„Markus Lanz“ (ZDF): DIESES Wort von Friedrich Merz lässt Zuschauer toben: „Sie kennen keine Scham“

Maischberger, Lanz und Co.: Das sind die deutschen Talkmaster
Beschreibung anzeigen

Der Parteitag der CDU steht kurz bevor: Am Wochenende entscheidet die in Umfragen stärkste Partei in Deutschland über einen neuen Vorsitz. Auch bei „Markus Lanz“ am Mittwochabend war es das bestimmende Thema der Sendung.

Wer hat die besten Chancen auf den CDU-Vorsitz? Welche Koalitionen könnte es nach der Bundestagswahl im September geben? Und wer wird am Ende Kanzlerkandidat der Union? Bei „Markus Lanz“ dominierte ausnahmsweise mal nicht das Coronavirus die Sendung, sondern Friedrich Merz und kommenden Wahlen. Dabei war bereits die Vorstellung von Merz alles andere als schmeichelhaft. Als er wenig später über Steuerpolitik sprach, nutzte er ein Wort, dass viele Zuschauer in rage versetzte.

„Markus Lanz“ (ZDF): Merz als „Hui Buh aus dem Sauerland“

Bei der Vorstellung seiner Gäste in der „Markus Lanz“-Sendung am Mittwochabend nahm sich der Moderator für Friedrich Merz besonders viel Zeit. Dabei sprach er die Kritik an, die gegenüber Merz immer wieder laut wird: Sein schwieriges Standing bei Frauen, seinem Rückzug nach dem verlorenen Kampf um den Parteivorsitz 2018 oder die Abweichung von seiner Ankündigung, eine weibliche Generalsekretärin im Falle seiner Wahl einzusetzen. Bei der Vorstellung der Politik-Expertin und Journalistin Eva Quadbeck greift Lanz zudem ein Zitat auf, das Merz so gar nicht schmecken dürfte.

Merz habe ich als „Anti-Merkel“ profiliert und ein Frauen-Trauma mit Namen „Angela“, „alles was er jetzt macht, macht er nur, um endlich seinen Frieden zu finden“, und Lanz dann weiter: „Endlich Frieden finden, das klingt nach einem Geist, der verzweifelt durchs Konrad-Adenauer-Haus irrt, Hui Buh aus dem Sauerland.“ Autsch, das hat gesessen. Schnell schiebt Lanz hinterher: „Aber so ist es natürlich nicht gemeint.“

Ähnlich umfangreich wie seine Vorstellung ist dann auch der Redeanteil des Anwärters auf den Chefposten. Nach eindringlichen Beschreibungen des ZDF-Korrespondenten aus China, der von den drastischen Maßnahmen der chinesischen Regierung bei der neuerlichen Eindämmung mit dem Coronavirus berichtet, ist Merz Kandidatur das bestimmende Thema bei „Markus Lanz“.

Merz überrascht mit Lob für Laschet: „Er macht es gut“

Der überraschte dabei mit seinem Lob für Armin Laschet. Auf die Frage, wie er das Handeln des NRW-Ministerpräsidenten in der Corona-Krise bewerten würde, sagte Merz: „Er macht es gut. Ich fühle mich wohl las Nordrhein-Westfale und gut regiert.“ Er habe nicht den Eindruck in Nordrhein-Westfalen schlechter regiert zu werden als in Bayern. Als Lanz wissen will, ob Merz die Situation besser gehandhabt hätte, erwiderte der 65-Jährige: „Ich glaube nicht.“ Könne Laschet also auch Kanzler?

„Jeder Ministerpräsident, der das Land Nordrhein-Westfalen führt, hat in der Jobbeschreibung das Kanzleramt dabei“, antwortete Merz. Zum Thema Regierungserfahrung als Kanzler ergänzte der Politiker, dass diese sicher nicht Schade. Als Lanz nachhakt – „Haben Sie aber nicht“ – rudert Merz jedoch etwas zurück. „Deswegen sag ich ja: Es schadet nicht. Das ist aus meiner Sicht nicht zwingend ein Vorteil.“ In der öffentlichen Wahrnehmung hätten Laschet und Söder vielleicht Vorteile, dies sei jedoch nur „Teil des gesamten Bildes“.

Rennen um den CDU-Vorsitz sei zu „Merkel-Look-a-like-Wettbewerb“ geworden

Journalistin Eva Quadbeck betont die Bedeutung des kommenden Parteitages: Es sei der erste digitale Parteitag und gleichzeitig das Ende der Merkel-Ära, „viel mehr historische Aufladung geht eigentlich nicht. Und deswegen glaube ich Herrn Merz auch nicht, dass er nicht nervös ist.“ Merz habe dabei in den vergangenen Monaten sein Profil drastisch geändert.

+++ Markus Lanz zutiefst schockiert: „Wirklich verstörende Bilder“ +++

Die aktuellen starken Umfrageergebnisse der CDU seien zu einem nicht geringen Teil auf Kanzlerin Angela Merkel und ihr Handeln in der Coronakrise zurückzuführen. Bei seiner Kandidatur um den Vorsitz 2018 habe sich Merz als „Anti-Merkel“ stilisiert, doch inzwischen sei das Rennen um den CDU-Vorsitz zu einem „Merkel-Look-a-like-Wettbewerb“ geworden.

Zwischenzeitlich geht es bei „Markus Lanz“ dann sogar um mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl im September und die Kanzlerfrage. Merkel zeigte sich dabei überrascht von Röttgens Aussage, der am Mittwoch eine Koalition mit der FDP ablehnte. Merz: „Von mir werden sie eine solche Aussage nicht bekommen“, die FDP sei ein „verlässlicher und guter Koalitionspartner“.

Aus Reihen der Grünen seien einige Aussagen Habecks für ihn zwar irritierend, andere seien jedoch „vernünftig“. Er ist sich sicher: Die Grünen würden flexibel werden, wenn es „in die die politischen Ämter und Dienstwagen“ gehe. Er hoffe zudem, dass man die Koalition mit der SPD nach der Wahl nicht weiter fortsetzen müsse.

DIESES Wort sorgt für Aufregung

Lanz wollte von Merz wissen, welche politischen Ansätze er in verschiedenen Bereichen verfolge, darunter auch der Steuerpolititk. Merz: „Einerseits hat der Finanzminister genug Geld für alle Projekte, andererseits will er eine neue Neidsteuer auf höhere Einkommen. Das passt nicht zusammen. Nach Corona müssen wir Kassensturz machen, aber die Steuer- und Abgabenbelastung ist bereits sehr hoch.“

Das Wort „Neidsteuer“ sorgt bei einigen Zuschauern für heftige Reaktionen. Sie kommentieren auf Twitter:

  • „Wie widerwärtig kann man sein. Ich schicke morgen ein Päckchen FFP2 Masken an ein Ehepaar in Bayern, das von ALG II leben muss und nicht weiß wie es die Dinger finanzieren solle und SIE reden von "Neidsteuer" leider kennen Sie offensichtlich keine Scham.“„Neidsteuer nennen vor allem jene Personen die Gerechtigkeitsdebatte, die einst mit CumEx und anderen Steuer-Betrügereien Staat und Gesellschaft um Milliarden betrogen haben!“„Ein Mensch, der sich so wenig um die Gerechtigkeit innerhalb der Gesellschaft kümmert, ist nicht kanzlertauglich. Während einige ihre Milliarden scheffeln, wissen andere nicht, wovon sie ihre FFP2 Masken bezahlen sollen. Und dieser Kandidat spricht von Neidsteuer. Wie entlarvend.“

„Bill Gates saß im Keller“

Wird Merz mit der Wahl zum CDU-Vorsitz auch Kanzlerkandidat? Bei dieser Frage ist sich Journalistin Quadbeck nicht sicher: Hinter den Kulissen werde sicher darauf geschaut, wie die Umfragewerte der Kaniddaten seien. Dort hätten sich Spahn und Söder vom Feld abgesetzt. Die Frage könnte dementsprechend noch für „viel Streit“ und „viel Debatte“ sorgen.

---------------------------------

Mehr zu „Markus Lanz“:

Markus Lanz (ZDF): Moderator spricht Klartext – „Das ist wie Wilder Westen“

Markus Lanz: Bitter! HIER ging alles schief – „Nicht ganz so optimal gelaufen“

Markus Lanz (ZDF): Ministerpräsident gesteht - „Das war ein Fehler“

---------------------------------

Am Ende gab es dann vom vierten Gast bei „Markus Lanz“, dem Biologen und Gründer der Pharma-Firma Curevec Ingmar Hoerr, einige Anekdoten, auf welche Schwierigkeiten er bei Suche nach Investoren gestoßen war. Curevec Hersteller eines Corona-Impfstoffes. Für Schmunzeln sorgte dabei vor allem sein Zusammentreffen mit Bill Gates in einem Pariser Hotel. „Bill Gates saß im Keller“, erzählt der Forscher, Wasserrohre hätten aus den Wänden geschaut – und statt digitaler Präsentation wollte der Microsoft-Chef lieber einen Ausdruck.