Pfingsten wollen Armin Laschet und Markus Söder die K-Frage in der Union klären. Nun erhöhen die Grünen den Druck auf sie. Ebenso wie die Union haben auch die Grünen noch keine Entscheidung getroffen, nun aber ein festes Datum zur Festlegung der Kanzlerkandidatur verkündet!

Am 19. April, also am übernächsten Montag, will der Grünen-Bundesvorstand vorschlagen, ob Annalena Baerbock oder Robert Habeck antreten. Das teilte Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner den Landesvorsitzenden und dem Parteirat in einem Schreiben mit, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.